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15.09.2015

13:04 Uhr

Private Unfallversicherungen

Blick ins Kleingedruckte

Deutsche Versicherungskonzerne verdienen mit privaten Unfallversicherungen gutes Geld. Dabei decken sie kein existenzielles Risiko ab. Experten raten dazu, die Verträge genau zu überprüfen.

Wer eine Unfallversicherung besitzt, erhält gegebenenfalls eine Entschädigung – wenn der Vertrag den Fall abdeckt. imago/GlobalImagensImago

Notfallpatient im Krankenhaus

Wer eine Unfallversicherung besitzt, erhält gegebenenfalls eine Entschädigung – wenn der Vertrag den Fall abdeckt.

BerlinDie Leistungen von privaten Unfallversicherungen unterscheiden sich erheblich. Zudem seien Verbraucher durch bestehende Policen zum Teil unterversichert, weshalb Alt-Verträge überprüft werden sollten, rät die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „Finanztest“ (Oktoberausgabe). Wer zum Beispiel durch einen Unfall die Funktionsfähigkeit seiner Hand verliert, kann von der einen Unfallversicherung im Test 100.000 Euro Entschädigung erhalten – von einer anderen hingegen 500.000 Euro. Die Tester bewerteten insgesamt 124 Angebote von Unfallversicherern.

Eine „gute“ Unfallversicherung gibt es bereits ab 117 Euro im Jahr, für eine „sehr gute“ zahlen Verbraucher ab 192 Euro aufwärts, sofern sie nicht in einem gefährlichen Beruf arbeiten. Verbraucher sollten auch auf andere Klauseln in den Versicherungsbedingungen achten, etwa zu Vorerkrankungen oder Bergungskosten bei einem Freizeitunfall.

So sparen die Deutschen

Der Durchschnitt

Ich spare regelmäßig: 64 Prozent
gelegentlich: 26 Prozent
gar nicht: 9 Prozent
keine Angabe: 1 Prozent
Quelle: Forsa-Umfrage „Sparerkompass 2015“

Nach Geschlecht

Regelmäßige Sparer:

Männer: 65 Prozent
Frauen: 62 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Männer: 22 Prozent
Frauen: 30 Prozent

Nicht-Sparer:
Männer: 11 Prozent
Frauen: 7 Prozent

Nach Alter

Regelmäßige Sparer:

18-29 Jahre: 63 Prozent
30-39 Jahre: 68 Prozent
40-49 Jahre: 62 Prozent
50-59 Jahre: 62 Prozent
60-69 Jahre: 65 Prozent

Nach Familienstand

Regelmäßige Sparer:
Mit einem Partner lebend: 68 Prozent
Allein lebend: 56 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Mit einem Partner lebend: 24 Prozent
Allein lebend: 31 Prozent

Nicht-Sparer:
Mit einem Partner lebend: 8 Prozent
Allein lebend: 11 Prozent

Nach Erwerbstätigkeit

Regelmäßige Sparer:
Erwerbstätig: 68 Prozent
Arbeiter: 66 Prozent
Angestellte: 71 Prozent
Beamte: 69 Prozent
Selbständig: 74 Prozent
Nicht erwerbstätig: 57 Prozent
Hausfrau: 65 Prozent
Rentner: 73 Prozent
Schüler/Student: 42 Prozent
Arbeitslos: 16 Prozent

Nach Ortsgröße

Regelmäßige Sparer:
Unter 20.000 Einwohner: 67 Prozent
20.000 bis 100.000 Einwohner: 64 Prozent
100.000 bis 500.000 Einwohner: 71 Prozent
500.000 Einwohner und mehr: 50 Prozent

Nach Bundesländern

Regelmäßige Sparer:
Berlin: 45 Prozent
Sachsen: 47 Prozent
Brandenburg: 53 Prozent
Niedersachsen: 53 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern: 56 Prozent
Hamburg: 61 Prozent
Schleswig-Holstein: 61 Prozent
Saarland: 65 Prozent
Sachsen-Anhalt: 66 Prozent
Baden-Württemberg: 66 Prozent
Hessen: 67 Prozent
Thüringen: 67 Prozent
Bremen: 68 Prozent
NRW: 68 Prozent
Rheinland-Pfalz: 68 Prozent
Bayern: 74 Prozent

Nach Summen

So viel spart der Durchschnittsdeutsche pro Monat:
Weniger als 50 Euro: 10 Prozent
50 bis unter 100 Euro: 22 Prozent
100 bis unter 200 Euro: 25 Prozent
200 bis unter 300 Euro: 15 Prozent
300 bis unter 400 Euro: 9 Prozent
400 bis unter 500 Euro: 5 Prozent
500 Euro und mehr: 10 Prozent

Eine Unfallversicherung ist wichtig für die Absicherung im Fall einer dauerhaften gesundheitlichen Schädigung. Die tritt zum Beispiel ein, wenn nach einem Trümmerbruch das Sprunggelenk versteift werden muss oder wenn jemand nach einem Hirntrauma gelähmt ist. Wenn die Leistung hoch genug ist, können Verletzte nach einem Unfall nicht nur zusätzliche Physiotherapie oder eine Haushaltshilfe bezahlen. Sie haben auch langfristig ein Finanzpolster, zum Beispiel, wenn sie nicht mehr Vollzeit arbeiten können.

Wer sich für den Fall absichern will, dass er nicht mehr arbeiten kann, ist bei der Unfallversicherung dagegen falsch. Dafür ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung die erste Wahl. Eine Unfallversicherung zahlt allerdings auch bei Arbeitsunfällen, deshalb sind die Policen für Menschen mit gefährlichen Berufen höher.

Jeder Versicherer regelt es anders, welche Berufe er zur hohen Gefahrengruppe zählt oder sogar ganz ablehnt. Ein Vergleich der Angebote ist daher in jedem Fall ratsam. Ohnehin rät die Stiftung Warentest Verbrauchern, die bereits eine Unfallversicherung haben, zu prüfen, ob dies im Ernstfall genug leistet.

Oft lohne es sich, den Anbieter oder den Tarif zu wechseln. Wer für die ganze Familie eine Unfallversicherung abschließen will, sollte nach einem Familienrabatt fragen. Bei zahlreichen Versicherern sind zehn bis 15 Prozent Nachlass drin, wenn sich mehrere versichern.

Von

afp

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