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15.10.2012

22:42 Uhr

Medienbericht

Google will auf Herr Kaiser machen

In den USA kauft Google auf Kundenbewertungen spezialisierte Websites und Verlage. In Deutschland könnte der Einstieg in das Geschäft mit Preisvergleichen für Versicherungen bevorstehen.

Google könnte sich in den Markt für Preisvergleichsportale für Versicherungen vorwagen. dapd

Google könnte sich in den Markt für Preisvergleichsportale für Versicherungen vorwagen.

Google führt einem Zeitungsbericht zufolge Gespräche mit deutschen Versicherern über den Aufbau eines Online-Vergleichsportals. Der Internetriese lote aus, ob die Unternehmen ihre Tarife dort listen lassen würden, berichtete die „Financial Times Deutschland“ (Dienstagausgabe) vorab. Google wollte dem Bericht zufolge dazu nicht Stellung nehmen, auch die Versicherer äußerten sich offiziell nicht.

Ein deutschsprachiges Google-Versicherungsportal dürfte den Markt für Onlineversicherer und Vergleichsportale durcheinanderwirbeln. Der Absatz von Autopolicen über Vertreter geht bei den meisten Gesellschaften zurück, Onlineverkäufe legen zu. Dabei wachsen vor allem die Vergleichsportale - darunter Marktführer Check24 und Transparo als Zweiter. Alle Portale kamen 2011 dem Blatt zufolge auf rund 750.000 vermittelte Policen in der Autoversicherung, 2012 dürften sie die Millionengrenze knacken.

In Großbritannien war Google durch den Kauf eines etablierten Anbieters in das Geschäft eingestiegen. Screenshot

In Großbritannien war Google durch den Kauf eines etablierten Anbieters in das Geschäft eingestiegen.

Preisvergleichsportale verdienen mit der Vermittlung von Versicherungsverträgen Geld. Für jeden neuen Vertrag fließt je nach Anbieter ein unterschiedlicher Betrag. Die Verfolgung der Klicks eines Nutzers auf der Seite ermöglicht es zu unterscheiden, von welcher Seite ein Kunde auf das jeweilige Versicherungsangebot gestoßen ist und ob es dann auch tatsächlich zu einem Abschluss kommt.

In Großbritannien hatte der Konzern dem Bericht zufolge für den Einstieg in das Vermittlergeschäft den Weg eines Zukaufs gewählt. Für 38 Millionen Pfund übernahm Google dort im März 2011 das Portal Beatthatquote.com. Auch in den USA hatte Google in den vergangenen Quartalen das Geschäft mit Verbraucherinformationen deutlich ausgebaut. So schluckte der Internetkonzern etwa den in den USA weit verbreiteten Restaurant-Führer Zagat und den Reiseverlag Frommer's.

Für die Versicherer dürfte die Entscheidung nicht leicht fallen, ob sie mit Google kooperieren wollen oder nicht. Zum einen könnten sie etablierte Vermittlungsportale verprellen, sollten sie auf Google setzen. Zum anderen könnte Google im Erfolgsfall aufgrund der Stärke seiner Suchmaschine zum essentiellen Anbieter werden, ohne den die Online-Vermittlung schwierig wird. Einer Studie des IT-Beratungshauses Accenture zufolge nutzen Versicherungskunden zunehmend Internetseiten zum Preisvergleich vor Abschlüssen. Das digitale Pendant des von der Werbung idealisierten Versicherungsvertreters „Herr Kaiser“ wird immer bedeutender.

Kommentare (1)

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Ex-GEN--umor

16.10.2012, 14:48 Uhr

Das ist die neue UNIFORM vom Kaiser! Mit Latrinen-Pickelhaube zum Ausdrücken. Der letzte macht die Zigarette aus.

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