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05.09.2016

10:55 Uhr

Rentenversicherung und Indexpolicen

Die Qual der Wahl bei Privatrenten

VonJulia Groth

Klassische Rentenversicherungen leiden unter Niedrigzinsen. Ertragsreicher, aber riskanter können fondsgebundene Produkte sein. Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt Produktklassen zur Vorsorge untersucht.

Wer die Rente später genießen will, sollte auch privat vorsorgen. dpa

Senioren im Park

Wer die Rente später genießen will, sollte auch privat vorsorgen.

KölnDie Angst der Deutschen vor der Altersarmut wächst. Nur 37 Prozent sehen sich finanziell gut auf den Ruhestand vorbereitet, zeigt eine aktuelle Umfrage des Versicherers Aegon. Vor vier Jahren waren es noch 49 Prozent. Nicht einmal jeder fünfte Deutsche kann sagen, welche Einkünfte er im Ruhestand genau haben wird. Und nur 41 Prozent der Befragten rechnen damit, ihren Lebensstandard halten zu können, wenn sie älter werden als 90 Jahre.

Private Rentenversicherungen sollen die Vorsorgelücke schließen. Sie gehören zur sogenannten dritten Säule der Altersvorsorge. Die erste Säule umfasst die gesetzliche Rentenversicherung; als zweite Säule wird die betriebliche Altersversorgung bezeichnet.

Zur rein privaten Altersabsicherung, der dritten Säule, gehören Kapitalanlageprodukte wie Lebens- und Rentenversicherungen. Sie versprechen im Alter entweder regelmäßige Rentenzahlungen oder eine einmalige Ausschüttung. Auch die sogenannten Riester- oder Rürup-Verträge, die Sparer privat abschließen, für die sie aber vom Staat finanzielle Zuschüsse erhalten, zählen zu dieser dritten Säule.

Private Altersvorsorgeprodukte sind durchaus beliebt: Im vergangenen Jahr lagen rund 68 Millionen private Lebens- und Rentenversicherungen in deutschen Schubladen, zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

So verteilt sich das Vermögen auf deutsche Haushalte

5. Perzentil – ärmste fünf Prozent

Bruttovermögen: 100 €
Nettovermögen: minus 3.000 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 7.500 €

Das 5. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten fünf Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

10. Perzentil

Bruttovermögen: 700 €
Nettovermögen: 0 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 9.600 €

Das 10. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten zehn Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

20. Perzentil

Bruttovermögen: 5.200 €
Nettovermögen: 2.400 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 14.300 €

Das 20. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten 20 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

30. Perzentil

Bruttovermögen: 14.200 €
Nettovermögen: 10.700 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 17.800 €

Das 30. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten 30 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

40. Perzentil

Bruttovermögen: 33.200 €
Nettovermögen: 27.100 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 21.100 €

Das 40. Perzentil bedeutet: Haushalte unter dieser Schwelle, gehören zu den ärmsten 40 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

50. Perzentil (Median)

Bruttovermögen: 77.200 €
Nettovermögen: 60.400 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 23.900 €

Der Median teilt Deutschland in zwei Hälften: Wer mehr hat, gehört zu reicheren Hälfte. Wer weniger hat, gehört zur ärmeren Hälfte. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

60. Perzentil

Bruttovermögen: 142.700 €
Nettovermögen: 111.900 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 27.800 €

Das 60. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten 40 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

70. Perzentil

Bruttovermögen: 216.100 €
Nettovermögen: 174.900 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 33.100 €

Das 70. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten 30 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

80. Perzentil

Bruttovermögen: 315.600 €
Nettovermögen: 274.700 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 39.600 €

Das 80. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten 20 Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

90. Perzentil

Bruttovermögen: 522.000 €
Nettovermögen: 468.000 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 50.300 €

Das 90. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten zehn Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

95. Perzentil - reichste fünf Prozent

Bruttovermögen: 816.500 €

Nettovermögen: 722.000 €
Jährliches Nettoeinkommen (Selbsteinschätzung): 60.000 €

Das 95. Perzentil bedeutet: Haushalte über dieser Schwelle, gehören zu den reichsten fünf Prozent in Deutschland. Quelle: Bundesbank, Daten beziehen sich auf das Jahr 2014.

Wer per Rentenversicherung für das Alter vorsorgen will, hat die Wahl zwischen unterschiedlichen Produkten. Bei den sogenannten klassischen Policen zahlen Kunden monatlich eine bestimmte Summe ein, der Versicherer garantiert eine Mindestverzinsung auf den Sparanteil abzüglich Kosten. Die Klassiker geraten zunehmend unter Druck. Schuld daran ist das Niedrigzinsumfeld: In den Neunzigerjahren lag der Garantiezins bei vier Prozent, mittlerweile ist er auf magere 1,25 Prozent gesunken. Im kommenden Jahr soll er sogar weiter fallen, auf 0,9 Prozent. Immer mehr Versicherer bieten deshalb bevorzugt sogenannte kapitalmarktnahe Produkte an. In der Regel sind damit Fondssparpläne im Versicherungsmantel gemeint. Diese Policen garantieren meist nur noch den Kapitalerhalt, das Verlustrisiko auf der Anlageseite liegt beim Kunden. Solch hybride Produkte gibt es in diversen Varianten und mit unterschiedlichen hohen Risiken.

Das Ratinghaus Franke und Bornberg hat vier Arten privater Rentenversicherungen untersucht. Die Experten haben sich angeschaut, mit welchen Rentenzahlungen eine Person rechnen kann, deren Police 35 Jahre lang läuft und die pro Monat hundert Euro in den Vertrag einzahlt. Zu den Maßstäben, die sie bei der Bewertung anlegten, gehören auch die Flexibilität und Transparenz der Tarife. Die Ergebnisse liegen teilweise weit auseinander.

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