Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2014

10:03 Uhr

Lebensversicherungen

Interessensverband warnt vor Niedrigzins

Für Versicherte kämen bei der aktuellen Preisentwicklung Verluste heraus, wenn der Zins für Lebensversicherungen künftig auf 1,25 Prozent gesenkt werden darf. Der Bund der Versicherten fürchtet den geplanten Schritt.

Zu den momentanen Konditionen lohnen sie sich gar nicht: Lebensversicherungen. Die Anbieter werden Alternativ-Angebote kreieren – mit entsprechender Risikokomponente dpa

Zu den momentanen Konditionen lohnen sie sich gar nicht: Lebensversicherungen. Die Anbieter werden Alternativ-Angebote kreieren – mit entsprechender Risikokomponente

BerlinEine Senkung des Garantiezinses bei Lebensversicherungen auf 1,25 Prozent wäre aus Sicht des Bundes der Versicherten (BdV) der Todesstoß für das deutsche System der Lebensversicherung. Der Vorstandssprecher der Verbraucherschutzorganisation, Axel Kleinlein, sagte der „Berliner Zeitung“, wenn die jüngste Empfehlung umgesetzt und der Garantiezins auf 1,25 Prozent gesenkt werde, „dann ist das der Abschied vom bisherigen deutschen System der Lebensversicherung, wie wir es seit hundert Jahren kennen“.

Ein Zinssatz von 1,25 Prozent sichere den Anlegern oftmals noch nicht einmal den Erhalt ihres Kapitals, da ein Teil der Ansparsumme für die Risikoabsicherung bestimmt sei und deshalb im Alter nicht mehr zur Verfügung stehe, sagte Kleinlein. „Real, also nach Abzug der Inflation, werden Kunden von Lebensversicherungen bei diesem Zinssatz sogar deutliche Verluste erleiden“, kritisierte er.

Es sei damit zu rechnen, dass die Versicherungsunternehmen die Senkung des Garantiezinses nutzen würden, um ihren Kunden neuartige Garantiemodelle schmackhaft zu machen. Die Branchenriesen Allianz und Ergo etwa böten seit kurzem Lebensversicherungen mit abgespeckten Renditegarantien an. Wer teilweise auf Garantien verzichte, dem würden höhere Zinsen als bei normalen Lebensversicherungsverträgen in Aussicht gestellt, wenn das allgemeine Zinsniveau wieder steige.

Das Bundesfinanzministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, es werde die von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) empfohlene Senkung des Garantiezinses prüfen. Die DAV hatte „vor dem Hintergrund einer unveränderten Niedrigzinsphase“ empfohlen, den Zinssatz 2015 auf 1,25 Prozent zu senken. Derzeit müssen Versicherer bei neuen Verträgen eine Verzinsung von 1,75 Prozent garantieren.

Die Aktuarvereinigung regte außerdem an, die jetzige Empfehlung im Laufe des Jahres erneut zu überprüfen. Grund dafür seien die derzeit schwer abschätzbaren Entwicklungen in der Eurozone. In der DAV sind Versicherungsmathematiker zusammengeschlossen.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×