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30.08.2011

16:02 Uhr

Rente

Wann sich frühe Riester-Auszahlungen lohnen

Riester-Renten sind nach wie vor gefragt. Insgesamt sind fast 15 Millionen Verträge abgeschlossen. Wer richtig anlegt, kommt an sein Geld schon vor der Rente. Für wen es sich lohnt und wann der richtige Zeitpunkt ist.

Euromünzen auf einem Renten-Informationspapier. dpa-tmn

Euromünzen auf einem Renten-Informationspapier.

Berlin, FrankfurtTrotz mancher Kritik an schlechten Renditen bleibt die Riester-Rente zur privaten Altersvorsorge gefragt: Im zweiten Quartal wurden auf gleichbleibendem Niveau rund 216.000 neue Verträge abgeschlossen, wie das Bundesarbeitsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Die Gesamtzahl der Riester-Verträge stieg damit auf knapp 14,8 Millionen. „Aller Wahrscheinlichkeit nach wird spätestens bis Ende des Jahres die 15-Millionen-Grenze geknackt.“

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich von der Entwicklung erfreut: „Die Dynamik ist ungebrochen.“ Wer über das staatlich geförderte „Riestern“ in die Alterssicherung investiere, ergänze die gesetzliche Rente und verschaffe sich zusätzliche Sicherheit. Besonders gefragt waren mit einem Quartalszuwachs von etwa 97.000 Verträgen Sparprodukte zur Eigenheimfinanzierung („Wohn-Riester“). Der Mitteilung nach sind derzeit rund 15 Prozent aller Riester-Verträge ruhend gestellt, werden also nicht bespart.

Einige andere tausend Anleger denken noch weiter. Sngesichts der zuletzt heftigen Achterbahnfahrt der Aktienkurse an den internationalen Börsen dürften inzwischen immer mehr Riester-Sparer darüber nachdenken, ihr privates Rentenkapital frühzeitig ins Trockene zu bringen - und sich ihren Vertrag auszahlen zu lassen. Diese Option hat allerdings nur derjenige der knapp 15 Millionen Riester-Vertragsinhaber, der mindestens 60 Jahre alt ist, bereits etwa 10.000 Euro Kapital angespart und deshalb Anspruch auf eine monatliche Minimumrente von 25,55 Euro hat.

Weil es die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Form der Riester-Rente erst seit zehn Jahren gibt, trifft dies erst auf eine überschaubare Zahl von Kunden zu. Doch jedes Jahr werden es mehr. Sie stehen vor der Wahl, gleich mit den Rentenzahlungen zu beginnen oder noch ein paar Jahre zu warten, womöglich sogar bis zum spätestmöglichen Zeitpunkt mit 67 Jahren.

Wie die Entscheidung ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist zunächst, welche Form des Riestervertrags gewählt wurde: eine Rentenversicherung, ein Fonds- oder ein Banksparplan.

Riester-Versicherer nennen dem Vertragsunterzeichner von Anfang an eine garantierte monatliche Rente sowie eine mögliche höhere Zahlung, die vom Ertrag des Sparanteils der Versicherung abhängt. Bei Fonds- und Banksparplänen sammeln sich die Beiträge über die Jahre zu einem Vermögen an. Wie hoch die künftige Rente aussieht, bleibt bis zum Beginn der Auszahlphase offen. Der Gesetzgeber schreibt allerdings für alle Riester-Verträge vor, dass der Sparer mindestens seine Beiträge plus Zulagen zurückerhält.

Fondssparpläne gelten dabei als die ertragsstärkste Form der Riester-Rente: Fondsmanager legen gewichtige Teile der Beiträge in Aktien an. Kurzfristig kann das zu Einbußen führen, wie die vergangenen Wochen zeigen. Doch auf lange Sicht haben Aktien mehr eingebracht als Anleihen, auf die vor allem Versicherer setzen. In den vergangenen 30 Jahren legte der Wert internationaler Aktienfonds laut Branchenverband BVI im Durchschnitt um 5,5 Prozent im Jahr zu, der Wert weltweit anlegender Anleihen um jährlich fünf Prozent.

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