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23.10.2011

09:49 Uhr

Private Vorsorge

Die Altersvorsorge steckt in der Krise

VonFrank Matthias Drost, Ina Karabasz

Die Bundesbürger zeigen sich nachhaltig von den Finanzmarktkrisen verunsichert - obwohl die wirtschaftliche Entwicklung gut ist. Das macht sich auch in der Altersvorsorge bemerkbar.

Immer weniger Deutsche sind bereit, privat für das Alter vorzusorgen. dpa

Immer weniger Deutsche sind bereit, privat für das Alter vorzusorgen.

Berlin/FrankfurtDie europäische Schuldenkrise wirkt sich verheerend auf die Altersvorsorgepläne der jungen Berufstätigen in Deutschland aus. Rund die Hälfte der Berufstätigen unter 30 Jahren will nicht mehr in den Ausbau der Altersvorsorge investieren. Das ist gleichzeitig der niedrigste Wert, den die gestern präsentierte Postbank-Studie seit 2003 verzeichnet hat.

Die Studie, die in Kooperation mit dem Allensbach-Institut erstellt wurde, gilt als repräsentativ. Über alle Altersstufen betrachtet fragt sich jeder zweite Berufstätige derzeit, „welche private Anlageform überhaupt noch sinnvoll ist“, so der Postbank-Privatkundenvorstand Michael Meyer gestern in Berlin.

Dabei ist der Bedarf offensichtlich. Denn nur ein Drittel der Deutschen hält die eigene Vorsorgesituation noch für ausreichend, jeder fünfte Berufstätige ab 50 glaubt, den Lebensunterhalt im Alter nicht aus eigener Kraft bestreiten zu können.

Diese Kluft zwischen Bedarf und tatsächlichen Vorsorgeanstrengungen erklärt die Studie mit einem herben Vertrauensverlust, der seit der Finanzmarktkrise 2008 entstanden ist und mit der Staatsschuldenkrise der Euro-Staaten ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

In der Politik streitet man sich über mögliche Konsequenzen. „Es wäre falsch, wenn junge Menschen jetzt die eigenen Vorsorgeaktivitäten einstellen würden“, warnt der sozialpolitische Sprecher der FDP, Heinrich Kolb.

Kommentare (16)

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RBern

23.10.2011, 14:29 Uhr

Eine rationale Verhaltensweise der Bevölkerung - nicht nur der jüngeren - kann man auch durch noch so viel Blödsinn seitens des Staates nicht verändern.
Wir haben in Deutschland hervorragende Altersicherungssysteme, beispielsweise die Alters-Versorgung der Abgeordneten und die der Beamten, an diesen
Systemen muss man sich messen. Bei den genannten Versorgungseinrichtungen müssen die Betroffenen keine Beträge leisten und erhalten im Leistungsfall
ein vielfaches der Altersbezüge der Beitragszahler, die in die gesetzliche RV einzahlen, einschließlich Riesterverträgen. In diese Richtung muss man schauen,
nicht versuchen mit monatlichen Sparbeiträgen, im Alter vielleicht noch 78,86 @ zusätzlich zu bekommen.
Die eigene selbstgenutzte Immobilie wurde als Absicherung schon genannt. Es fehlt noch ein Lager mit gutem, französischen Rotwein in der eigenen Immobilie. Auf eine lange Lagerfähigkeit muss natürlich geachtet werden. Denn hier handelt es sich um einen Genuss-Sachwert, der nicht nur selbst verzehrt, sondern auch in Krisenzeiten für Tauschgeschäfte eingesetzt werden kann.

Account gelöscht!

23.10.2011, 15:30 Uhr

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Will immer noch keiner über Stagflation sprechen ?
Würde in diesem Zusammenhang besonders passen.

Wer wollte auch denn ? Denn über Stagflation sprechen bedeutet über das Ende des kapitalistischen Westens zu sprechen. Und wer möchte auch noch das Ende herbeireden?
Viele verstehen nicht, daß über etwas zu sprechen nur ein Neuanfang möglich machen kann.
Deshalb, macht so weiter, je weniger ihr darüber redet, umso gründlicher gestaltet ihr euer Ende.

Diesem Westen (ehemalige Europäer) war nicht mehr zu helfen, als man mit der Dampfmaschine über die Prärie fuhr und nebenbei die störenden Ureinwohner beseitigte. Es war eine schöner und kurzer Trip in das Paradies. Der Malorca Urlaub ist jetzt rum, jetzt müßt ihr wieder malochen, auch andere Dinge müßt ihr wieder neu erlernen. Wollen wir lieber nicht damit anfangen, denn wo Anfangen wo aufhören ?

Deshalb, lasst euch Zeit und genießt mit Muse.
.

Stony

23.10.2011, 16:09 Uhr

Die Ergebnisse können nun wirklich nicht überraschen, und wenn doch, dann ist das nacktes Pharisäertum!
Die gesamte sogenannte Private Altersvorsorge ist doch nichts anderes als ein gigantisches Gewinnmaximierungsprogramm für den Versicherung- und Bankensektor. Wenn das ganze Geld, das der Staat an direkten und indirekten Zuschüssen für die private AV ausgibt, in die gesetzliche Rentenversicherung gesteckt würde, wären die Renten sicherlich genau so hoch wie die nach der Absenkung - aufgestockt dann durch "Riester".

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