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10.03.2014

11:42 Uhr

Niedrige Zinsen

Regierung will Versicherern helfen

Mit einem Gesetzespaket will die Bundesregierung anscheinend den deutschen Lebensversicherern unter die Arme greifen. Seit Jahren sinken die Zinsen in der Branche – das soll nun gestoppt werden.

Das Gesetz könnte die Verteilung der Gewinne zwischen Aktionären und Kunden der Lebensversicherer zu Gunsten der Kunden ändern. dpa

Das Gesetz könnte die Verteilung der Gewinne zwischen Aktionären und Kunden der Lebensversicherer zu Gunsten der Kunden ändern.

BerlinDie Bundesregierung will das angekündigte Hilfspaket für Lebensversicherer nach Medienberichten „in den nächsten Wochen“ auf den Weg bringen. Die Pläne könnten Versicherte, deren Verträge in diesem Jahr auslaufen oder die kündigen, zusammengerechnet mehr als zwei Milliarden Euro kosten, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ (Montag).

„Sowohl beim Thema Bewertungsreserven als auch beim Garantiezins und einigen anderen Dingen gibt es Änderungsbedarf“, zitiert das Blatt eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums. Laut „Focus“ sollen die Pläne mit dem Verbraucherschutzministerium sowie den Regierungsfraktionen abgestimmt und die Neuregelung noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Die Details sind weiter offen. Bisher liegen nach Koalitionsangaben noch keine Gesetzespläne vor.

Erst kürzlich hatte die Bundesregierung angekündigt, die Vorschläge zur Stabilisierung der unter der Niedrigzinsphase leidenden Lebensversicherer würden im März oder April vorgelegt. Bei dem Hilfspaket geht es grundsätzlich um eine faire Verteilung stiller Reserven der Versicherer zwischen Alt- und Neukunden beziehungsweise auslaufenden und bestehenden Verträgen. Angestrebt werde mehr Generationengerechtigkeit. Die Versicherer müssen sich im Gegenzug für Entlastungen auf strengere Vorgaben und Kontrollen einstellen.

Versicherer sind verpflichtet, Kunden, deren Police ausläuft, an den Bewertungsreserven - also den Kursgewinnen der Kapitalanlagen - zu beteiligen. Bisher werden Kunden bei Kündigung oder regulärem Ablauf ihrer Police zur Hälfte an den Bewertungsreserven beteiligt.

Die sind derzeit besonders hoch, weil hoch verzinste Wertpapiere, die die Unternehmen vor Jahren erworben haben, wegen der extrem niedrigen Zinsen deutlich im Kurs gestiegen sind. Die Versicherer müssen nun immer mehr der hochprozentigen Papiere verkaufen, um Kunden mit auslaufendem Vertrag an den Reserven zu beteiligen.

Bei kleinen Verträgen beläuft sich diese Sonderzahlung nur auf einen dreistelligen Betrag, bei größeren Policen kann die Summe aber auch deutlich höher liegen und bis zu 15 000 Euro erreichen. Den Schaden haben die Versicherten, deren Verträge weiterlaufen. Sie müssen mit weniger Rendite und Reserven-Beteiligung rechnen.

Kommentare (2)

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10.03.2014, 10:58 Uhr

Lebensversicherungen lohnen sich nicht (mehr)!
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Das Gesetz könne Versicherte, deren Verträge in diesem Jahr auslaufen oder die kündigen, insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro kosten.

Somit werden nicht nur Sparer kalt enteignet, sondern auch Versicherte, welche für ihr Alter vorsorgen.
Und die Politik hat das ja immer gefordert!
Am Besten, man gibt sein Geld aus und lebt dann von Hartz IV.

Account gelöscht!

10.03.2014, 11:57 Uhr

Die Versicherungs-Lobby hat sich mal wieder erfolgreich bei den Berliner Politikern durchgesetzt. Wer glaubt, es komme zu mehr Verteilungsgerechtigkeit bei den Bewertungsreseven, der wir in Zukunft bitter enttäuscht werden. Jahrzehnte lang erzählt man den Menschen sie müssten mehr für die private Altersvorsorge tun und kurz vor dem Ziel sorgt die Berliner Politik für neue Milliarden-Profite für die Versicherungskonzerne zu Lasten der Verbraucher. Ein Skandal, dass auch bereits zugeteilte Anteile an den Bewertungsreserven rückwirkend gestrichen werden. Was ist der Vertrauensschutz da noch wert?

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