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17.01.2007

12:46 Uhr

Neues Gesetz

Lebensversicherer senken die Verzinsung

Die Reform des Versicherungsvertragsgesetzes stärkt zwar die Rechte der Verbraucher, zahlt sich für die Kunden der Lebensversicherungen aber nicht aus. Einer Studie der Ratingagentur Assekurata zufolge wird die Mehrzahl der Versicherer die Kundengelder künftig tendenziell geringer verzinsen.

lie KÖLN. Der erst am Ende der Laufzeit gezahlte Schlussgewinnanteil dürfte diesen Rückgang der jährlichen Verzinsung nicht auffangen. Denn nur 34 Prozent der 82 von der Kölner Ratingagentur befragten Unternehmen rechnen in diesem zweiten Punkt mit einem Anstieg.

Das neue Versicherungsvertragsgesetz garantiert den Kunden die Beteiligung an stillen Reserven im Kapitalanlagevermögen der Versicherer. Zudem müssen die Versicherer Kunden, die vorzeitig kündigen, einen höheren Rückkaufwert als bisher auszahlen. Zusammen mit den Kosten für die Umsetzung des Gesetzes dürfte dies nach Einschätzung der Versicherer ihre Ertragslage drücken und damit auch den Spielraum für die Verzinsung der Kundenvermögen einschränken. Die Assekurata nimmt die Versicherer gegen Vorwürfe in Schutz, sie beteiligten die Kunden zu wenig an den zurzeit guten Kapitalerträgen. Dass die Versicherer ihre Überschussbeteiligung für 2007 trotz besserer Kapitalmärkte bei rund 4,24 Prozent nur konstant halten, sei „eine ganz faire Situation“, sagte Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will. Der Branchenreport map hatte dagegen kürzlich kritisiert, dass letztlich nur die Aktionäre von der Erholung der Märkte profitierten.

Nach Einschätzung der Assekurata haben sich die Reserven der Versicherer aber trotz der guten Börse kaum verbessert. Zuwächse in den Aktienportfolios seien durch Rückgänge bei den Festverzinslichen aufgezehrt worden, sagte Will. Nach Aussage der Assekurata verdienen die meisten Versicherer an ihren Zinspapieren immer noch kaum mehr, als sie selbst den Kunden mindestens bezahlen müssen. Der Garantiezins, der dem Kunden mindestens gezahlt werden muss, ist zwar jetzt auf 2,25 Prozent abgesenkt worden. Aber das gilt nur für Neuverträge. Die Versicherer müssen daher immer noch fast jeden dritten Vertrag mit vier Prozent verzinsen, weil früher höhere Sätze galten.

Für die Kunden ist wichtig: Alle diese Zinssätze werden nur für das angesammelte Vermögen gezahlt. Weil die Versicherer vorher unterschiedliche Kosten abziehen, bleibt der Markt unübersichtlich und die tatsächliche Rendite ist niedriger, als die veröffentlichten Sätze zeigen.

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