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05.11.2015

14:28 Uhr

Kredite zu Weihnachten

Das Christkind sollte nicht auf Pump kaufen

VonKatharina Schneider

Bis Weihnachten sind es noch einige Wochen, doch schon jetzt machen sich viele Deutsche Sorgen wegen der anstehenden Ausgaben. Auf welche Angebote Sie nicht hereinfallen sollten und warum Kredite keine gute Idee sind.

Bald schreiben Kinder wieder Wunschzettel ans Christkind. dpa

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?

Bald schreiben Kinder wieder Wunschzettel ans Christkind.

FrankfurtIn etwas mehr als sieben Wochen ist es wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür. „Morgen Kinder wird’s was geben“, heißt es dann und schon jetzt denken viele Deutsche darüber nach, wie sie den Gabentisch bestücken können. Den einen ist die Kommerzialisierung des heiligen Festes ein Dorn im Auge. Die anderen halten sich eher an den biblischen Spruch „Geben ist seliger denn Nehmen“ und haben bereits mit dem Geschenkekauf begonnen. Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass die hohen Weihnachtsausgaben jedem dritten Deutschen Sorgen bereiten. Bei Familien sind es sogar 40 Prozent.

Wer glaubt, dass es jetzt doch noch viel zu früh sei, um sich mit dieser Frage zu beschäftigen, der irrt gewaltig. Im Kaufhaus stehen längst Heerscharen von Engelchen bereit. Dazu gibt es Christbaumschmuck, Glühwein und Geschenkpapier. Auch an manchen Häusern erstrahlen schon die Lichterketten. Und bei den ganz Eifrigen stehen bereits Weihnachts- und Schneemänner auf dem Balkon Spalier und erleuchten die dunkle Herbstnacht – zumindest Frankfurt.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Bargeld und Einlagen

Den größten Anteil am Vermögen der deutschen Privathaushalte haben traditionell Bargeld und Einlagen. Das Banksparen – also beispielsweise Girokonten oder Tagesgeld – hat sogar an Beliebtheit zugelegt. Von Januar bis März 2015 machte der Posten einen Anteil von 39,7 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2001 lag dieser Anteil noch bei 34,9 Prozent.

Quelle: Deutsche Bundesbank

Versicherungen

Versicherungen machen den zweitgrößten Posten in der Vermögensstruktur der deutschen Haushalte aus. Zu diesem Posten zählen auch die Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen. Von Januar bis März 2015 lag der Anteil der Versicherungen am Haushaltsvermögen bei 37,4 Prozent, er ist damit im Vergleich zu Aktien und Fonds gestiegen. 2001 lag der Anteil noch bei 30,8 Prozent.

Anleihen

Die Renditen für Anleihen sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld unattraktiv. Die Haushalte reagieren darauf und investieren deutlich weniger in die Wertpapiere. 2001 lag der Anteil der Anleihen am Haushaltsvermögen noch bei 6,3 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres 2015 ging die Quote auf 3,0 Prozent zurück.

Aktien und sonstige Anteilsrechte

Das in Aktien investierte Vermögen und der Anteil sonstiger Anteilsrechte am Vermögen der deutschen Haushalte sind gestiegen. Zu diesem Posten zählen auch Aktien, die nicht an einer Börse notiert sind. 2001 machten sonstige Anteilsrechte 9,4 Prozent am Gesamtvermögen aus. Im ersten Quartal 2015 lag der Anteil bei 10,8 Prozent.

Aktienfonds

Die indirekte Anlage in Aktien durch Aktienfonds hat an Beliebtheit gewonnen. 9,4 Prozent des Gesamtvermögens investierten die Haushalte von Januar bis März 2015 in Aktienfonds. 2001 lag der Wert noch bei 2,9 Prozent.


Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Auch die Frage, wann der Startschuss für den Weihnachtszauber fallen darf, ist müßig. Ernst wird es aber bei der Frage, wie es gelingen kann, dass das Fest nicht zum finanziellen Desaster wird. Gemäß der repräsentativen Studie von RetailMeNot, einem Marktplatz für digitale Angebote, der in Deutschland durch die Gutscheinseite deals.com vertreten wird, gehen zwölf Prozent der Bundesbürger davon aus, dass sie während der Feiertage einen Dispokredit in Anspruch nehmen müssen.

Das kann ziemlich teuer werden, denn bei vielen Banken bewegen sich die Zinssätze noch immer oberhalb von zehn Prozent. Selbst, wer einen günstigeren Überziehungszins erwischt, muss zwischen fünf und neun Prozent zahlen. Auch von Finanzierungsangeboten direkt beim Händler sollten sich Weihnachts- und andere Einkäufer nicht blenden lassen.

Die Verbraucherzentralen weisen aktuell verstärkt darauf hin, dass auch eine sogenannte Null-Prozent- oder Sofortfinanzierung immer ein Kredit ist. Auf den ersten Blick sehen die Angebote zwar verlockend aus, doch dahinter können sich Kostenfallen verbergen.

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