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10.11.2015

13:37 Uhr

Lebensversicherung

Mit diesen Renditen punkten die Versicherer

VonKerstin Leitel

Die Autoren der bekannten Studienreihe Map-Report haben die Verzinsung von Lebensversicherungen nachgerechnet und die Bilanzen der Unternehmen durchleuchtet. Fazit: Der Branche gelingen einige Überraschungen.

Eine neue Studie bricht eine Lanze für dieses Produkt der Altersvorsorge. dpa

Lebensversicherung

Eine neue Studie bricht eine Lanze für dieses Produkt der Altersvorsorge.

MünchenDie Lebensversicherung hat ein Imageproblem: In Zeiten niedriger Zinsen gilt sie für Kunden als unrentabel. Falsch, meinen die Autoren des Map-Report, einer in der Versicherungsbranche bekannten Studienreihe. Laut ihrem aktuellen Bericht – der „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2014“ – betrug die Nettorendite der deutschen Lebensversicherer im vergangenen Jahr rund 4,6 Prozent. An die Kunden fließt aber weniger.

Denn die Nettorendite ist das Ergebnis aus den von den Versicherungen erzielten Kapitalanlageergebnis im Verhältnis zu ihrem Bestand an Kapitalanlagen. Das ist die Berechnung, wie sie die Branche vornimmt. Zieht man die Gelder ab, die die Gesellschaften als Sicherheitspuffer für die gesetzlich vorgeschriebene Zinszusatzreserve (ZZR) zur Seite legen müssen und die damit nicht unmittelbar an die Kunden gehen, erhält man die so genannte „bereinigte Nettorendite“. Diese liegt laut Map-Report bei durchschnittlich 3,61 Prozent. Deutsche Sparer haben in den vergangenen Jahren laut Bundesbank durchschnittlich 1,5 Prozent Rendite pro Jahr mit ihren Einlagen eingefahren.

Die höchste Nettorendite der 82 untersuchten Versicherer hatte die Neue Bayerische Beamten mit 5,54 Prozent, gefolgt von WWK (4,94 Prozent), Ideal (4,59 Prozent) und Mylife (4,30 Prozent). Am schlechtesten schnitten in dem Vergleich die Interrisk (2,04 Prozent), Skandia (2,22 Prozent) und LVM (2,51 Prozent) ab.

Die größten Versicherungsgesellschaften – allen voran der Marktführer Allianz, die genossenschaftliche R+V, die Aachen Münchener – liegen nicht weit entfernt vom Branchenschnitt. Mit der Allianz (4,06 Prozent) und der Nürnberger (4,02 Prozent) kamen aber nur zwei Marktgrößen auf Werte von knapp über vier Prozent. Knapp unter dieser Marke blieben die Alte Leipziger Lebensversicherung  (3,91 Prozent) und die Zurich (3,90 Prozent).

Schutz für besondere Lebenslagen

Kita-Ausflugschutz

Wer Angst hat, dass dem Nachwuchs auf dem Wandertag etwas zustößt, kann ihn über diese Versicherung gegen Unfälle, die zu bleibenden Schäden oder dem Tod führen absichern. Eltern sollten sich jedoch genau anschauen, wohin der Ausfug führt: Ausgenommen sind laut Versicherungsbedingungen nämlich Unfälle bei der „Benutzung von Raumfahrzeugen“.

Golferschutz

Diese Versicherung versichert den Golfer nicht nur gegen Unfälle und Beschädigungen der Ausrüstung, sondern auch gegen ein Hole-in-One. Wenn es dem Spieler gelingt, mit dem ersten Schlag den Ball ins Loch zu schießen, muss er traditionell eine Lokalrunde im Clubhaus ausgeben. Wer versichert ist, kann sich die Kosten für die Getränke erstatten lassen.

Stadionschutz

Beim Fußball kann es nicht nur bei den Spielern zu Verletzungen kommen. Wenn der Ball ins Publikum fliegt oder die Fans der gegnerischen Mannschaft eine Niederlage nicht verkraften können, kann es auch für den Stadionbesucher gefährlich werden. Wer dagegen eine Versicherung abschließt muss allerdings auf ein Bier in der Halbzeitpause verzichten. Denn für Unfälle, die unter Alkoholeinfluss stattgefunden haben, haftet die Versicherung nicht.

Mietwagenschutz

Wer im Urlaub oder für den Umzug ein Auto mietet, weiß oft nicht, dass er im Falle eines Unfalls eine Selbstbeteiligung von bis zu tausend Euro zahlen muss. Der Mietwagenschutz kann einen dagegen absichern – allerdings gilt er nicht im Ausland.

Radtourschutz

Wer kurz vor der Radtour weiche Knie bekommt, weil er keine Unfallversicherung hat, der kann einen Radtourschutz abschließen. Damit der Radfahrer nicht nur bei Unfällen abgesichert, sondern bei Diebstahl von Fahrrad oder Reisegepäck.

Im Ranking der größten Versicherungsgesellschaften hatte – wie schon in der Vergangenheit – die Allianz die Nase vorn: Der Versicherungsriese nahm 18,42 Milliarden Euro von seinen Kunden ein und könnte bei ungebremsten Wachstum zum Jahresende 2015 erstmals mehr als 20 Milliarden Euro an Kundengeldern einnehmen, meinen die Experten.

Kommentare (6)

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Lothar dM

10.11.2015, 13:45 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Herbert Maier

10.11.2015, 13:50 Uhr

Sind das belastbare Zahlen? Soweit ich sehe, wird der MapReport vom VersicherungsJournal erstellt, und das scheint sich hauptsächlich aus der Versicherungsbranche selbst zu finanzieren - insofern besteht hier schon der Verdacht von etwas Zweckoptimismus, oder nicht?

Herr Marc Otto

10.11.2015, 14:02 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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