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01.06.2017

12:16 Uhr

Munich-Re-Tochter

Ergo sieht sich auf gutem Weg

Der Versicherer will in diesem Jahr in die Gewinnzone zurückkehren und zeigt sich zuversichtlich, dies auch zu schaffen. Denn durch die Neuorganisation der Ergo konnten bereits Millionenkosten einspart werden.

Der Versicherer baut zahlreiche Arbeitsplätze ab. dpa

Ergo

Der Versicherer baut zahlreiche Arbeitsplätze ab.

DüsseldorfDie Münchener-Rück-Tochter Ergo sieht sich bei ihrer Neuorganisation auf einem guten Weg. Der im Zuge des Strategieprogramms notwendige Arbeitsplatzabbau von rund 1.800 Stellen sei bereits zu mehr als 50 Prozent realisiert, sagte Konzernchef Markus Rieß am Donnerstag in Düsseldorf. „Bis zum Jahresende werden Netto-Kosteneinsparungen von knapp 100 Millionen Euro erreicht sein.“ Ergo sei gut unterwegs. Der für 2021 angepeilte Gewinnbeitrag von rund 600 Millionen Euro, den die Ergo zum Konzernergebnis beisteuern soll, sei „ultrakonservativ“ gerechnet.

Die Ergo, das Sorgenkind der Münchener-Rück, soll 2017 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Im ersten Quartal schaffte sie es bereits aus der Verlustzone und lieferte einen Gewinn von 91 Millionen Euro ab.

Rieß, seit 2015 Ergo-Chef, hatte dem Versicherer im vergangenen Jahr eine Radikalkur verpasst. Diese sieht neben dem Abbau jeder siebten Stelle unter anderem auch die Abtrennung der klassischen Lebensversicherung vor. Einiges sei bereits geschafft, so Rieß. „Wir haben neue Produkte eingeführt, wir haben echte schöne Anfangserfolge in der Digitalisierung.“ Der Vertrieb, der vom Umbau am meisten betroffen ist, habe dennoch Erfolge erzielt. Wo es allerdings noch hakt, sei in der IT. „Bei der Transformation unserer existierenden IT ist das dickste Brett zu bohren“, erklärte der Manager.

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Der Arbeitnehmervertreter fällt ein Jahr nach dem Start der Restrukturierung ein kritisches Urteil über den Umbau des Versicherers. Im Interview spricht er über die Probleme und warum er keine Aufbruchsstimmung erkennt.

Umbau und Neuausrichtung lässt sich der zweitgrößte deutsche Erstversicherer Einiges kosten: Die Investitionen etwa zur Verbesserung der Abläufe und in die Digitalisierung summieren sich auf eine Milliarde Euro. Das stemme die Ergo alleine ohne Hilfe des Mutterkonzerns, betonte Rieß. Der Vertrieb, der den Außendienst steuert, ist von der Streichung von rund 1300 Stellen mit Abstand am stärksten betroffen. Mit der Neuorganisation soll der bisher weitgehend eigenständige

Vertrieb der sechs Marken zusammengelegt werden. Gleichzeitig werden von den 66 Standorten elf geschlossen. Zu Ergo gehören der Krankenversicherer DKV, der Direktversicherer Ergo Direkt (ehemals Karstadt Quelle Versicherungen), der Rechtsschutzversicherer D.A.S., der Reiseversicherer ERV und die aus Hamburg-Mannheimer und Victoria entstandene Ergo Leben.

Von

rtr

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