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30.06.2014

13:59 Uhr

Schuldenfalle

Junge Schuldner oft bei Telefonfirmen in der Kreide

Der falsche Umgang mit dem eigenen Geld: Unwirtschaftliche Haushaltsführung und Arbeitslosigkeit führen junge Menschen oft in die Schuldenfalle. Besonders hoch sind die Schulden für Telefon und Internet.

Bei jungen Schuldnern sind im Schnitt fast zwei Monatseinkommen notwendig gewesen, um die Forderungen der Telekommunikationsanbietern zu begleichen. obs

Bei jungen Schuldnern sind im Schnitt fast zwei Monatseinkommen notwendig gewesen, um die Forderungen der Telekommunikationsanbietern zu begleichen.

WiesbadenJunge Schuldner haben überdurchschnittlich hohe Verbindlichkeiten bei Telekommunikationsanbietern. Unter 25-Jährige, die im vergangenen Jahr eine Schuldenberatung aufsuchten, hatten im Schnitt Außenstände über 1.350 Euro bei Anbietern etwa von Handy- oder Internetdiensten, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Damit seien 18,1 Prozent aller Verbindlichkeiten der jungen Schuldner auf Telekommunikationsanbieter entfallen.

Das monatliche Nettoeinkommen junger Schuldner habe bei Aufnahme der Beratung im Schnitt bei 725 Euro gelegen. Fast zwei Monatseinkommen wären damit also notwendig gewesen, um ausschließlich die Forderungen der Telekommunikationsanbieter zu begleichen, rechnen die Statistiker vor. Nur direkt bei Banken und Sparkassen hatten die Betroffenen demnach mit durchschnittlich 1.424 Euro (19,1 Prozent der Gesamtforderungen) noch tiefer in den roten Zahlen gestanden.

Bei jungen Verbrauchern spielten damit die Schulden für Telefon und Internet eine deutlich größere Rolle als bei älteren Schuldnern. Über alle Altersklassen hinweg hätten derartige Rechnungen mit durchschnittlich 851 Euro nur 2,6 Prozent der Verbindlichkeiten eines Schuldners ausgemacht. Kreditinstitute, Inkassobüros und öffentliche Gläubiger hätten eine bedeutend größere Rollen gespielt. Allein auf Banken und Sparkassen seien mit im Schnitt 17.882 Euro 54 Prozent der Schuldenlast entfallen.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Der Hauptauslöser für eine überhöhte Schuldenlast war bei den jungen Verbrauchern Arbeitslosigkeit. Ein Viertel der Betroffenen sei dadurch in die Schuldenfalle geraten, teilte das Bundesamt weiter mit. Aber auch unwirtschaftliche Haushaltsführung habe viele in die Miesen getrieben. So sei ein Fünftel der jungen Schuldner durch den falschen Umgang mit dem eigenen Geld in die roten Zahlen gerutscht.

Auch bei Älteren sei Arbeitslosigkeit die meistgenannte Ursache für eine Überschuldung gewesen (23,6 Prozent). Aber auch eine Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners (13,6 Prozent) sowie eine Erkrankung oder ein Unfall (12,7 Prozent) hätten die Verbindlichkeiten anwachsen lassen. Bei jungen Schuldnern spielten Trennungen (3,8 Prozent) oder Erkrankungen (8,3 Prozent) den Zahlen zufolge hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

Von

afp

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