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20.07.2011

13:56 Uhr

Risikofaktor Ferien

Welche Versicherungen Urlauber wirklich brauchen

VonTanja Könemann

Längst nicht alle Policen, die Reisenden angeboten werden, taugen etwas. Welche Versicherungen Urlauber brauchen, wo gefährliche Deckungslücken lauern und wann ein Abschluss nur dem Vermittler nützt.

Wer im Urlaub ohne Sorgen die Seele baumeln lassen will, sollte sich eine Auslandskrankenversicherung zulegen. Quelle: obs

Wer im Urlaub ohne Sorgen die Seele baumeln lassen will, sollte sich eine Auslandskrankenversicherung zulegen.

DüsseldorfUrlauber gehen gern auf Nummer Sicher. Sie wälzen Reiseführer und Kataloge, fühlen Anbietern auf den Zahn. Auch im Internet gehen sie auf die Suche nach Informationen und studieren die Bewertungen von Hotelgästen auf den Buchungsportalen wie Holidaycheck oder trivago. Am Reiseziel angelangt, reserviert sich mancher schon im Morgengrauen das Frühstückscroissant oder den begehrten Liegeplatz am Pool. Bloß nichts dem Zufall überlassen.

Doch auf eines sind Urlauber häufig unzureichend vorbereitet: den Notfall unter Palmen. „Reisende kümmern sich oft um die weniger wichtigen Versicherungen“, sagt Thorsten Rudnik, Vorstandsmitglied des Bundes der Versicherten. „Sie schließen Policen ab, mit denen sie den Verlust ihres Handys absichern wollen, oder einen Reiserücktritt.“ Die Gesundheit aber werde meist vernachlässigt: „Viele Deutsche denken, sie seien im Urlaub über ihre Krankenkasse ausreichend versichert. Oft ist das jedoch nicht der Fall.“

 

Welche Versicherungen sich Urlauber sparen können

Reisegepäckversicherung

Reisegepäckversicherungen zahlen in der Regel nur, wenn man seine Taschen und Koffer keine Sekunde aus den Augen lässt. Außerdem sind Gepäckstücke häufig über eine Hausratsversicherung mit abgesichert, etwa bei Einbruchdiebstahl oder Raub.

Auf die Urlaubszeit begrenzte Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten überhaupt – schließlich haftet jeder, der einem anderen Schaden zufügt, mit seinem gesamten Vermögen. Deshalb sollte ihr Schutz über das ganze Jahr bestehen, und nicht nur für einige Wochen oder Monate. Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW rät daher, eine konventionelle Haftpflichtversicherung abzuschließen. Ihr Schutz gelte weltweit rund um die Uhr – was eine zusätzliche Police überflüssig macht.

Auf die Urlaubszeit begrenzte Unfallversicherung

Die Frage nach dem Sinn einer Unfallversicherung stellt sich zunächst grundsätzlich. Sie gilt vielfach als weit unwichtiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Grund: Das Risiko eines Unfalls ist wesentlich geringer, als das einer Krankheit. Wer aber eine solche Police abschließen möchte, sollte dies für das gesamte Jahr tun, sagt Verbraucherschützerin Elke Weidenbach. Wie bei der Haftpflichtversicherung gilt auch hier der Schutz weltweit rund um die Uhr.

Rundum-Sorglos-Pakete

Kombi-Pakete, die Notfälle auf Reisen absichern sollen, beinhalten häufig Versicherungsleistungen und Services, die nicht unbedingt notwendig ist. In der Regel fahren Urlauber günstiger, wenn sie zunächst prüfen, wie weit ihr bereits vorhandener Schutz reicht und in einem zweiten Schritt genau die Versicherungen zusätzlich abschließen, die sie wirklich brauchen.

Krank im Urlaub – was die gesetzliche Kasse zahlt 

Ob und inwiefern die gesetzliche Krankenkasse (GKV) für Behandlungen außerhalb Deutschlands aufkommt, variiert je nach Reiseland. Innerhalb der EU können sich Reisende mit der europäischen Versicherungskarte medizinisch versorgen lassen. Dasselbe gilt auch für Länder, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, etwa die Schweiz, Liechtenstein und Norwegen.  

Was ein deutscher Patient vor Ort erwarten kann, richtet sich nach dem Leistungskatalog der dortigen Krankenkassen. Der Urlauber wird wie ein einheimischer Kranker therapiert: Fällt etwa die Zuzahlung für eine notwendige Zahnbehandlung in dem Reiseland höher aus als in Deutschland, erstattet die Krankenkasse nur den Teil der Kosten, den sie auch in der Heimat übernommen hätte. Und der ist häufig deutlich geringer.

 

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