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15.03.2013

14:30 Uhr

Privater Konsum

Deutsche geben ein Viertel fürs Wohnen aus

Ein Viertel des Konsums floss in private Wohnnebenkosten. Das Verfügbare Einkommen stieg insgesamt um knapp acht Prozent. Besonders gesunken sind die Ausgaben für Tabak, Zeitungen, Bücher und Schuhe.

Wie einrichten? Immer mehr Geld fließt in die Inneneinrichtung. dpa

Wie einrichten? Immer mehr Geld fließt in die Inneneinrichtung.

WiesbadenDie Menschen in Deutschland geben einen immer größeren Teil ihrer Konsumausgaben fürs Wohnen aus. 2012 floss fast ein Viertel des privaten Konsums in Wohn- und Wohnnebenkosten, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Die Ausgaben in diesem Bereich seien seit dem Jahr 2000 um 9,4 Prozent gestiegen - während sich die privaten Konsumausgaben in Deutschland insgesamt in diesem Zeitraum preisbereinigt nur um 7,2 Prozent erhöhten.

Das verfügbare Einkommen stieg in dieser Zeit real um 7,9 Prozent. Weitere große Kostenblöcke waren 2012 der Verkehr mit einem Anteil von 14,0 Prozent an den Konsumausgaben sowie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (11,6 Prozent).

Noch kräftiger als fürs Wohnen erhöhten die Menschen in Deutschland seit der Jahrtausendwende ihre Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung und Kultur: Dieser Bereich war ihnen im vergangenen Jahr 19,2 Prozent mehr wert als zwölf Jahre zuvor.

So viel geben die Deutschen für Miete aus

Hamburg

2008: 19,6 Prozent*
2009: 20,5 Prozent
2010: 20,1 Prozent
2011: 20,7 Prozent
2012: 21,7 Prozent

* Anteil des Nettoeinkommens, der für Miete inklusive Nebenkosten aufgewendet werden muss.

Quelle: IVD / Statistisches Bundesamt

Hannover

2008: 17,1 Prozent
2009: 17,7 Prozent
2010: 18,0 Prozent
2011: 18,8 Prozent
2012: 20,0 Prozent

Düsseldorf

2008: 17,9 Prozent
2009: 17,9 Prozent
2010: 18,4 Prozent
2011: 19,0 Prozent
2012: 19,0 Prozent

Köln

2008: 20,1 Prozent
2009: 20,1 Prozent
2010: 19,5 Prozent
2011: 20,1 Prozent
2012: 20,3 Prozent

Dortmund

2008: 16,9 Prozent
2009: 16,9 Prozent
2010: 16,7 Prozent
2011: 16,8 Prozent
2012: 16,9 Prozent

Frankfurt

2008: 21,1 Prozent
2009: 21,1 Prozent
2010: 21,0 Prozent
2011: 21,1 Prozent
2012: 21,9 Prozent

Stuttgart

2008: 21,5 Prozent
2009: 21,5 Prozent
2010: 20,9 Prozent
2011: 21,0 Prozent
2012: 22,3 Prozent

München

2008: 21,8 Prozent
2009: 22,4 Prozent
2010: 21,8 Prozent
2011: 22,6 Prozent
2012: 23,5 Prozent

Nürnberg

2008: 19,4 Prozent
2009: 18,1 Prozent
2010: 18,5 Prozent
2011: 18,9 Prozent
2012: 19,3 Prozent

Berlin-West

2008: 21,6 Prozent
2009: 21,6 Prozent
2010: 21,5 Prozent
2011: 21,8 Prozent
2012: 22,7 Prozent

Deutlich gekürzt haben die Verbraucher hierzulande hingegen ihre Ausgaben für Tabakwaren (minus 34 Prozent), Zeitungen, Bücher und Schreibwaren (minus 16 Prozent) oder Schuhe (minus 10 Prozent).

Nach den Angaben stecken die Verbraucher in Deutschland aktuell mit 91,3 Prozent den Löwenanteil ihres verfügbaren Einkommens in den Konsum. Der Rest wird gespart oder investiert.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Ein_ganz_normaler_Buerger

15.03.2013, 15:08 Uhr

"2012 floss fast ein Viertel des privaten Konsums in Wohn- und Wohnnebenkosten".
Daran hat sich wohl nur wenig geändert.
Aber dazu fällt mir spontan ein Interview mit dem ehemaligen und wenig geschätzten Bundesfinanzminister H. Eichel ein.
Ich zitiere wörtlich: "Die Konsumentinen und Konsumenten sollen doch froh darüber sein, dass wir (sic!) ihnen den größten Posten ihres monatlichen Ausgabenbudgets, die Miete, mehrwertsteuerfrei lassen."
Na, wenn das nicht die ewige Grundmentalität der SteuererhöhungsPatei Deutschlands herausschreit, dann weiss ichs auch nicht.

time

15.03.2013, 15:29 Uhr

Statistisch hat auch ein Deutscher 3000 bis 4000€ netto im Monat.
Was ist mit der Mehrheit die um die 1500€ im Monat hat ?

Nebenkostenschreck

15.03.2013, 15:53 Uhr

Da die Regierung, egal welche Partei, weit weg von der Realität ist und ständig unter dem Deckmantel "zum Schutz der Bevölkerung" neue Kostentreiber entwickelt (Rauchmelder, welche dann noch jährlich gewartet werden müssen und somit Kosten verursachen, Warmwasserzähler aller 5 Jahre wechseln, Kaltwasserzähler aller 6 Jahre
wechseln, Prüfung des Warmwasser auf Legionellen, Energieerfassung für Warmwasserbereitung, EEG Umlage usw.)
werden die Nebenkosten weiter steigen und es wird auf Kosten der Mieter ein heimliches Arbeitsbeschaffungsprogramm inszeniert.

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