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15.10.2012

17:04 Uhr

Private Haftpflicht

Wer den Schaden hat ...

VonJens Hagen

Nicht immer können Verursacher eine Unfalls den Schaden zahlen. Dann muss der Betroffene die Kosten selbst tragen: Wie sich existenzbedrohende Risiken absichern lassen und welche Privathaftpflicht-Tarife etwas taugen.

Models beim Job: Wer andere schädigt, muss dafür aufkommen. Eine Private-Haftpflicht-Police springt bei solchen Missgeschicken ein. dpa

Models beim Job: Wer andere schädigt, muss dafür aufkommen. Eine Private-Haftpflicht-Police springt bei solchen Missgeschicken ein.

DüsseldorfWenn ein schlimmer Unfall passiert, ist auf einmal nichts mehr so wie es war. Etwa nach einer schweren Kollision von Fahrradfahrern und Fußgängern. „In solchen Fällen sind schwere Verletzungen an Kopf, Wirbelsäule oder Bewegungsapparat durchaus keine Seltenheit“, sagt Dominik Moers, Arzt mit Praxis in Köln-Porz. Den Opfern droht dann Invalidität. Zu allem Überfluss bleiben viele Opfer auf den Kosten von Jobverlust, Behandlungen und Wohnungsumbau sitzen.

Denn nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft besitzt knapp ein Drittel der Deutschen keine Privathaftpflichtpolice. Und nicht alle Versicherer bieten in der privaten Haftpflicht dem Versicherten einen Schutz für Schäden an, den ein Dritter anrichtet und nicht begleichen kann. „Obwohl die Musterbedingungen des Branchenverbandes eine Forderungsausfalldeckung vorsehen bieten nicht alle Gesellschaften einen solchen Schutz“, sagt „Stephan Schinnenburg, Geschäftsführer von Morgen & Morgen. Der Abschluss einer Police mit diesem Zusatz ist aber besonders wichtig.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft besitzt knapp ein Drittel der Deutschen keine Privathaftpflichtpolice. Bei Wohnungsbränden oder schweren Verletzungen können die Schäden schnell im sechs- bis siebenstelligem Bereich liegen. „Dann droht dem Versicherten ohne Police die Privatinsolvenz“, sagt Schinnenburg. Und das Opfer bleibt auf den Schäden sitzen.

Ein Vergleich von Morgen & Morgen für Handelsblatt Online zeigt: Policen, die eine Ausfalldeckung beinhalten, gibt es schon für rund 70 Euro im Jahr. Empfehlenswerte Versicherungen bieten mindestens eine Deckungssumme für Personen- und Sachschäden in Höhe von zehn Millionen Euro. Der günstigste Tarif im Vergleich übernimmt auch Forderungsausfälle im Cent-Bereich. Andere Anbieter leisten erst ab Mindestschadensummen von 250 Euro bis 500 Euro.

Da bei hohen Schäden die eigene Existenz bedroht ist, sollte jeder eine private Haftpflichtpolice abschließen. „Da die Beiträge sehr günstig sind, sollten Kunden nicht an den Leistungen sparen“, sagt Jürgen Karpf, Versicherungsberater bei River Consulting. Neben Personen und Sachschäden in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro decken leistungsstarke Policen auch Vermögensschäden in Höhe von mindestens 100.000 Euro ab.

Von Vorteil ist auch ein Einschluss der Schäden, die minderjährige Kinder verursachen. Der Grund: Für Schäden, die Kinder unter sieben Jahren anrichten, kommt die Privathaftpflicht der Eltern ansonsten nicht auf. Kinder sind zwar über die Privathaftpflicht der Eltern automatisch mitversichert. Doch nach Vorgabe des  Bürgerlichen Gesetzbuches sind sie „deliktunfähig“ und können für Schäden, die sie anderen zufügen, nicht haftbar gemacht werden. Im Straßenverkehr gilt das sogar bis zum zehnten Geburtstag.

Kommentare (10)

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KaburKabari

15.10.2012, 20:03 Uhr

In Anbetracht der Tatsache, dass Deutschland im Jahre 2012 nichts anderes mehr repräsentiert als eine krude Gangster-, Ganoven- und Banditengesellschaft, wenn wir einmal die real-existierende Unredlichkeit, Hinterhältigkeit und faktische Erpressung qua exemplarischer Hinhaltetechniken und -methoden durch die Versicherungswirtschaft auf breitester Front anschauen, dann entbehrt dieser Beitrag doch ganz massiv jeder Glaubwürdigkeit.

Die heutige Wirtschaftsmaxime lautet: Plündere den wirtschaftlich Schwächeren mit allen verfügbaren Methoden einschließlich des faktischen Ignorierens von einschlägigen Gerichtsurteilen unter der aktiven und legislativen Begünstigung seitens der einschlägig bekannten Klientel- und Lobbyistenpolitiker des Bundestages und der Länderparlamente. Dass wir hier einer breiten Phalanx von systemischen Handlangern und Helfershelfern des bekannten Wohlfühllobbysystems der deutschen Wirtschaft und Politik gegenüber stehen, sollte jedem Wähler die Überlegung zweckmässig erscheinen lassen, die Wahl der Piratenpartei ernsthaft zu prüfen und zu überlegen.

Wahlalternative2013

15.10.2012, 21:34 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion entfernt +++

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Haben_Sie_keinen_Scham

15.10.2012, 21:54 Uhr

@HB-Redaktion

Das darf doch nicht sein. Schamlose Werbung ist doch eindeutig SPAM. Weg mit diesen Kommentare!

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