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10.07.2017

15:45 Uhr

Krawalle bei G20-Gipfel

Wer kommt für die Schäden von Hamburg auf?

VonChristian Schnell

Die Geschädigten von Hamburg hoffen nach dem G20-Gipfel auf schnelle Hilfe. Die Versicherer stehen zwar bereit. Doch viele Schäden werden die Opfer selbst zahlen müssen.

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FrankfurtIm Hamburger Porsche-Zentrum brannten schon am Donnerstag zehn Luxuautos, größtenteils 911er und Panamera. In der Stadt loderten dann über das Wochenende mehrere Dutzend Autos – oft auch unverdächtige Fahrzeuge wie etwa alte Fiats und Citroëns.

Seit dem Sonntag hat in der Hansestadt das große Aufräumen begonnen, und aus Sicht geschädigter Bürger stellt sich wie immer nach solchen Vorkommnissen die Frage: Wer kommt für den Schaden auf? Denn trotz Randale wie nach Demos am 1. Mai in Berlin oder nun in Hamburg brauchen die Betroffenen in den allermeisten Fällen schnellstmöglich wieder ein Auto. Doch wer schon einmal am Supermarkt-Parkplatz von einem anderen Fahrer nur leicht touchiert wurde, weiß, wie nervig die anschießende Behebung des Kleinschadens ist.

Auch wenn es makaber klingen mag: Bei einem brennenden Auto ist die Abwicklung zumindest einfacher. Es handelt sich um einen Totalschaden. Es muss also nicht lange um Details gefeilscht werden. Sind es dagegen abgebrochene Spiegel, Kratzer oder zerschlagene Fenster, kann sich die Prozedur durchaus hinziehen.

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Der Branchenverband GDV empfiehlt deshalb generell folgendes Vorgehen: Geschädigte Autobesitzer sollten den Schaden sofort fotografieren und bei der Polizei und ihrem Versicherer anzeigen. Der wird ihm dann auch mitteilen, wie er weiter vorgehen soll. Das Problem: Selbst im besten Fall bekommt der Halter lediglich den aktuellen Zeitwert seines in Flammen aufgegangenen Fahrzeugs. Bei einem sechs Jahre alten VW Golf reicht das Geld dann auch nur wieder für die Anschaffung eines entsprechenden Fahrzeugs.

Und das auch nur, wenn der Halter eine Vollkasko- oder Teilkaskoversicherung abgeschlossen hat. Besitzt er nur eine reine Haftpflichtversicherung, bekommt er zumindest von seinem Versicherer nichts zurück. Dann kann er bestenfalls hoffen, dass der Täter oder die Täterin gefasst werden, was aber eher unwahrscheinlich sein dürfte.

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Hat er hingegen eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen, dann kommt die in der Regel für Schäden durch Böller und Feuer und zerstörte Autoscheiben auf. Bei der Vollkasko gibt es sogar eine Entschädigung für Vandalismus. Wichtig auch: Teilkaskoschäden wirken sich nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt aus. Wer hier also einen Schaden meldet, der muss in Zukunft keine negativen Auswirkungen durch höhere Beiträge befürchten. Sein Status beim Versicherer ist weiter so, als hätte er keinen Unfall oder Schaden gehabt. Anders ist es bei der Vollkaskoversicherung, wo sich Schäden negativ auswirken.

Und noch eine bittere Pille müssen geschädigte Autohalter schlucken: Der Selbstbehalt, in der Regel sind das 300 oder 500 Euro, bleibt auf alle Fälle an ihnen hängen. Erst der Betrag darüber wird erstattet.

Kommentare (33)

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Herr Leo Löwenstein

10.07.2017, 16:02 Uhr

Der Staat muss hier die Schäden bezahlen.
Der Staat hat den G20-Gipfel in HH unbedingt stattfinden lassen wollen und billigend in kauf genommen, dass Besitztümer unbeteiligter Bürger zerstört werden. Politiker haben ja zugegeben, dass man damit rechnen muss und dass man das in kauf nimmt.
Mich würde interessieren, was denn passieren würde, wenns Güter dieser Politiker erwischt hätte? Müssten die dann auch bei der Versicherung vorstellig werden?? Warum zieht da der schwarze Block nicht mal auf. Wenn schon was zerstören, dann die Güter derer, die sie so hassen.
Den Schaden hat komischerweise immer der kleine Mann, wie man so schön sagt.

Herr Peter Spiegel

10.07.2017, 16:12 Uhr

Sachbeschädigung nennt sich das, Täter unbekannt also Selbstzahler. Wer in No-go-Areas wie deutsche Städte zieht ist doch nicht versichert. Die Prämie wäre auch sehr hoch, etwa wie bei Hochwassergebieten, da zahlt auch keiner.

Herr Grutte Pier

10.07.2017, 16:27 Uhr

Mutti Merkel zahlt: wir schaffen das......

Hat sich die "Beliebteste" eigentlich schon "betroffen" gezeigt?

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