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21.12.2015

12:24 Uhr

SBK – Siemens-Betriebskrankenkasse

Übersetzungshilfe für eine Beitragserhöhung

VonMartin Dowideit

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen erhöhen für 2016 ihre Beiträge. In diesen Tagen erreichen die Begründungsschreiben die Versicherten. Es gilt, viel zwischen den Zeilen zu lesen. Eine Übersetzungshilfe.

Ein Übersetzer ist bei vielen Kundenschreiben von Unternehmen nötig. Imago

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Ein Übersetzer ist bei vielen Kundenschreiben von Unternehmen nötig.

DüsseldorfEs könnte der Beginn einer wundervollen Kolumne sein. Vor drei Wochen habe ich den Lesern geholfen, zwischen den Zeilen einer Pressemitteilung zu lesen („Übersetzungshilfe für eine Fintech-Pressemitteilung“). Die Resonanz war groß, der Text schaffte es etwa in die Unterlagen diverser PR-Berater. Und mich brachte es auf die Idee, öfter einmal Verlautbarungen zu interpretieren.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.

Heute folgt der zweite Versuch und wenn Sie auch daran gefallen haben – vielleicht mache ich eine regelmäßige Kolumne daraus. Sie haben es in der Hand, lassen Sie mich wissen, was Sie von der Idee – und diesem Text – halten (zum Beispiel per E-Mail oder bei Twitter @MDowideit). Genug der Vorrede.

In diesen Tagen trudelt auch bei Ihnen Post ein, sollten sie gesetzlich versichert sein. Die meisten Kassen erhöhen die Zusatzbeiträge für das Jahr 2016. Der Marktführer Techniker Krankenkasse etwa verlangt 1,0 Prozent (+0,2 Prozentpunkte) und kommt damit auf einen Gesamtbeitrag von 15,6 Prozent. Das Perfide: Der Zusatzbeitrag wird allein vom Versicherten gezahlt, nicht zur Hälfe vom Arbeitgeber wie es beim Grundbeitrag der Fall ist (14,6 Prozent des Arbeitsentgelts).

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

1,42 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

1,79 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015:15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,04 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,29 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

IKK Classic

2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,046 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK

4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Quelle

Unternehmen

Die Siemens-Betriebskrankenkasse, kurz SBK, hat ihre Versicherten per Post über die eigene Erhöhung informiert, eine Leserin hat mir den Brief zukommen lassen – so wie viele andere Handelsblatt-Leser die Briefe ihrer Kassen auch (schönen Dank!). Hier die Übersetzung des SBK-Schreibens.

Original:
„Sehr geehrter Frau Schmidt (Name geändert),
Sie gehören zur starken SBK-Versichertengemeinschaft mit über einer Million Kunden. Als Ihr persönlicher Kundenberater bedanke ich mich ganz besonders für Ihr Vertrauen.“

Übersetzung:
Wir sind eine der kleineren gesetzlichen Krankenkassen im Land. Wir bemühen uns sehr zu verschleiern, dass dies ein automatisch erstelltes Schreiben ist.

Original:
„Wie Sie bestimmt aus den Medien erfahren haben, sind die Leistungsausgaben, vor allem für Arzneimittel und Kliniken, deutlich gestiegen.“

Übersetzung:
Alles was jetzt kommt, hat nichts mit uns zu tun. Wir sind unschuldig.

Kommentare (8)

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Gustav Godorzky

21.12.2015, 13:29 Uhr

Ja, und das Handelsblatt gibt auch keine Recherche bekannt. Oder gibt's gar keine? Warum ist denn der Beitrag gestiegen? Oder darf man das nicht sagen, weil es vielleicht mit den enormen Ausgaben für die Krankenversorgung von Flüchtllingen zu tun hat??? Naja, wenn so um den heißen Brei geredet wird, braucht man sich nicht zu wundern, wenn Gerüchte und Vermutungen die Runde machen. Also, bringt mal die Fakten auf den Tisch!

Herr Michael Müller

21.12.2015, 13:43 Uhr

Das ist erst der Anfang!

Bei den gewaltigen Zahlen der Flüchtlinge darf man nicht zu rechnen beginnen. Setzt man diese Zahlen in das Verhältnis zum Bundeshaushalt wird einem ganz schwummrig... Tendenz steigend!

Ganz stolz wurde vermeldet, dass dieses Jahr ca. 11.000 Flüchtlinge abgeschoben wurden. Davon ging ein großer Teil gegen Bares freiwillig. Bei den über 1.000.000 Flüchlingen (ALLEIN DIESES JAHR), sind also immer noch 989.000 hier, die uns jeden Monat ca. 1.000.- Euro kosten, also monatlich eine knappe Milliarde! Wie gesagt, nur die Flüchtlinge diesen Jahres.

Laut offiziellen Angaben sind derzeit ca. 60.000.000 Menschen auf der Flucht. Mal schauen wieviel davon noch zu uns kommen. Wir haben ja keine Obergrenze.

Ich bin unschudlig daran, ich habe diese Parteien nicht gewählt!

Herr Grutte Pier

21.12.2015, 14:50 Uhr

ich habe die Tage auch Post erhalten........

Den wörtlichen Inhalt weiß ich im Moment nicht, aber dem Sinn nach:

"Sie brauchen nichts weiter zu tun, wir werden die Beiträge auch zukünftig wie gewohnt direkt einziehen"

Na dann ist ja alles gut.........

!!!!! MERKEL MUSS WEG !!!!

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