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06.06.2011

09:19 Uhr

Lebensversicherungen

Kunden fühlen sich schlecht beraten

Tausende Kunden von Lebensversicherern fühlen sich schlecht beraten. Am meisten ärgerte sie rosige Lockangebote, die nicht eingehalten wurden.

Komplexe Lebensversicherung: Ohne gute Beratung ist der Kunde aufgeschmissen. Quelle: dpa

Komplexe Lebensversicherung: Ohne gute Beratung ist der Kunde aufgeschmissen.

MünchenTausende Kunden von Lebensversicherungen fühlen sich schlecht beraten und haben sich darum beim Versicherungs-Ombudsmann Günter Hirsch beschwert. Insgesamt erhielt der Schlichter vergangenes Jahr 12.720 zulässige Beschwerden, 38,5 Prozent betrafen Lebensversicherungen, berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“ einer entsprechenden Vorabmeldung zufolge. Am meisten enttäuschte die Kunden, dass Vertreter ihnen beim Verkauf hohe Summen in Aussicht gestellt hatten, sie aber viel weniger ausgezahlt bekamen, schreibt das Blatt.

Viele beklagten sich auch darüber, dass ihnen eine nicht passende Police vermittelt worden war. Vertreter hatten beispielsweise Riester-Verträge empfohlen, obwohl der Kunde gar nicht förderfähig war. Andere Berater verkauften Rürup-Renten, obwohl der Kunde nicht von den Steuervorteilen profitieren konnte.

Der Versicherungs-Ombudsmann schlichtet kostenlos zwischen Versicherungsunternehmen und ihren Kunden. Seit April 2008 hat der ehemalige Präsident des Bundesgerichtshofs, Hirsch, diesen Posten inne.

Von

dapd

Kommentare (2)

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KLV-Check

06.06.2011, 10:20 Uhr

Soll ich lachen oder weinen? Wie sorglos und unbedarft muss ich als Kunde eigentlich sein, um die unverbindlichen Versprechungen eines Finanz-"Beraters" für bare Münze zu nehmen. Abgesehen davon, dass echte Finanzberater auf Honorarbasis arbeiten und es sich demnach i.d.R. um Finanz-VERKÄUFER handelt. Solange die überwiegende Mehrzahl der deutschen Kunden nicht bereit ist, sich zu informieren und selbst nachzurechnen, solange wird sie ausgenommen werden wie die sprichwörtliche Weihnachtsgans.

proConceptAG

05.07.2011, 12:00 Uhr

Es ist leider immer noch Tatsache, dass bei Beratungen oft hauptsächlich langlaufende Verträge mit hohen Vertriebsprovisionen empfohlen werden und darunter zählen eben auch kapitalbildende Lebensversicherungen. Die Beispielrechnungen über mögliche Renditen sind meist nur Augenwischerei. Die Verträge werden unterschrieben, jahrelang werden monatlich die vereinbarten Raten eingezahlt und später kommt das böse Erwachen: entweder die Beiträge können kaum noch bezahlt werden oder eine größere Anschaffung ist nötig und eine vorzeitige Vertragskündigung ist unausweichlich. Immerhin werden fast drei Viertel aller Lebens- und Rentenversicherungsverträge vorzeitig gekündigt. An genau solchen Werten kann abgelesen werden, dass die Verbraucher wirklich nicht optimal beraten werden, denn bei korrekter Beratung wären die Kündigungen nicht nötig.

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