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18.09.2012

17:00 Uhr

Reichen-Report

Wer am meisten auf dem Konto hat

Das Vermögen der Sparer weltweit ist gestiegen - allerdings weniger stark als in den Jahren zuvor. In vielen Ländern frisst die Inflation die Guthaben auf, auch in Deutschland. Das meiste Geld liegt aber woanders.

Tresor in der Schweiz. dpa

Tresor in der Schweiz.

DüsseldorfDie Industriestaaten sind hochverschuldet, vielen Bürgern dagegen geht es finanziell prächtig, auch wenn die Vermögen zuletzt nicht mehr so rasant gewachsen sind. Das ist das Ergebnis des "Global Wealth Report", den der Münchener Versicherungskonzern Allianz heute vorgestellt hat. Um rund 1,6 Prozent legte das Vermögen in den insgesamt 52 untersuchten Ländern im vergangenen Jahr zu. Das ist nicht allzu viel, wenn man bedenkt, dass die Inflationsraten vielerorts deutlich über der Marke von zwei Prozent liegen. Und doch besteht wenig Grund zur Klage: Insgesamt belief sich das Brutto-Geldvermögen der untersuchten Privathaushalte auf 103,3 Billionen Euro.

Noch geringer waren die Wachstumsraten des Netto-Geldvermögens; das ist das Brutto-Vermögen abzüglich der Schulden. Mit 71,5 Billionen Euro legte es nur um 1,4 Prozent zu. Pro Kopf gerechnet betrug das Bruttovermögen 21.500 Euro, also gerade einmal 0,8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2010.

Der Grund für das schwache Wachstum ist die Finanz- und Schuldenkrise in Europa und den USA. Viele verzinsliche Anlagen, Festgeld oder Anleihen beispielsweise, werfen kaum noch etwas ab. Um die Krise zu bekämpfen halten die Notenbanken das Zinsniveau künstlich niedrig. Viele Sparer trifft das hart.

Vermögensreport

Platz 20

Finnland
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 232
Veränderung zum Vorjahr: - 3,5%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 19.105*
Brutto: 43.042

Quelle: Allianz

*Das Nettovermögen ist bereinigt um die Verbindlichkeiten.

Platz 19

Portugal
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 384
Veränderung zum Vorjahr: -3,3%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 19.572
Brutto: 35.953

Platz 18

Irland
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 300
Veränderung zum Vorjahr: +0,5 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 25.461
Brutto: 66.252

Platz 17

Australien
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 2110
Veränderung zum Vorjahr: +0,5 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 37.330
Brutto: 93.359

Platz 16

Deutschland
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 4715
Veränderung zum Vorjahr: +1,2 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 38.521
Brutto: 57.384

Platz 15

Österreich
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 509
Veränderung zum Vorjahr: 0 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 40.648
Brutto: 60.509

Platz 14

Schweden
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 736
Veränderung zum Vorjahr: -2,4 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 42.104
Brutto: 77.962

Platz 13

Frankreich
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 4002
Veränderung zum Vorjahr: -0,2%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 42.643
Brutto: 63.392

Platz 12

Italien
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 3549
Veränderung zum Vorjahr: -3,1%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 42.875
Brutto: 58.380

Platz 11

Dänemark
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 632
Veränderung zum Vorjahr: +2,9%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 49.220
Brutto: 113.463

Platz 10

Israel
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 482
Veränderung zum Vorjahr: -2,2%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 51.562
Brutto: 63.695

Platz 9

Großbritannien
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 5128
Veränderung zum Vorjahr: -0,4%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 52.600
Brutto: 82.162

Platz 8

Singapur
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 435
Veränderung zum Vorjahr: +5,5%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 58.215
Brutto: 83.911

Platz 7

Kanada
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 3281
Veränderung zum Vorjahr: -0,5 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 59.913
Brutto: 95.530

Platz 6

Taiwan
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 1646
Veränderung zum Vorjahr: +2,1 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 60.893
Brutto: 70.938

Platz 5

Niederlande
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 1832
Veränderung zum Vorjahr: +3,6 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 61.315
Brutto: 109.943

Platz 4

Belgien
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 940
Veränderung zum Vorjahr: +4,4 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 68.491
Brutto: 87.455

Platz 3

USA
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 38.693
Veränderung zum Vorjahr: +1,7 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 90.417
Brutto: 123.586

Platz 2

Japan
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 15.572
Veränderung zum Vorjahr: - 0,4 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 93.087
Brutto: 123.099

Platz 1

Schweiz
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 1654
Veränderung zum Vorjahr: +2,5 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 138.062
Brutto: 214.794

In Deutschland legte das Brutto-Geldvermögen sogar noch relativ deutlich zu, nämlich um 1,1 Prozent auf insgesamt 4,71 Billionen Euro; das sind pro Kopf mehr als 57.000 Euro. Die Inflationsrate hierzulande stieg im selben Zeitraum allerdings auf 2,3 Prozent. Unter dem Strich wird das Vermögen der Sparer entwertet.

Die Studie zeigt auch, dass das Vermögen nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch weltweit sehr ungleich verteilt ist. Demnach besitzen die reichsten Länder 85 Prozent des weltweiten Nettovermögens, obwohl in ihnen weniger als 20 Prozent der Menschen leben. In kommenden Jahren dürfte sich diese Statistik allerdings ändern; die Schwellenländer, China oder Indien beispielsweise, holen auf.

Im laufenden Jahr erwartet die Allianz etwas stärker steigende weltweite private Geldvermögen. Im ersten Halbjahr habe der Zuwachs ersten Schätzungen zufolge zwischen 2,5 und 3,0 Prozent gelegen. "Aber das liegt auch nicht höher als die Inflationsrate im ersten Halbjahr", sagte Chefvolkswirt Heise. Die Sparer erzielten also keinen realen Vermögenszuwachs. Das sei schon die vergangenen elf Jahre so gewesen: Das weltweite Geldvermögen pro Kopf seit dem Jahr 2000 im Schnitt 3,1 Prozent pro Jahr gewachsen. Dies entspreche aber ziemlich genau der durchschnittlichen Inflation in diesem Zeitraum. "Die Sparer sind die Leidtragenden der Tatsache, dass sowohl die Neuordnung der Finanzmärkte als auch die Lösung der Krise im Euroraum noch immer nicht entscheidend vorangekommen sind." Wegen der niedrigen Zinsen werde das wohl auch erst mal so bleiben. "Bei diesen Niedrigzinsen muss die Sparquote noch viel höher sein, um die Altersvorsorge zu sichern", erläuterte Heise die Konsequenzen.

Kommentare (23)

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Account gelöscht!

18.09.2012, 12:55 Uhr

Wer so naiv und doof ist und mein heute gerade in dieser ZEit Geldwerte in Papierform halten zu müssen, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Wer noch ein bisschen Verstand hat, der nimmt sein Sparvermögen von der Bank und löst diese schwachsinnigen Rentenpläne wie LVs auf die so oder so nicht ausbezahlt werden können wie man es heute noch verspricht.

Das nächste was wir erleben ist der Euro und womöglich der Dollarcrash....dann wird die Unze Gold aber noch immer 1 Unze Gold sein während der Rest in Rauch aufgeht. Hatten wir alles schon zig mal überall auf der Welt.

Account gelöscht!

18.09.2012, 13:15 Uhr

Ich glaube gelesen zu haben, dass der Median in der Vermögensverteilung in D bei 15.000 EUR liegt. Das heißt die ärmere Hälfte der Menschen in D hat weniger. Das ist natürlich ein Witz. Vor allem angesichts der Tatsache dass diese Hälfte es ist, die vor allem hart arbeitet, die es vor allem ist, die die (sich arm vorlügenden) Südländer alimentiert, die es vor allem ist, die unter der absichtlich herbeigeführten Inflation am meisten verlieren wird (Gehaltsverhandlungsmacht), die es vor allem ist, die von Altersarmut betroffen sein wird. Hier läuft etwas grundsätzlich und ganz drastisch schief. Niemand braucht Millionen auf dem Konto und dutzende Immobilien. Hier soll das Geld genommen werden, von mir aus mit Zwangsabgaben, Lastenausgleich und Kapitalverkehrskontrollen.

forenfux

18.09.2012, 13:29 Uhr

Und wenn man bedenkt, dass die Deutschen eher als Volk der Mieter denn der Hausbesitzer gelten; dann ist der Rückstand auf unsere "schwächeren" Europartner Frankreich und Italien umso bedenklicher! Aber der 'reiche' Deutsche hat's ja, um seinen europ. Landsleuten zu helfen....

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