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03.05.2013

16:30 Uhr

Rekord-Geldvermögen

Die Deutschen sind so reich wie nie zuvor

Trotz Krise in Europa steigt das Geldvermögen der Deutschen auf immer neue Höchststände. Zuletzt waren es fast fünf Billionen Euro – dabei sind einige Werte nicht einmal eingerechnet. Doch nicht alles ist positiv.

Hand voll Geld: Die Deutschen werden immer reicher. dpa

Hand voll Geld: Die Deutschen werden immer reicher.

Frankfurt am MainDie Deutschen haben 2012 so viel neues Geldvermögen angehäuft wie seit 1993 nicht mehr: Binnen eines Jahres vermehrte sich das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Einlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen um knapp 157 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Hinzu kamen Kursgewinne an den Kapitalmärkten von 72 Milliarden Euro, die damit nahezu ein Drittel des gesamten Anstiegs ausmachten.

Damit sind die Deutschen so reich wie nie: Zum Jahresende kletterte das Vermögen auf die Rekordhöhe von 4.939 Milliarden Euro - ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Immobilien oder Vermögensgegenstände wie Autos oder Kunst sind in der Statistik nicht enthalten.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Allerdings legte angesichts der niedrigen Zinsen auch die Verschuldung der privaten Haushalte mit plus 15 Milliarden Euro stärker zu als in den Vorjahren, insbesondere in Form von Wohnungsbaukrediten. Im historisch niedrigen Zinsumfeld stiegen die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte um knapp ein Prozent auf 1.566 Milliarden Euro (2011: 1.551 Milliarden) am Jahresende. Das Nettogeldvermögen stieg um etwa 214 Milliarden auf 3.373 Milliarden Euro. Die Verschuldungsquote, also der Anteil der Verbindlichkeiten am Bruttoinlandsprodukt, sank um 0,6 Prozentpunkte auf 59,2 Prozent.

Im Zeichen der Euro-Staatsschuldenkrise waren die Menschen in Deutschland aber auch 2012 stark verunsichert, ungeachtet des starken Börsenjahrs. Das zeigt sich nach den Angaben der Bundesbank im „Trend zu liquideren Anlageformen, der zuletzt im Krisenjahr 2009 besonders ausgeprägt war“. Gut 86 Milliarden flossen in Bankeinlagen einschließlich Bargeld. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr mit knapp 67 Milliarden Euro.

Kommentare (44)

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03.05.2013, 16:39 Uhr

Falsche Überschrift:
Nicht die Deutschen, sondern die Reichen in Deutschland sind so reich wie nie zuvor:

Die meisten Deutschen haben ihr Vermögen nicht vermehren können, sie müssen vom Arbeiten leben - und das bringt hierzulande immer weniger.

Account gelöscht!

03.05.2013, 16:49 Uhr

In der EZB-Statistik "Vermögen der Europäer, HB berichtete am 10.4.13") liegt unser Durchschnittsvermögen der Haushalte nur im Mittelfeld, beim Medianwert liegen wir im europäischen Vergleich sogar an letzter Stelle.

Was ist denn nun wahr, Handelsblatt? Sind wir nun die Ärmsten oder die Reichsten?
Eine Aufklärung dieser Diskrepanz würde zur Glaubwürdigkeit solcher Berichte beitragen.

Account gelöscht!

03.05.2013, 16:50 Uhr

Richtig Fredi aber auch Frau Merkel meint ja die Armen Schweine gehören wohl nich mehr so richtig dazu zu Deutschland, sind ja nur Schmarozzer und Faulpelze die guten 50% die wohl zumindest theoretisch den nächsten Bundeskanzler bestimmen könnten.

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