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21.03.2014

06:20 Uhr

Private Haftpflicht

Gefährlicher Leichtsinn

VonThomas Schmitt

Die Private Haftpflicht braucht jeder, doch viele verzichten darauf. Dabei ist der Beitrag niedrig, der Schutz aber hoch. Warum sich die Versicherung lohnt, worauf man achten sollte und wo es günstige Policen gibt. 

"Ohne Haftpflicht sollte man nicht aus dem Haus gehen." So wirbt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) auf seinem Online-Portal für die Private Haftpflicht. Fotoquelle: Screenshot der GDV-Internetseite

"Ohne Haftpflicht sollte man nicht aus dem Haus gehen." So wirbt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) auf seinem Online-Portal für die Private Haftpflicht.

Fotoquelle: Screenshot der GDV-Internetseite

DüsseldorfManchmal können die Versicherer ihren Kunden ja richtig Angst einjagen. So stellt der Branchenverband  GDV heraus: „Ohne Haftpflicht sollte man nicht aus dem Haus gehen.“ An den Rat halten sich viele Deutsche allerdings nicht. Rund 30 Prozent aller Haushalte verzichten laut Umfragen auf diese Absicherung. 

Das ist gefährlich. Schließlich kann jeden Tag viel passieren. Mit dem Fahrrad könnte man einen Fußgänger verletzen. Oder vielleicht die teure Vase der Nachbarin umstoßen. Oder ein Glas Wasser über den nagelneuen Laptop des Freundes schütten. Wer da mit ein paar Hundert Euro Schadenersatz wegkommt, hat Glück. In Extremfällen kann es richtig teuer werden. 

„Ohne private Haftpflichtversicherung kann eine kleine Unachtsamkeit in den finanziellen Ruin führen“, warnen daher die Verbraucherschützer von der Zeitschrift „Finanztest“. Solch eine Police empfehlen Experten daher einhellig. Selbst für Versicherungsmuffel empfiehlt sich der Abschluss.  Allerdings nicht wahllos.

 

Private Haftpflicht: Günstige Versicherungen für Familien

Beispielfall

Mann, 40 Jahre (01.06.1973) und Ehepartner (40 Jahre) sowie 2 Kinder, mindestens fünf Millionen Euro Deckungssumme, keine Selbstbeteiligung, mit Forderungsausfalldeckung, wenn möglich mit Gefälligkeitsschäden, jährliche Zahlweise, deliktunfähige Kinder mitversichert, Schlüsselschäden mindestens 5000 Euro

Quelle: Check24

Sparpotenzial

Die teuerste Versicherung im Vergleich kostete gut 140 Euro Jahresbeitrag. Die günstigste liegt dagegen nur bei gut 50 Euro. Im Extremfall können Verbraucher also mehr als 90 Euro beim günstigsten Anbieter sparen .

Platz 1

Ideal Versicherung
Tarif: Klassik
Deckungssumme: 10.000.000 Euro
Prämie: 54,50 Euro
Besonderheiten: keine Gefälligkeitsschäden

Platz 2

WGV Himmelblau
Tarif: Privathaftpflicht
Deckungssumme: 5.000.000 Euro
Prämie: 54,70 Euro
Besonderheiten: Selbstbeteiligung bei Schlüsselschäden

Platz 3

NV
Tarif: PrivatSpar 4.0
Deckungssumme: 5.000.000 Euro
Prämie: 54,74 Euro
Besonderheiten: keine Gefälligkeitsschäden

Platz 4

Ammerländer
Tarif: Economic
Deckungssumme: 7.500.000 Euro
Prämie: 54,74 Euro
Besonderheiten: Selbstbeteiligung bei Schlüsselschäden, keine Gefälligkeitsschäden

Platz 5

Schleswiger
Tarif: Plus
Deckungssumme: 5.000.000 Euro
Prämie: 56,68 Euro
Besonderheiten: Selbstbeteiligung bei deliktunfähigen Kindern

Wichtig ist es, auf die Bedingungen zu achten. Kinder, ein Öltank oder eine Solaranlage können die nötige Absicherung stark beeinflussen. Und selbst wenn sich nichts an den Lebensumständen geändert hat, lohnt es sich, den alten Vertrag zu überprüfen. Denn moderne Policen berücksichtigen womöglich mehr als alte. 

Grundsätzlich übernimmt die Haftpflicht bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme die Kosten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden im privaten Bereich, erläutert der Bund der Versicherten. Ein weiterer Vorteil ist, dass Kunden sich nicht mit den Forderungen der Geschädigten auseinandersetzen oder Anwälte einschalten müssen. Das übernimmt die Versicherung. 

Die Beiträge für die private Haftpflicht sind nicht besonders hoch. Im Schnitt kostet eine Police 60 Euro im Jahr, stellt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fest. Die Unterschiede können dabei relativ groß sein – und das bei gleicher Leistung. Preisvergleiche lohnen sich also, doch bei dieser Versicherung sollten Kunden erst in zweiter Linie auf den Prämienbetrag achten.

 

 

Kommentare (7)

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21.03.2014, 09:41 Uhr

Liebes Handelsblatt-Team, vielen Dank für den tollen Beitrag. Wenn ich daran denke, dass 30 Prozent keine Private Haftpflichtversicherung haben, finde ich das persönlich nicht lustig. Wenn mich jemand fragt, empfehle ich ihm/ihr nicht eine solche Versicherung abzuschließen, sondern setze das als gegeben voraus. Da gibt es keine Diskussion. Wer nicht mehr mitversichert ist, sollte eine eigene PHV haben. Dennoch will ich an einem Punkt nachfragen: Sie machen eine Rangliste von Versicherungen mit der Quelle CHECK24. Das finde ich sehr bedenklich, denn eine unabhängige Analyse erhalten Sie NATÜRLICH NICHT! Dem unbedarften Leser müsste allerdings so erscheinen. Für mich würde qualitativ hochwertiger Journalismus anders aussehen, platter PR-Journalismus genau so. Wo sind Direktversicherer in ihrer Analyse, wo ist die Unabhängigkeit? Über ein Feedback in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen. Freundliche Grüße, _cw_

Account gelöscht!

21.03.2014, 10:04 Uhr

Liebe Leser, sicher ist die Haftpflichtversicherung DIE elementare Versicherung für JEDEN! Wichtig ist die richtige Wahl des Versicherungsumfanges. In diesem Bericht wird ja auch viele Bereiche hingewiesen. Z.B. Deliktunfähige Kinder - oder Gefälligkeitsschäden - oder Schlüsselschäden (privat doier Firme!) Angenommen Sie verlieren den Schlüssel Ihrer Firma - wer zahlt die Austauschlosten ALLER Schlösser? es gibt SEHR viele Bereiche die es VOR Abschluss zu vergleichen gilt - und eine GUTEN, umfassenden Schutz erhalten Sie NICHT für die plakativen 50 € - gehen Sie deshalb KEIN Risiko ein - vergleichen Sie oder fragen einen Versicherungsberater oder Makler. Den die haften für ihre Empfehlung und kennen die Bedingungen - im Gegensatz zu den Journalisten oder Verbraucherschützern!
Sparen ist wichtig und sinnvoll - am richtigen Platz!
viele Grüße und gute Beratung wünsche ich Ihnen ! cllonps

Account gelöscht!

21.03.2014, 10:54 Uhr

was mich sehr verduzt, ist, das Michel es scheinbar für normal hält, dass man in DE 500,- für einen autospiegel bezahlen kann.

Sehr seltsam. Hat der spiegel eine goldauflage?

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