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27.09.2011

00:00 Uhr

Rürup-Rente

Hohes Potential bei starren Regeln

VonAnke Rezmer

Die Rürup-Rente ist vor allen Dingen für Selbstständige und Besserverdiener eine gute Alternative. Bei Starren Konditionen lassen sich hohe Förderungen abgreifen. Trotzdem wird sie verhältnismäßig wenig nachgefragt.

Bernd Rürup entwickelte eine neue Rentenformel. dpa

Bernd Rürup entwickelte eine neue Rentenformel.

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, bietet einen hohen Steuervorteil, zwingt den Vertragsinhaber aber in ein starres Korsett von Bedingungen. Bis zu 20.000 Euro im Jahr kann man aus dem Brutto-Einkommen in diese 2005 vom Ökonomen Bert Rürup entwickelte Form der staatlich geförderten Altersversorgung einzahlen. Dafür bindet man sich dann aber ein Leben lang: Der Versicherte zahlt bis zum Rentenbeginn in den Vertrag ein und bekommt dafür - frühestens mit 60 Jahren, ab 2012 mit 62 Jahren - eine Rente ausgezahlt, die dann versteuert wird. Eine Kündigung ist nicht möglich. Rürup-Verträge sind zudem nicht beleihbar, nicht veräußerbar und grundsätzlich nicht vererbbar.

Daher wird diese Zusatzrente bisher relativ wenig genutzt, es gibt gut eine Million Verträge. Das ist wenig - gemessen an den rund vier Millionen Selbstständigen und vielleicht 20 Millionen Besserverdienenden im Land, für die diese Form der Vorsorge vor allem sinnvoll ist. Experten sehen die starren Bedingungen als Grund für die Zurückhaltung. Wer aber mit diesen Bedingungen leben kann, der kann Steuervorteile mitnehmen. Die Rürup-Rente ist eine Rentenversicherung: In der Ansparphase spart der Kunde aber kein Kapital an, sondern erwirbt eine Anwartschaft auf eine Leibrente. Diese Anwartschaft baut der Anleger durch eine klassische Rentenversicherung auf, durch eine fondsbasierte Rentenversicherung oder durch einen Fondssparplan. Zu Beginn der Auszahlphase gelangt das Kapital bei allen drei Varianten in eine Rentenversicherung.

Gebühren fallen beim Abschluss des Vertrags für die Versicherung und für Verwaltung an. Bei Versicherungen liegen sie laut dem Analysehaus Morgen & Morgen zwischen acht und 20 Prozent. Bei der klassischen Basisrente kennt der Versicherte von vornherein seine garantierte Mindestrente, bei fondsgebundenen Policen oder Fondssparplänen ist die Höhe der Rente dagegen von der Kapitalmarktentwicklung abhängig. Eine gesetzliche Beitragsgarantie wie bei der Riester-Rente gibt es bei der Rürup-Rente nicht.

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