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12.02.2015

14:17 Uhr

Negativzins für Tagesgeld und Festgeld

Sind bald die deutschen Sparer dran?

Die deutschen Sparer zittern vor Negativzinsen. Die Minuszinsen werden europaweit von Banken eingeführt. Bis jetzt sind Kleinsparer verschont geblieben. Die Frage ist wie lange noch? Das Tool der Woche.

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Strafzins für Sparer: Was nun?

Handelsblatt in 99 Sekunden: Strafzins für Sparer: Was nun?

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DüsseldorfVor einem Negativzins auf Tagesgeld und anderen Bareinlagen fürchten sich zurzeit viele Sparer. Die Angst dürfte sich noch verstärken, nachdem auch in Dänemark die erste Bank einen negativen Einlagezins für bestimmte Privatkunden eingeführt hat. Die dänische Zeitung „Berlingske“ berief sich auf eine E-Mail des Instituts FIH an seine Kunden vom vergangenen Freitag.

Darin informiert das Geldhaus darüber, dass Kunden mit einem bestimmten Tagesgeldkonto ab März 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen müssen. Laut „Berlingske“ betrifft das zwischen 15.000 und 20.000 Kunden. Neben Geschäftskunden sind auch Privatkunden darunter. FIH könnte mit der Maßnahme andere dänische Institute zur Einführung eines Negativzinses ermutigen. Die Nordea-Bank könnte bald folgen und ebenfalls einen Negativzins für die Einlagen privater Sparer einführen.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Nicht nur in Dänemark, sondern auch in Schweiz gibt es seit kurzem einen Negativzins für die Einlagen von Privatkunden. Die Institute in der Schweiz reichen immer häufiger den negativen Einlagezins der Schweizer Nationalbank in Höhe von 0,75 Prozent weiter. Die Nationalbank hatte den Zins eingeführt, um nach der Entkoppelung des Franken vom Euro, die massive Flucht der Anleger in die eidgenössische Währung abzumildern.

Damit soll verhindert werden, dass der Franken zu stark aufwertet. Den Anfang machte das Genfer Institut Lombard Odier, das im Januar 2015 den Strafzins von 0,75 an die Kunden mit einem Bareinlagevermögen ab 100.000 Schweizer Franken weitergab. Lediglich bei Portfolios, deren Verwaltung die Kunden vollständig der Bank übertragen haben, kommt der Minuszins nicht zum Zug.

Dem Institut folgte auch die Großbank UBS. Die UBS belastet allerdings nur die Einlagen von Firmen, institutioneller Kunden und juristischer Körperschaften. Private Sparer bleiben von den Maßnahmen der Bank ausgenommen. Auch Credit Suisse und die Züricher Kantonalbank kündigten Minuszinsen für Großkunden an, welche Kundengruppen es genau betrifft wollten die Institute nicht sagen.

Gestern reihte sich auch der Vermögensverwalter Pictet in die Vergabe von Negativzinsen ein. Der Strafzins von 0,75 Prozent soll ab ersten März auf Franken-Konten in Kraft treten. Doch auch wie bei UBS sind die privaten Kunden des Instituts von dieser Maßnahme nicht betroffen. Sie trifft institutionelle Investoren, Pensionskassen und Firmen mit einem Vermögen ab einer Millionen Franken.

Kommentare (3)

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Herr Max Lührig

12.02.2015, 16:00 Uhr

Wenn Negativzinsen Schule machen, werden die Leute das Geld von der Bank abholen und dann bricht das System endgültig zusammen.

Herr Peter Spiegel

12.02.2015, 18:49 Uhr

Herr Max Lührig@
wer brauch das Geld der Sparer? Das System doch nicht, im Gegenteil die
Leute stören das System.

Herr wulff baer

13.02.2015, 09:25 Uhr

Ich vertraue meiner Bank nur soviel Geld an, wie für die Abdeckung monatlicher Lebenshaltungskosten etc. notwendig sind.
Der Rest wird abgehoben oder in physische Edelmetalle investiert.

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