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23.05.2014

15:12 Uhr

Kreditkarten im Vergleich

Die besten Karten zum Reisen und Shoppen

VonJens Hagen

Die Urlaubssaison steht vor der Tür. Mit der richtigen Kreditkarte können Reisende schnell einige Hundert Euro sparen. Ein Vergleich zeigt die besten Varianten für Vielreisende, Einkaufsfans und sporadische Nutzer.

Die freie Auswahl: Mit der richtigen Kreditkarte können Reisende schnell einige Hundert Euro sparen. Getty Images

Die freie Auswahl: Mit der richtigen Kreditkarte können Reisende schnell einige Hundert Euro sparen.

Fußballfans, die zur Weltmeisterschaft nach Brasilien reisen und gern mit Scheinen zahlen, sollten ein dickes Bündel Bargeld mitnehmen. Denn wer Scheine traditionell bevorzugt, dürfte ansonsten im WM-Gastgeberland eine böse Überraschung erleben: Nicht jeder Geldautomaten lässt sich für eine Abhebung nutzten.

Das brasilianische Bankensystem, das über mehr Geldautomaten verfügt als jedes andere Land, hat die Geräte nicht untereinander vernetzt. Damit bricht Brasilien mit der Praxis der industrialisierten Staaten der Welt, ein gemeinsames Automatensystem zu bieten, das an allen Maschinen eine reibungslose Transaktionen ermöglicht. „Brasilien ist insofern einzigartig, als es kein gemeinsames Netzwerk besitzt“, erklärt Mike Urban, Direktor Portfoliomanagement beim Finanzdatenverkäufer Fiserv. Fußballfans, die zur WM in Brasilien reisen, „werden frustriert sein, wenn sie erwarten, dass alle Geldautomaten funktionieren“.

Die Kosten für das bequeme Zahlen mit der Karte

Betrifft das überhaupt viele Menschen?

Ja. Dem Handelsforschungsinstitut EHI zufolge lag der Anteil des Kartenumsatzes 2012 am Gesamtmix der Zahlungsarten im deutschen Einzelhandel erstmals bei mehr als 40 Prozent - und das ist im EU-Vergleich noch ein geringer Anteil. Bei jeder Zahlung fallen dann Gebühren an.

Um welche Entgelte geht es?

Die Pläne beziehen sich auf die sogenannten Interbanken-Entgelte. Diese stellt die Bank eines Kunden dem Finanzinstitut eines Händlers in Rechnung, wenn der Verbraucher per Karte zahlt. Kreditkarten-Unternehmen wie Mastercard und Visa verdienen an diesen Gebühren - für Händler bedeuten sie aus Sicht der EU-Kommission unnötige Kosten in Milliardenhöhe, die durch höhere Produktpreise auf die Verbraucher abgewälzt werden. Zudem sieht die Kommission ein Hindernis für moderne und sichere Zahlungsmethoden, wenn es aufgrund der Gebühren für Händler billiger ist, Bargeld anstatt Karten zur Bezahlung zu akzeptieren.

Wie hoch sind die Gebühren?

Das ist von Land zu Land sehr unterschiedlich: Die Gebühren für Debitkarten reichen der "Financial Times" zufolge von 0,1 Prozent in Dänemark bis zu 1,6 Prozent in Polen. Die Entgelte für Kreditkarten betragen demnach in Deutschland 1,8 Prozent, in Frankreich jedoch nur 0,5 Prozent. Auch das stört die EU-Kommission, die für ganz Europa möglichst einheitliche Geschäfts- und Wettbewerbsbedingungen anstrebt.

Auf welcher Höhe sollen die Entgelte gedeckelt werden?

Die Gebühren für Kreditkarten-Zahlungen sollen höchstens 0,3 Prozent des Zahlungsbetrags betragen dürfen. Für Debitkarten will die Kommission die Grenze auf 0,2 Prozent festlegen. Das soll zunächst für grenzüberschreitende Zahlungen gelten, knapp zwei Jahre später dann auch für Transaktionen im Inland. Zuerst müssen allerdings EU-Staaten und Europaparlament zustimmen.

Was bedeutet das für Deutschland?

Für Deutschland könnte das besonders Änderungen bei Kreditkarten bedeuten. Die deutschen EC-Karten dürften von den Bestimmungen für Debitkarten aufgrund eines einfacheren Systems ausgenommen bleiben. In Deutschland fällt bei der Zahlung mit EC-Karten in der Regel eine Gebühr in Höhe von 0,3 Prozent des Umsatzes an, mindestens jedoch acht Cent. Große Handelsunternehmen handeln mit den Banken aber auch eigene Sätze aus, die darunter liegen dürften. Die EU-Kommission hofft zudem, dass in Deutschland die Akzeptanz für das bargeldlose Bezahlen steigt.

Was ist das Ziel?

Neben einheitlichen Regeln und größerem Wettbewerb zwischen den Zahlungsanbietern strebt die EU-Kommission vor allem geringere Kosten für Verbraucher an. Doch das betroffene Unternehmen Mastercard warnt, dass genau das Gegenteil erreicht werden könnte, wenn die Kartenanbieter zum Ausgleich für die verlorenen Entgelte direkt von den Karteninhabern höhere Jahresgebühren fordern.

In welcher Höhe drohen den Kreditkarten-Unternehmen Verluste?

"10,5 Milliarden Euro fließen in der EU jährlich vom Handel in die Taschen der Kartenanbieter, davon bei Debitkarten 4,8 Milliarden Euro, bei Kreditkarten sogar 5,7 Milliarden Euro", sagt der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold. Der EU-Kommission zufolge könnten die Händler Abgaben in Höhe von rund sechs Milliarden Euro sparen.

Was ist noch geplant?

Die Kommission will Extragebühren verbannen, die etwa bei einer Flugbuchung per Karte anfallen. Verbraucher sollen außerdem besser vor Betrug und Missbrauch geschützt werden, indem ihr Verlust bei nicht autorisierten Kartenzahlungen nicht über 50 Euro hinausgehen soll, anstatt bisher 150 Euro.

Die mangelnde Vernetzung schränkt die meisten Geräte auf ihre Basisfunktion ein: Bargeld von der Bank auszuzahlen, deren Name die Maschine schmückt. Bei Touristen aus Europa, die es gewohnt sind, überall Geld abheben zu können, wird das brasilianische System nicht gerade für weltmeisterlichen Jubel sorgen.

Und nicht nur Fußballfans möchten im nahenden Sommerurlaub flüssig bleiben. Wer nicht mit dem Geldkoffer reisen will, benötigt eine Kreditkarte. „Neben der Karte von der Hausbank kann sich der Abschluss einer Zweitkarte lohnen, die eine echte Kreditkartenfunktion hat“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung.

Der Vorteil: Außer besonderen Konditionen, die die Zahlung im Ausland deutlich günstiger machen, sorgen Ersatzkarten im Notfall für Sicherheit. Ohne Plastikgeld ist in vielen Ländern nicht nur die Buchung von Mietwagen, Flügen oder Hotels nicht möglich. „Wenn die klassische Karte wegen Verlust, Schäden am Magnetstreifen oder Überschreitung des Limits nicht mehr funktioniert, stehen Reisende sonst zumindest zeitweise ohne Geld da“, sagt Herbst. EC-Karten fürs Girokonto werden nicht überall akzeptiert und haben vielfach unbemerkt ein niedriges Limit bei Abhebungen im Ausland.

Für Handelsblatt Online untersuchte der Zinsexperte 21 Angebote von elf Banken, die sich mit Kreditkarten einen Namen gemacht haben. Mit den jeweils besten für Vielreisende, Einkaufsfans und sporadische Nutzer bleiben die Inhaber immer flüssig und können etwa auf Fernreisen schnell einige Hundert Euro sparen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.05.2014, 17:13 Uhr

Für mich ist die DKB Karte der Hit.

Es wird nicht nur versprochen es fallen keine Gebühren an, es fallen Tatsächlich keine Gebühren an.

Urlaubsguthaben bezahle ich vorher auf die Karte und bekomme noch Zinsen.

Nutze für Barabhebung EU und USA.

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