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22.08.2012

09:59 Uhr

Markus Faulhaber

„Sparer werden mit weniger Zinsen leben müssen“

VonMichael Detering, Kerstin Leitel

Der Chef der Allianz Leben spricht im Interview mit Handelsblatt über den fehlenden Spaßfaktor seiner Produkte, die Kosten eines langen Lebens, Risiken für Versicherte und die Zukunft der Euro-Zone.

Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherungs-AG. Pressefoto Allianz

Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherungs-AG.

Frage: Früher hieß Ihr Werbeslogan „Eine Allianz fürs Leben“. Den Slogan gibt es nicht mehr. Ist ein lebenslanges Produkt in der heutigen Zeit noch aktuell?

Markus Faulhaber: Ja, denn wir haben das Produkt mit Optionen ausgestattet, damit unsere Kunden es an ihre Lebensumstände anpassen können. Dadurch ist und bleibt es sehr aktuell.

Aber viele junge Erwachsene wollen sich nicht langfristig binden. Sie beschäftigen sich lieber mit dem Kauf eines Autos als mit ihrer Altersvorsorge ...

Ein Auto kann man anfassen, und ein Sportwagen verspricht kurzfristig sicher mehr Spaß als ein Sparvertrag über 30 Jahre. Vielleicht erscheint die Lebensversicherung sogar langweilig - aber das soll auch so sein. Der Kunde soll seine Altersvorsorge in guten Händen wissen. Dass man sich langfristig binden muss, ist das Wesen eines Altersvorsorgeproduktes.

Die Lebensversicherung ist also kein altertümliches Produkt, das es so in zehn, zwanzig Jahren nicht mehr geben wird?

Ganz im Gegenteil. Der Bedarf für Altersvorsorge wird in den nächsten Jahren eher zunehmen, und wir haben damit auch einen weiter wachsenden Markt vor uns. Wir müssen aber unsere Hausaufgaben machen, indem wir unsere Produkte weiterhin den Kundenbedürfnissen anpassen.

Ranking der Lebensversicherer nach der Beitragsrendite

Rang 1

Bei Europa beträgt die Beitragsrendite 5 Prozent und die Überschussbeteiligung 4,35 Prozent.

(Quellen: Morgen & Morgen, BVI, Map-Report, Allianz)

Rang 2

Bei Cosmos Direkt beträgt die Beitragsrendite 4,50 Prozent und die Überschussbeteiligung 4,05 Prozent.

Rang 3

Bei Targo beträgt die Beitragsrendite 4,40 Prozent und die Überschussbeteiligung 4,60 Prozent.

Rang 4

Bei Huk beträgt die Beitragsrendite 4,30 Prozent und die Überschussbeteiligung 4 Prozent.

Rang 5

Bei der Öffentlichen Braunschweig beträgt die Beitragsrendite 4,30 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,80 Prozent.

Rang 17

Bei der Allianz beträgt die Beitragsrendite 3,80 Prozent und die Überschussbeteiligung 4 Prozent.

Rang 59

Bei Rheinland beträgt die Beitragsrendite 2,70 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,60 Prozent.

Rang 60

Bei Universa beträgt die Beitragsrendite 2,70 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,50 Prozent.

Rang 61

Bei der Öffentlichen Berlin beträgt die Beitragsrendite 2,70 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,30 Prozent.

Rang 62

Bei der VPV Lebensversicherungs AG beträgt die Beitragsrendite 2,70 Prozent und die Überschussbeteiligung 3,25 Prozent.

Rang 63

Beim Münchener Verein beträgt die Beitragsrendite 2,40 Prozent und die Überschussbeteiligung 3 Prozent.

Die Mehrzahl der Kunden bricht ihre Lebensversicherung vorzeitig verlustbringend ab, eben weil sich ihre Lebensumstände geändert haben. Was tun Sie dagegen?

Das stimmt so nicht: Manche Kunden können aber unerwartet in eine finanzielle Notlage kommen. Sie denken dann über eine vorzeitige Kündigung nach. In einer solchen Situation haben wir einen ganzen Kranz von Möglichkeiten, um ihnen zu helfen, etwa durch die Tolerierung von Beitragslücken mit einer entsprechenden späteren Nachzahlung. Oder wir bieten dem Kunden Policendarlehen an, wenn er schnell mal Geld braucht.

Nutzen die Kunden das? Haben Sie niedrigere Kündigungsquoten als im Branchenschnitt? Jährlich werden rund drei Prozent der Versicherungen gekündigt.

Wir haben eine deutlich niedrigere Quote als der Markt. Sie liegt bei uns bei rund zwei Prozent. Es ist eines unserer Ziele, die Quote niedrig zu halten. Gerade Kündigung in den ersten Jahren bedeutet Verluste für alle - für die Kunden, für die Versicherungsgesellschaft und auch für die Vermittler. Auch bei älteren Verträgen sollte der Kunde, wenn es gar nicht mehr anders geht, lieber seinen Vertrag beitragsfrei stellen, als ihn kündigen.

Kommentare (10)

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BlaBlaBla

22.08.2012, 10:20 Uhr

..meine Glaskugel sagte mir schon seit Anfang 2000, dass dieses Schneeballsystem der Staatsanleihen zerbersten wird.

Dann hoffentlich werden unsere Staatsanwälte endlich tätig werden und diese "Gängster", welche aktuell immer noch diese betrügerischen, kapitalgedeckten Altersvorsorgeprodukte anpreisen und verkaufen, endlich alle dahin stecken wo sie hin gehören! Es dauert nicht mehr lange.

Jeder sollte auf das Geschwätz pfeifen und seine eigene Vorsorge in Sachwerten schaffen (Gold, Silber, Kunst, Aktien, etc..Streunung nicht vergessen!). Und das monatlich...

Account gelöscht!

22.08.2012, 10:20 Uhr

was ist mit der Versteuerung im Alter, was wenn erstmal 150.000 Euro ausgezahlt werden und sich der staat voll bedient.Anteilig Krankenkassenbeiträge abgeführt werden.Das alles von schon versteuerten Geld und eben mit Verzicht auf Luxusgüter. Ich habe bewußt keine LV mehr gemacht.In 30 Jahren, da weiß keiner was bis dahin noch von der Bundesregierung beschloßen wird (evtl 50 %abgabe?)
Dann lieber zu 3% bei Diba, das bringt mehr.

Fabs

22.08.2012, 10:46 Uhr

Oh Gott...dieses lächerliche Geschwätz kann man ja nicht mehr mit anhören. Seit wann muß man bei einer privaten LV, KV-Beiträge zahlen? Und Versteuert wird bei Auszahlung nur der Ertrag und der nur zu 50% (vorausgesetzt 62/12 beachtet). Da kannst Du deine Diba einpacken. Und für was bekommt man bei der Diba 3%? Sinnvoll ist auf jeden Fall ein guter mix der Anlage. Weder alles in Aktien oder Gold oder LV ist gut.

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