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12.06.2014

16:25 Uhr

Nach EZB-Entscheidungen

Tagesgeldsätze tendieren gegen null Prozent

Die Tagesgeldsätze steuern auf ein neues Rekordtief zu, laut Händlern könnte es schon morgen erreicht sein. Außerdem versuchen Banken dem neuen Strafzins zu entgehen und stocken stattdessen das Zentralbankguthaben auf.

Die Tagesgeldsätze sacken immer weiter ab. dpa

Die Tagesgeldsätze sacken immer weiter ab.

FrankfurtDie Tagesgeldsätze im Interbankenhandel geraten nach der Zinssenkung der EZB weiter ins Rutschen. Händler nannten am Donnerstag eine Spanne von null bis 0,02 Prozent nach 0,03 bis 0,05 Prozent am Vortag. Vereinzelt wurden auch Negativsätze bis zu minus 0,02 bis 0,05 Prozent genannt. „Ob dabei aber viel Umsatz ist, weiß ich nicht“, sagte ein Disponent. Der Referenzzins Eonia wurde Händlern zufolge per Vorabend mit 0,060 (Dienstag 0,065) Prozent festgestellt. Damit lag er noch über dem am Montag erreichten Rekordtief von 0,053 Prozent. „Das dürfte aber morgen geknackt werden“, fügte ein anderer Händler hinzu.

Die Banken der Euro-Zone bunkerten derweil weniger Geld in der Einlagefazilität der EZB, was seit Beginn der Mindestreserveperiode am Mittwoch mit einem Minus-Zins von 0,1 Prozent bestraft wird. Die EZB hofft dadurch, die Banken zu einer lebhafteren Kreditvergabe untereinander zu bewegen. Zugleich stieg per Mittwochabend aber das Volumen der Zentralbankguthaben deutlich an. Dies hänge damit zusammen, dass die Geschäftsbanken für Gelder, die sie für die Erfüllung der Mindestreserve bei der EZB benötigen, den Leitzins von 0,15 Prozent bekommen, erläuterte ein Händler.

Allerdings wird alles Geld, was darüber hinaus geht und auf diesem Konto liegt, seit Mittwoch ebenfalls mit einem Strafzins belegt. Im Laufe der Mindestreserveperiode wird dieses Volumen den Händlern zufolge vermutlich abschmelzen.

Von

rtr

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