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31.10.2012

15:12 Uhr

Regierungsbericht

Sparer verlieren die Lust am „Riestern“

Durchschnittlich 843 Euro legen Riester-Sparer im Jahr an. Außerdem bekommen sie mehrere hundert Euro Zulagen, heißt es im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung. Jeder Fünfte will gar nicht mehr riestern.

Die Riester-Rente trifft bei vielen Sparern nicht mehr auf Interesse. dpa

Die Riester-Rente trifft bei vielen Sparern nicht mehr auf Interesse.

BerlinDer Boom bei der staatlich geförderten Riester-Rente ist vorbei. Im gesamten ersten Halbjahr 2012 wurden nur noch 200 000 Neuverträge abgeschlossen. In den Vorjahren waren es regelmäßig eine Millionen Verträge oder mehr pro Jahr. Eine Zulage erhielten Ende 2009 rund 9,6 Millionen Riester-Sparer. Diese Zahlen gehen aus dem bislang unveröffentlichten Altersvorsorgebericht der Bundesregierung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin vorliegt.

Wo das Geld der Deutschen liegt

Geldvermögen gesamt

2010: 4.645,4 Milliarden Euro

2011: 4.710,2 Milliarden Euro

2012: 4.939,0 Milliarden Euro

Quelle: Deutsche Bundesbank, 03.05.2013

Bargeld und Sichteinlagen

2010: 914,1 Milliarden Euro

2011: 953,3 Milliarden Euro

2012: 1.056,9 Milliarden Euro

Termingelder

2010: 262,6 Milliarden Euro

2011: 280,5 Milliarden Euro

2012: 274,4 Milliarden Euro

Spareinlagen

2010: 609,1 Milliarden Euro

2011: 608,2 Milliarden Euro

2012: 608,0 Milliarden Euro

Sparbriefe

2010: 75,0 Milliarden Euro

2011: 85,4 Milliarden Euro

2012: 75,5 Milliarden Euro

Festverzinsliche Wertpapiere

2010: 254,1 Milliarden Euro

2011: 247,1 Milliarden Euro

2012: 238,2 Milliarden Euro

Aktien

2010: 243,5 Milliarden Euro

2011: 221,5 Milliarden Euro

2012: 259,1 Milliarden Euro

Sonstige Beteiligungen

2010: 179,1 Milliarden Euro

2011: 185,2 Milliarden Euro

2012: 193,4 Milliarden Euro

Investmentzertifikate

2010: 435,4 Milliarden Euro

2011: 394,9 Milliarden Euro

2012: 420,1 Milliarden Euro

Ansprüche gegenüber Versicherungen

2010: 1.358,1 Milliarden Euro

2011: 1.400,2 Milliarden Euro

2012: 1.468,9 Milliarden Euro

Ansprüche aus Pensionsrückstellungen

2010: 284,3 Milliarden Euro

2011: 295,4 Milliarden Euro

2012: 306,6 Milliarden Euro

Sonstige Forderungen

2010: 39,0 Milliarden Euro

2011: 38,4 Milliarden Euro

2012: 37,9 Milliarden Euro

Die Gründe für das abgeflaute Interesse an der Riester-Rente vermutet der Bericht in der aktuellen Finanzmarktkrise, „die zu einer zunehmenden, grundsätzlichen Skepsis gegenüber kapitalgedeckten Altersvorsorgesystemen (...) geführt haben dürfte“. Auch die „Negativberichterstattung über die Riester-Rente in vielen Medien“ habe offensichtlich dazu beigetragen.
Der durchschnittliche Riester-Sparbetrag einschließlich Zulagen lag 2009 bei jährlich 843 Euro je Zulagenempfänger. Angespart wurden in jenem Jahr insgesamt rund 8,1 Milliarden Euro. An Zulagen wurden 2,4 Milliarden bezahlt. Fast ein Fünftel der Riester-Sparer zahlte für die Altersvorsorge jedoch nicht mehr ein: Laut Bericht waren im Jahr 2010 schätzungsweise 18,5 Prozent der Riester-Verträge „ruhend gestellt“.

Von

dpa

Kommentare (21)

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Rumpelstilzchen

31.10.2012, 12:46 Uhr

Zitat: "Dem Bericht zufolge wurde fast jeder fünfte Riester-Vertrag von den Sparern ruhend gestellt, weil sie kein Geld mehr haben.." So sieht gescheiterte Rentenpolitik aus. Diese Leute werden allesamt im Alter eine staatliche Grundsicherung benötigen! Was tut die Regierung? Nichts! Wie bei allem, was für den kleinen Bürger wichtig wäre.

MikeM

31.10.2012, 13:02 Uhr

Riester ist also durch. Jetzt muss was Neues her, um der Banken- und Versicherungswirtschaft satte Gewinne zu bescheren. Man wird sich was ausdenken, gerade die FDP dürfte noch ein paar Goodies im Ärmel haben, bevor sie für immer abtritt.

Account gelöscht!

31.10.2012, 13:07 Uhr

Die Medien haben dazu beigetragen, dass die Bürger verunsichert sind. Täglich erscheinen neuen Meldungen darüber, was angeblich sicher oder unsicher sein soll. Kein Wunder, dass die Bürger nun alles ablehnen oder einfrieren, was ihnen keine Sicherheit bietet. Im Gegensatz zur Riester-Rente ist die staatliche Grundsicherung SICHER. Und nur darauf kommt es an. Auf die Sicherheit! Leider. Alles andere steht doch von Seiten der Versicherungsanbieter und Politik seit Jahren und in Zukunft schwebend im Raum, weil jeder etwas anderes behauptet und mit anderen Zahlen rechnet. Auf die Grundsicherung ist Verlass. So einfach ticken Bürger. Die Politik machte mit Riester alles viel zu kompliziert.

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