Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2012

19:02 Uhr

Leergeräumte Bankkonten

Griechen bringen ihr Geld wieder zurück

Viele Milliarden Euro holten griechische Sparer sich vor der Parlamentswahl in Athen von ihren Konten. Nun bringen viele ihr Guthaben wieder zurück. Das Vertrauen hält sich allerdings weiter in Grenzen.

Das Gebäude der griechischen Zentralbank in Athen. Reuters

Das Gebäude der griechischen Zentralbank in Athen.

Athen/BrüsselDie Griechen fassen offenbar wieder Vertrauen in ihre Banken. Nach Angaben des Gouverneurs der griechischen Zentralbank, Giorgos Provopoulos, stiegen nach der Bildung einer neuen Regierung in Athen die Einlagen wieder. Trotzdem rief Provopoulos am Dienstag die Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um das Vertrauen in die Banken weiter zu stärken.

Unter dem Eindruck der politischen Unsicherheit während der beiden Parlamentswahlen hoben die Griechen innerhalb von sechs Wochen Guthaben in Milliardenhöhe ab. Die Einlagen sanken um 8,6 Milliarden Euro auf 157,4 Milliarden Euro im Mai. "Ich hoffe, dass wir es hinbekommen, dass in den kommenden Monaten auch die restlichen Einlagen zurückgebracht werden", sagte Provopoulos. "Das wäre ein großer Erfolg."

Das Vertrauen der Finanzinvestoren in die griechische Zahlungsfähigkeit bleibt allerdings weiter eingeschränkt. Auf dem Geldmarkt konnte sich das Land zwar knapp 1,63 Milliarden Euro besorgen, allerdings musste es dafür unverändert hohe Zinsen zahlen. Die Nachfrage nach Schatzwechseln mit einer Laufzeit von 26 Wochen war hoch, wie die Schuldenagentur PDMA am Dienstag in Athen mitteilte. Die Titel kamen mit einer Durchschnittsrendite von 4,70 Prozent auf den Markt nach 4,73 Prozent im Vormonat. Die Emission war um das 2,16-Fache überzeichnet. Griechenland wollte ursprünglich 1,25 Milliarden Euro bei der Versteigerung einsammeln.

Durch den politischen Stillstand vor, während und nach den Wahlen steht die neue griechische Regierung vor der Aufgabe, ihre Sparprogramme wieder auf Kurs zu bringen. Dafür bat sie Brüssel um eine Nachverhandlung der Bedingungen für die Rettungskredite. Endgültige Entscheidungen zu den künftigen Auflagen für Griechenland könnten jedoch erst getroffen werden, sobald die Buchprüfer der EU-Kommission, Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds ihren Abschlussbericht vorgelegt hätten, erklärte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter am Dienstag in Brüssel. "Da kann man nicht aus der Hüfte schießen, sondern muss erst mal die Fakten evaluieren", sagte sie. Auf dem Treffen der Eurogruppe am Montag sei indes klar gemacht geworden, "dass wir an diesem zweiten Programm, in dem sich Griechenland befindet, festhalten werden".

Im Gegenzug für die Kapitalhilfen der Euro-Partner sollen Griechenlands Spitzenbanker zukünftig nicht mehr allzu üppig entlohnt werden dürfen. Diese Bedingung wollen die Finanzminister des gemeinsamen Währungsraums ins Rettungsprogramm der Hellenen aufnehmen. "Wir haben gestern beispielsweise beim griechischen Memorandum festgelegt, dass Boni überhaupt nicht erlaubt sind", sagte Fekter.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

10.07.2012, 16:06 Uhr

"Griechen bringen ihr Geld wieder zurück"

So ein purer Unsinn, das Gegenteil ist der Fall und setzt in Kleinen bereits auch in Spanien ein neben der Kapitalflucht der Investoren. Ich habe direkt Kontakt und weiss dass es da teilweise in manchen Bereichen noch dramatischer zugeht als man hier offiziel erzählt.

Nix vonwegen die bringen Ihr Geld wieder zur Bank.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×