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17.12.2014

16:15 Uhr

Lebensversicherer

Auch R+V senkt Überschussbeteiligung

Die Lebensversicherer leiden unter den niedrigen Zinsen auf sichere Anlagen wie Staatsanleihen. Nun hat auch R+V seine Überschussbeteiligung gesenkt. Die Finanzaufsicht drängt zur Abkehr von lebenslangen Garantien.

Der Lebensversicherer R+V hat seine Verzinsung für das kommende Jahr festgelegt. dpa

Der Lebensversicherer R+V hat seine Verzinsung für das kommende Jahr festgelegt.

FrankfurtDer Abwärtstrend bei den Zinsen auf Lebens- und Rentenversicherungen hält an. Deutschlands zweitgrößter Lebensversicherer R+V senkt die Überschussbeteiligung für das kommende Jahr auf 3,2 von 3,4 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Einschließlich des am Ende der Laufzeit fälligen Schlussüberschusses und der Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven fällt der Rückgang der Gesamtverzinsung auf 3,8 (2014: 3,9) Prozent etwas geringer aus. Die Lebensversicherer leiden unter den niedrigen Zinsen auf sichere Anlagen wie Staatsanleihen, aus denen ihr Portfolio zum größten Teil besteht.

Die Nürnberger Lebensversicherung zahlt 2015 auf klassische Policen nur noch eine Überschussbeteiligung von 3,5 (3,75) Prozent. Die Gesamtverzinsung liegt bei 4,0 Prozent. Die Nürnberger bietet schon seit 1995 auch eine Rentenversicherung, die einen geringeren Garantiezins bietet und 30 Prozent des Kapitals in Aktien anlegt. Sie verspricht für 2015 eine Gesamtverzinsung von 6,8 (7,6) Prozent. Die Finanzaufsicht BaFin drängt die Lebensversicherer zu einer Abkehr von lebenslangen Garantien, die zu erfüllen angesichts der niedrigen Zinsen immer schwieriger ist.

Der größte öffentliche Lebensversicherer, die Münchener Bayern-Versicherung, hält ihre Überschussbeteiligung mit 3,0 Prozent und die Gesamtverzinsung mit 3,6 Prozent 2015 stabil. Sie liegt damit allerdings am unteren Ende der Deklarationen. Die Ratingagentur Assekurata rechnet im Branchenschnitt 2015 mit einer Überschussbeteiligung von 3,25 Prozent nach 3,4 Prozent in diesem Jahr.

Die Versicherungen, die keiner braucht

Unsinnige Policen

Ob Brillen, Handy oder Glas - in Deutschland kann man fast alles versichern lassen. Doch von vielen dieser Verträge profitiert nur einer - die Versicherungsgesellschaft. Der Bund der Versicherten hat die überflüssigsten Policen zusammengetragen.

Die Glasbruchversicherung

Eine kaputte Scheibe ist ärgerlich, aber kein finanzielles Desaster. Deshalb mache eine Glasbruchversicherung für die meisten keinen Sinn, so der Bund der Versicherten. Die Beiträge seien für die mögliche Schadenshöhe zu hoch. Ausnahme: Sie haben einen Wintergarten oder teure Spezialglasscheiben im Haus. Oder fußballverrückte Kinder.

Die Brillenversicherung

Kaum einem Brillenträger wurde sie nicht angeboten: Die Brillenversicherung. Dabei glauben viele, dass die Brille bei Bruch oder Beschädigung vollständig ersetzt würde. Doch falsch gedacht. Geht die Brille kaputt, gibt es nur Geld für die Sparvariante zurück. Wer eine hochwertige Fassung und aufwändige Gläser haben möchte, muss auch mit Brillenversicherung zuzahlen. Neue Gläser gibt es übrigens nur bei Beschädigung und bei einer starken Veränderung der Sehstärke (ab 0,5 Dioptrien). Wer das nicht zu befürchten hat, sollte seine Brille unversichert lassen.

Die Krankenhaustagesgeldversicherung

Die Krankenhaustagesgeldversicherung verspricht eine Zuzahlung für jeden Tag, den man in einer Klinik verbringen muss. Ob sie die finanzielle Grundlage fürs tägliche Obst oder für das Fernsehgerät im Krankenhaus sein muss, bezweifelt der BDV allerdings. Der Verein rät, für solche Fälle lieber Geld auf einem Tagesgeldkonto bereit zu halten.

Die Reisegepäckversicherung

Wer sich Geld von einer Reisegepäckversicherung verspricht, muss bestens auf seine Koffer aufpassen. Denn oft zahlen die Versicherer nur anteilig oder gar nicht, wenn sie ihren Kunden grob fahrlässiges Verhalten vorwerfen. Und was grob fahrlässig ist, ist Auslegungssache. Wertsachen wie Schmuck, Film- und Fotoapparate nur unzureichend mitversichert, bemängelt der BDV. Hinzu kommt, dass unter bestimmten Voraussetzungen das Gepäck ohnehin in der Hausratversicherung versichert ist.

Die Handyversicherung

Auch eine Handyversicherung bieten Verkäufer gerne und häufig an, meist gleich an der Kasse. Da hört sie sich auch besonders gut an - schließlich kostet ein Smartphone mehrere Hundert Euro. Es zu versichern, lohnt sich trotzdem nicht. Geht das Gerät verloren oder kaputt, ersetzt die Versicherung nur den Zeitwert des Handys und eine Selbstbeteiligung wird fällig. Wer Geld zurück möchte, für den gilt also: Das Handy zeitnah kaputt machen oder im Taxi liegen lassen.

Versicherung gegen „häusliche Notfälle”

Eine ausgefallene Heizung oder ein vergessener Schlüssel - das sind die „häuslichen Notfälle”, gegen die sich Verbraucher versichern können. Doch einmal einen Notdienst zu rufen, treibt einen nicht in den finanziellen Ruin. Eine Versicherung gegen häusliche Notfälle zieht einem dagegen unnötig Geld aus der Tasche. Auch, weil sie nur begrenzt zahlt. Wer zur Miete wohnt, muss sich ohnehin keine Sorgen machen. Mieter müssen nicht für Schäden an Mietsachen aufkommen, die sie nicht selbst verursacht haben, zum Beispiel bei einem Heizungsausfall.

Die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr

Eine Police, bei der man seine eingezahlten Beiträge am Ende zurückbekommen soll - das verspricht die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr. Dahinter steckt aber ein Koppelprodukt, nämlich eine Versicherung mit einem schlecht verzinsten Sparvertrag. Als „Milchmädchen-Rechnung“ bezeichnet der BDV solche Policen: Den Betrag, den der Kunde zurück bekommt, hat er vorher zusätzlich eingezahlt. Und auch die Versicherungsleistungen seien oft nicht ausreichend.

Die Insassenunfallversicherung

Die Angst vor Autounfällen ist groß, deshalb schließen viele Deutsche die Insassenhaftpflichtversicherung ab. Unnötigerweise, so der BDV. Verursacht der Fahrer einen Unfall und werden die Fahrgäste verletzt, tritt seine eigene Kfz-Haftpflicht ein. Trägt ein anderer Verkehrsteilnehmer die Schuld, zahlt dessen Versicherung. Eine Insassenunfallversicherung lohnt sich nur bei Fahrerflucht oder, wenn der Unfall durch einen Fußgänger verursacht wurde, der keine private Haftpflicht besitzt. Doch auch dem kann vorgebeugt werden, etwa durch eine Forderungsausfallabdeckung in der eigenen Haftpflichtversicherung.

Die Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung ist eine Kapitallebensversicherung. Wer sie abschließe, zahlt bei langer Laufzeit am Ende häufig mehr ein als die Hinterbliebenen herausbekommen, so der BDV. Wer seine Angehörigen entlasten wolle, sollte lieber rechtzeitig Geld beiseite legen.

Die Beitragseinnahmen der Bayern-Versicherung seien trotzdem mit 2,80 (2013: 2,83) Milliarden Euro 2014 fast stabil geblieben, erklärte die Versicherungskammer Bayern. Sie verkauft ihre Policen vor allem über die Sparkassen und einige Genossenschaftsbanken.

Von

rtr

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