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11.11.2011

17:23 Uhr

Lebensversicherungen

160 Milliarden Miese durch vorzeitige Kündigungen

160 Milliarden Euro haben Verbraucher in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren durch vorzeitig gekündigte Lebensversicherungen verloren. Das geht aus einer Studie der Verbrauchzentrale Hamburg hervor.

Durch vorzeitige Kündigungen von Lebensversicherungen ist den Verbrauchern in Deutschland in den vergangenen Jahren ein milliardenschwerer Schaden entstanden. dpa

Durch vorzeitige Kündigungen von Lebensversicherungen ist den Verbrauchern in Deutschland in den vergangenen Jahren ein milliardenschwerer Schaden entstanden.

HamburgVerbrauchern in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren durch vorzeitig gekündigte Lebensversicherungen ein Schaden von bis zu 160 Milliarden Euro entstanden. Das geht aus einer Studie der Verbraucherzentrale Hamburg hervor, wie diese am Freitag mitteilte. In ihrem Auftrag hatten Wissenschaftler der Universität Bamberg gekündigte Verträge aus den Jahren 2001 bis 2010 untersucht und ihre Ergebnisse mit „sicheren Anlageformen“ verglichen.

Die Rechnung offenbare „dramatische Missstände am Finanzmarkt und deren milliardenschwere Folgen“, bewertete der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Gerd Billen, die Ergebnisse. Solche Missstände könnten nur mit Hilfe einer verbrauchernahen Marktkontrolle aufgedeckt werden. „Hier sind die Lehren aus der Finanzkrise noch nicht gezogen“, erklärte Billen.

Der Gesetzgeber rühme sich zwar, etwas gegen Schäden der Anleger durch den Grauen Kapitalmarkt unternommen zu haben, erklärte der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg, Günter Hörmann. Die Verluste durch Kapitallebensversicherungen seien aber „um ein Vielfaches höher“.

Bei den auf Jahrzehnten angelegten Verträgen sind nach Angaben der Verbraucherschützer Abbrüche etwa aufgrund von falscher Beratung, wegen Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Krankheit keine Ausnahme. Die Stornoquote liege bei etwa sechs Prozent. Hohe Kosten und eine für den Kunden nachteilige Verrechnung von Kosten und eingezahlten Prämien führten bei diesen Personen dazu, dass nach einer Kündigung oft nur noch wenig Geld ausgezahlt werde. 

Von

afp

Kommentare (5)

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atp50

11.11.2011, 18:05 Uhr

auch ich hatte mich als Generation Lebensversicherung auf wirtschaftlicher Ebene entmündigt und mtl. in die LV abbuchen lassen! Bis 2007; dann gekündigt, ca. 30% verloren. Kpl. Auszahlungsbetrag in Silber getauscht. Die Rendite schaut nett aus, besser jedoch ist das Haptische und es raschelt nicht so fad. Der Heizwert von Inflationsgeld ist extrem bescheiden.
Hauptsache gesund!

Paul

12.11.2011, 10:16 Uhr

Ich habe meine LV´en ebenfalls gekündigt. Ich betrachte das aber nicht als Schaden, denn die Alternative wäre, dem schlechten Geld noch Gutes hinter her zu werfen. Es gibt bessere Anlageformen als Lebensversicherungen, das sollten die Verbraucherschützer aber eigentlich wissen. Meine dort erzielten Verluste habe ich so jedenfalls schon wieder wett gemacht. Noch eine Frage: Woher sollen denn die Erträge der LV in den nächsten Jahren kommen, wenn alle Staaten Pleite sind? Denn darauf läuft es doch hinaus.

Bonds

12.11.2011, 11:23 Uhr

Die Verluste entstehen nicht wegen der Kündigung, sondern aufgrund der Vertragsunterschrift. Die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten treiben das Versicherungskonto sofort massiv ins Minus. Leider bekommt der Versicherungsnehmer von der Versicherungsgesellschaft sofort nach Vertagsabschluss keinen offiziellen Kontoauszug mit den aufgeführten Kosten (wie man ihn füs Girokonto bei der Bank bekommt), sonst könnte der Unterzeichner sofort sehen, dass er durch seine Unterschrift massiv ins Soll fährt.
Die Kündigung ist nur die positve Konsequenz sich eines sehr teuren Vertages zu entledigen.
Leider schreiben sowohl das Handelsblatt als auch die Verbraucherverbände, dass die Kündigung der Auslöser für die Verluste sind. Ganz im Gegenteil: Durch die Kündigung unterbricht man die Kostenspirale.
Wenn man weiss, dass die Verbraucherverbände vom Staat gesponsert werden, und der Staat die private Altervorsorge propagiert, weiss man auch, warum über Kündigungen so negativ geschrieben wird.

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