Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.09.2011

00:00 Uhr

Richtig riestern

Wie Versicherer den Riester-Markt bestimmen

VonAnke Rezmer , rez

Eine garantierte Auszahlung macht die Riesterförderung für Anleger zu einem beliebten Rentenmodell. Kritiker merken an, dass auch die Vermittler schnell an Provisionen kommen. Was man vor Vertragsabschluss wissen sollte.

Der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester. Die nach ihm benannte Rentenförderung ist immer noch stark nachgefragt. Reuters

Der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester. Die nach ihm benannte Rentenförderung ist immer noch stark nachgefragt.

Die nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester benannte staatlich geförderte private Altersvorsorge können viele nutzen: abhängig Beschäftigte, Beamte, Hausfrauen und Arbeitslose. Bis zu vier Prozent des Bruttoeinkommens, mindestens 60 und höchstens 2100 Euro im Jahr werden gefördert. Der Staat gewährt Zulagen und Steuervorteile. Wer voll einzahlt, bekommt eine Grundzulage von 154 Euro im Jahr, für jedes Kind 185 Euro und für jedes Kind, das nach 2008 geboren wurde, sogar 300 Euro.

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass jeder mindestens seine Beiträge plus Zulagen ausgezahlt bekommt. Ab dem Alter von 60 Jahren, vom 2012 an ab 62 Jahren, kann die Auszahlungsphase beginnen. 30 Prozent des Kapitals kann sich jeder auf einmal auszahlen lassen, den Rest als Rente. Ab einem Alter von 85 Jahren schreibt der Gesetzgeber eine Rentenversicherung vor. Die Auszahlungen werden im Rentenalter versteuert, der Riester-Sparer erhält also einen Steueraufschub. Das angesparte Kapital kann vererbt werden, die Zulagen müssen zurückgezahlt werden. Ausnahme: Der Begünstigte ist der Ehepartner.

Es gibt vier Arten von Riester-Verträgen: Von den knapp 15 Millionen Riester-Verträgen sind mit 10,5 Millionen das Gros Versicherungen. Vielen gefällt demnach offenbar, dass man schon beim Abschluss des Vertrages weiß, wie hoch die Rente mindestens sein wird. Kritiker führen dagegen ins Feld, dass die Policen schlicht am stärksten verkauft werden, weil die Vermittler im Gegensatz zu anderen Riester-Verträgen mehr und schneller Provisionen bekommen. Es gibt klassische und fondsgebundene Riester-Lebensversicherungen. Letztere investieren die Beiträge in der Ansparphase in Fonds.

Bei Fondssparplänen, hier gibt es 2,9 Millionen Riester-Verträge, fließen die Beiträge meist in Aktien- oder Anleihefonds. Je jünger der Vertragsinhaber ist, desto größer ist der Aktienanteil. In den vergangenen 30 Jahren brachten solche Fonds im Mittel gut sechs Prozent Rendite pro Jahr. Eine garantierte Mindestverzinsung gibt es aber nicht. Die Kosten sind in der Regel niedriger als bei Versicherungen. In der Auszahlungsphase wird das Kapital bis zum Alter von 85 Jahren als Rente ausgezahlt, bis die vorgeschriebene Rentenversicherung greift. Die Rentenhöhe ist offen. Bei Banksparplänen fließt das Kapital auf Konten, verzinst sich fest oder an Geldmarktzinsen gekoppelt, oft gibt es einen Bonus. Abschlusskosten gibt es keine, die Banken behalten einen Abschlag von oft 0,5 Prozentpunkten ein. Beim Bausparvertrag gelangen die Beiträge in einen Sparvertrag mit niedrigem festem Zinssatz. Später bekommt der Sparer ein relativ günstiges Baudarlehen. Zudem bieten einige Banken Riester-Darlehen an. Beiträge und Förderung fließen in die Tilgung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×