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28.05.2013

18:13 Uhr

Mitgliederansturm

Der unglaubliche Erfolg der Techniker Krankenkasse

VonOliver Stock, Thomas Schmitt

Mehr als 130 Krankenkassen versichern hierzulande rund 70 Millionen Menschen. Viele schrumpfen sich gesund. Doch einem Institut rennen Wechselwillige die Türen ein. Was die Techniker Krankenkasse anders macht.

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DüsseldorfViele Ärzte sind mit den Krankenkassen unzufrieden. Denn mit Privatpatienten verdienen sie wesentlich besser und schneller Geld als mit Kassenkunden. Doch leider gibt es in Deutschland nur rund neun Millionen Vollversicherte in der privaten Krankenversicherung (PKV), während 70 Millionen Menschen gesetzlich versichert sind.

Deshalb würden die Ärzte die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) am liebsten kräftig umbauen. Wie? Das diskutieren sie gerade auf dem Ärztetag. Eine unter den gut 130 Krankenkassen steht bei aller Kritik jedoch auch hier außen vor, weil sie selbst unter Medizinern ziemlich gut angesehen ist: Die Techniker Krankenkasse (TK).

Und das liegt nicht nur am neuen TK-Chef Jens Baas, der die Mediziner mit Blick auf den Ärztetag umgarnt. Er will sich dafür einsetzen, dass die GKV ihre Leistungen besser als heute vergütet. Gutes Geld für Ärzte und gute Leistungen für Kunden, lautet die Zielvorgabe. Passt das zusammen in Zeiten, die künftig eher durch Sparen als durch Ausgeben gekennzeichnet sein dürften?

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Die Menschen im Lande jedenfalls trauen der TK solch einen Spagat offenbar zu. Ausdruck dafür ist eine Mitgliederentwicklung, die viele inzwischen als Phänomen bezeichnen. Mehr als 840.000 neue Kunden hat die Techniker Krankenkasse in den vergangenen zweieinhalb Jahren gewonnen. Eine Traumzahl.

"Wenn unsere Kasse nicht schon Techniker Krankenkasse hieße, müssten wir genau diesen Namen erfinden“, kommentiert Baas gegenüber Handelsblatt Online das Wachstum. „Der Name steht für unsere Tugenden: Verlässlichkeit, Korrektheit und Lösungsorientierung."

Ein solches Sendungsbewusstsein legen nicht alle Kassenchefs an den Tag. Die anderen 133 Krankenkassen im Lande treten dagegen seit Jahren eher auf der Stelle. Viele müssen sich gesund schrumpfen. Auch die private Konkurrenz, die sich als die bessere Alternative für gut verdienende Angestellte fühlt, staunt über die Hamburger. Mehr noch: Der Run auf die zweitgrößte deutsche Krankenkasse scheint ungebremst weiter zu gehen.

Bald dürfte die TK sogar die traditionelle Nummer eins unter den Krankenkassen, die Barmer GEK, überholen. Derzeit betreut die TK 8,4 Millionen Kunden. Bei der Barmer sind es gut 8,6 Millionen. Der Abstand ist zuletzt stetig geschrumpft, weil die Barmer nur relativ wenige Neukunden gewinnt. Die beiden Tanker in der GKV sind alleine fast so stark wie die knapp 50 privaten Krankenversicherer zusammen.

Kommentare (26)

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morbi

28.05.2013, 20:40 Uhr

Das Bundesversicherungsamt hat zugegeben, sich beim Morbi RSA zugunsten u.a. der TK verrechnet zu haben, aber unser lieber Gesundheitsminister hat die rückwirkende Neuberechnung verboten. Das sagt doch alles. Gespannt bin ich, wie es aussieht, wenn die klagenden Krankenkassen ihre Prozesse gewinnen.

morbi_technici

28.05.2013, 21:55 Uhr

Die Techniker hat sich vom Nischenprodukt für Besserverdienende gemausert zum Runprodukt: und was allen passiert, die hohe Ziele haben: Versicherungsrisiken machen sich später bemerkbar: und nicht am Tage des Frohlockens.

Man wünscht der Techniker indes allezeit eine handbreit Wasser unter dem Kiel.

Pendler

28.05.2013, 22:00 Uhr

Ich bin auch seit Jahren bei der Tk. Und muss echt sagen, dass es nichts Besseres gibt, als diese Kasse.

Super Service und sehr moderat bei Rückerstattungen von, eigentlich kostenpflichtigen -, Tropenimpfungen.

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