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02.09.2015

14:41 Uhr

Opel, VW, Audi, Renault

Autobanken werden zum Renner für Anleger

VonJens Hagen

Jetzt gibt es bei Opel auch Tages-und Festgelder. Die anderen Institute der Hersteller ziehen nach und halten mit Kampfkonditionen dagegen. Lohnt jetzt der Wechsel der Hausbank?

Bei den Autobanken herrschen Kampfkonditionen beim Tagesgeld. IMAGO

Autobanken

Bei den Autobanken herrschen Kampfkonditionen beim Tagesgeld.

Wer Opel fährt, gilt gemeinhin als etwas angestaubt. Auch wenn die Modelle Adam, Ampera oder Astra wahrscheinlich schicke Fahrzeuge für Berufseinsteiger und junge Familien sein mögen, denken viele Autofans bei der Marke wohl doch eher noch an den alten Admiral, eine angesagte Familienkutsche aus den 60èr Jahren.

Eine Imagekampagne soll das ändern. Per Internet-App können Autobesitzer neuerdings ihr Fahrzeug vermieten, an die „Car Sharing Community powered by Opel“. Und die Zeitenwende beim deutschen Traditionshersteller macht auch vor der Opel-Bank nicht halt.

Seit gestern bietet der Finanzdienstleister der deutschen Traditionsmarke auch Zinskonten an. „Unser Ziel ist es, dass jeder Opel-Käufer auch Kunde der Opel-Bank wird,“ erklärt Opel-Group-Finanzchef Michael Lohscheller. Die Bank soll dabei helfen, Marktanteile und Profitabilität beim Autobauer zu erhöhen.

Deshalb bietet das Institut unter dem Slogan „Ob kurz oder lang, Sie parken Ihr Geld stets richtig bei der Opel-Bank“ Tagesgelder zu einem Zinssatz von 1,05 Prozent. Das reine Online-Angebot gilt für Bestands- und Neukunden, es gilt die deutsche Einlagensicherung für Beträge bis zu 100.000 Euro. Angesichts des Werbegetöses fragen sich viele Sparer jetzt: Soll ich meine Bank jetzt wechseln?

Wenn die Bank pleitegeht

Europäische Regelung

Tages- oder Festgeld gilt als sichere Anlage. Doch was passiert, wenn eine Bank pleitegeht? In der gesamten Europäischen Union gilt ein gesetzlicher Entschädigungsanspruch von 100.000 Euro pro Anleger.

Deutschland

In Deutschland gibt es darüber hinaus freiwillige Einlagenschutzsysteme, die noch größere Entschädigungssummen versprechen. Darauf gibt es aber keinen Rechtsanspruch.

Alternative Regelungen

Bankkunden sollten vorab prüfen, bei welchem Einlagensicherungssystem ein Institut überhaupt registriert ist. Denn es gibt einige Banken, die sich dem Einlagensicherungsfonds anderer Länder angeschlossen haben. Die Bigbank gehört zum Beispiel dem estnischen Einlagenschutzfonds an, die IW Bank, eine Tochter der Ubi Banca, ist dem italienischen Fonds angeschlossen. Die VTB Direktbank – nicht zu verwechseln mit der VTB Bank Deutschland – ist Österreichs Einlagensicherungssystem angegliedert.

Risiken

Solche Aspekte sind wichtiger geworden, seit wegen der Staatsschuldenkrise die Zahlungsfähigkeit ganzer EU-Staaten angezweifelt wird. Denn es gibt kaum einen Einlagensicherungsfonds, der die Pleite einer großen Bank ohne Staatshilfe überstehen könnte. Selbst der Einlagensicherungsfonds der deutschen privaten Banken benötigte öffentliche Gelder, als die Deutschland-Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 Insolvenz anmeldete. „Deshalb ist die Frage wichtig, ob der jeweilige Staat finanzkräftig genug ist, um notfalls für das Einlagensicherungssystem einzustehen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Aus diesem Grund arbeitet Brüssel an einem EU-weiten Sicherungsfonds.

Auf Nummer Sicher

Der Verbraucherschützer rät Anlegern deshalb, darauf zu achten, dass eine Bank den Schutz der deutschen Einlagensicherung anbietet: „Die implizite Staatsgarantie Deutschlands ist höher zu bewerten als die von vielen anderen europäischen Staaten.“ Eine neue Richtlinie der EU sieht vor, dass in Sicherungsfälle im EU-Ausland künftig in der Sprache des Sparerlandes abgewickelt werden. Dafür sollen obligatorische Kooperationsvereinbarungen zwischen den Sicherungssystemen sorgen.



„Wir würden das Angebot in der oberen Mittelklasse einordnen“, erklärt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. Bei den Offerten mit deutscher Einlagensicherung belegt die Opelbank in den Vergleichen mit einem Zins von 1,05 Prozent zwar Platz 1. Allerdings bieten die Konkurrenten Audi- und Volkswagenbank sowie 1822 direkt und der Online-Marktführer ING-DiBa derzeit nur 0,05 Prozentpunkte weniger.

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