Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.06.2011

16:45 Uhr

Riester-Verträge

Anwälte rechnen mit Klageflut gegen Ergo

VonSönke Iwersen

Die Ergo kommt nach dem Sex-Skandal nicht zur Ruhe: Nachdem bekannt wurde, dass die Versicherung Tausenden Kunden zu hohe Verwaltungsgebühren bei Riesterverträgen berechnet hat, rufen Geschädigte nach der Finanzaufsicht.

Die Ergo-Versicherung muss mit Klagen wegen falscher Riester-Verträge rechnen. Quelle: dpa

Die Ergo-Versicherung muss mit Klagen wegen falscher Riester-Verträge rechnen.

DüsseldorfDem Versicherungskonzern Ergo droht eine Klagewelle. „Bei uns melden sich seit dem frühen Morgen Kunden, weil sie zu hohe Kosten in ihren Riesterverträgen vermuten“, sagte Klaus Nieding, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in Frankfurt dem Handelsblatt. „Wir sammeln derzeit die Anfragen und haben vor, die Bundesanstalt für Finanzaufsicht einzuschalten.“

Am Donnerstag hatte das Handelsblatt berichtet, dass nach Angaben von ehemaligen Generalvertretern der Hamburg-Mannheimer in 70.000 Policen der sogenannten Kaiser-Rente mehr Verwaltungskosten berechnet wurden als in den Verträgen angegeben. Herr Kaiser war lange Jahre die Werbefigur der Versicherung, die inzwischen in der Ergo-Gruppe aufgegangen ist. Die Generalvertretern beziffern den Gesamtschaden für die Kunden auf bis zu 160 Millionen Euro.

Ergo bestreitet die Vorwürfe. Stichprobenartige Überprüfungen hätten keine Hinweise ergeben. „Ein systematischer Fehler hätte sicherlich zu massiven Kundenbeschwerden im Anschluss an die Aushändigung der Policen geführt. Diese sind aber nicht erfolgt“, sagte Ergo-Sprecher Alexander Becker. Die Ergo gehe deswegen davon aus, dass es sich um Einzelfälle handelt.

Anlegerschützer halten dieses Argument für irreführend. „Das Problem ist doch, dass die Kunden diese Verträge gar nicht durchschauen“, sagte Marco Cabras von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz dem Handelsblatt. Er forderte die Ergo-Mutter Munich Re auf, sich der Sache anzunehmen und endlich Ordnung bei der Ergo zu schaffen. „Es ist sehr besorgniserregend, was hier passiert“, sagte Cabras. „Der Sumpf muss trockengelegt werden.“

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

aruba

09.06.2011, 17:44 Uhr

Guten Tag,.... Mein lieber Herr Kaiser;....!!!! Besten Dank

Bernhard

09.06.2011, 17:59 Uhr

Die Sparer und Versicherten werden schamlos abgeschöpft, unter www.fonds-etf.de findet sich ein Vergleichsrechner der aufzeigt wie Banken mit normalen Fonds hohe Provisionen erzielen, meist ohne das es die Anleger bemerken. Eigentlich ein Fall für das Verbraucherministerium. Provisionen offenlegen und gesondert unterschreiben, wäre hier eine Lösung. Oder ist die Finanzlobby zu stark? Haben die Parteispenden der Finanzindustrie hier doch ihre Auswirkungen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×