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19.12.2012

15:42 Uhr

Neues Gesetz

Honorarberater für Geldanlagen werden gestärkt

Die Bundesregierung hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das es Verbrauchern ermöglicht, häufiger auf Honorarberater zu setzen. Es ist eine Alternative zum bisher verbreiteten Provisionsmodell.

Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf, der eine Alternative zum Provisionsmodell darstellt. dapd

Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf, der eine Alternative zum Provisionsmodell darstellt.

BerlinDie Bundesregierung stärkt die Honorarberatung für Geldanlagen. Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf, damit Verbraucher häufiger auf unabhängige Anlageberater setzen können, die mit Kunden ein Honorar vereinbaren statt Provisionen zu kassieren. Damit soll eine Alternative zum bisher verbreiteten Provisionsmodell gesetzlich geregelt werden.

Nach den bereits Anfang November bekanntgewordenen Plänen müssen Honorarberater einen ausreichenden Marktüberblick haben. Sie dürfen nur gegen Honorar Kunden beraten. Der Honorar-Anlageberater darf sich zudem nicht auf eigene Finanzinstrumente oder solche Anlagen beschränken, die von ihm nahestehenden Finanzfirmen angeboten werden.

Die geschützte Bezeichnung des „Honorar-Anlageberaters“ soll im Wertpapierhandelsgesetz sowie des „Honorar-Finanzanlagenberaters“ in der Gewerbeordnung eingeführt werden. Kunden sollen erkennen, ob die Beratung durch Provisionen oder Honorar vergütet wird. Zudem können sich Anleger in einem Register auf der Internetseite der Finanzaufsicht Bafin über Honorar-Anlageberater informieren. Das Gesetz soll Mitte 2014 in Deutschland in Kraft treten.

Als Alternative zu den mächtigen Vertriebsorganisationen, Banken und Versicherern sind provisionsfreie Honorarberater bislang eher die Ausnahme im deutschen Finanzgewerbe. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CDU) erklärte, „Wir (...) schaffen damit den Einstieg in eine Alternativkultur der Anlageberatung.“

SPD-Experte Carsten Sieling nannte die Pläne eine Enttäuschung. „Wird dieser Entwurf Realität, wird die Honorarberatung auch in Zukunft ein Nischendasein fristen müssen.“ Es sei unverständlich, warum die Bundesregierung nicht endlich ein umfassendes und klares Berufsbild der Honorarberatung schafft: wer Provisionen erhält, der vermittelt, wer unabhängig auf Honorarbasis tätig ist, der berät.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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Querbanker

29.04.2013, 18:02 Uhr

Schön und gut. Nur finden Sie in der Regel unter den Anlegern keinen Kunden der für die reine Information bezahlt um diese Information hinterher im Depot umsetzt oder nicht.
Wievil soll den ein Kunde bezahlen der ein Anlagevermögen von 100.000,- Euro hat? 1% pro Jahr = 1000,- Euro? Oder 4% im Jahr also 1.000 Euro pro Quartal? Darf der Berater mit dem Kunden auch über den Versicherungsbereich (optimale Absicherung) reden? Darf er über Kfz-Versicherungen sprechen oder ist jedes Wort schon eine Empfehlung?
Sorry aber der Kunde will anlegen um zu gewinnen, auch wenn er seine Altersvorsorge einsetzt! En Aktienspekulant ist ein Spieler. Bekommt er den sicheren Rat vom Honorarberater sein Kapital als Festgeld von 1,5% im Jahr anzulegen, verklagt er den Berater, weil er in einer Zeitungsanzeige die Anzeige eine Pfeffrrminzbank gelesen hat, die 1,6% bietet. Ausserdem kündigt er den Honorarberatervertrag weil ihm die Kosten für den Honorarberater zum selben Zeitpunkt als zu hoch erscheint. Nicht der Aspekt der Sicherheit wird belohnt, sondern der geringe Ertrag als Schuld des Beraters gewertet.

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