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04.11.2014

15:56 Uhr

Serie: Altersvorsorge mit Fonds Teil I

Mehr Tempo beim Vermögensaufbau

VonDörte Jochims

ExklusivDas Zinstief verschreckt die Altersvorsorge-Sparer. Wer in Fondspolicen investiert, kann auch von steigenden Börsenkursen oder Rohstoffpreisen profitieren. Ein Vergleich zeigt, welche Versicherer gute Fonds anbieten.

Zeit für den Einstieg? Die Börsen haben in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt. Getty Images

Zeit für den Einstieg? Die Börsen haben in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt.

DüsseldorfTante Hertha ist in ihrem kleinen Dorf eine Persönlichkeit. Sie weiß immer, wem der Wagen gehört, der vorgestern beim Nachbarn parkte. Doch kürzlich wurde die alte Dame selber zum Ortsgespräch: Sie war mit ihrem Auto unterwegs und fuhr wie immer höchstens 70 Stundenkilometer. Anders als sonst wählte sie jedoch statt der üblichen Land- die Bundesstraße. Ein Polizeibeamter winkte sie raus und sie erhielt wegen ihrer langsamen Fahrweise eine Verwarnung.

Beim Vermögensaufbau sind viele Anleger noch langsamer unterwegs als Tante Hertha auf der Bundesstraße. So parken hierzulande mehr als eine Billion Euro auf Girokonten oder als kurzfristige Einlagen. Für letztere liegt der Spareckzins nach Berechnungen der FMH-Finanzberatung bei mageren 0,14 Prozent.

Es würde also fast 500 Jahre dauern, bis damit aus einer Anlagesumme von 10 000 Euro 20 000 werden. Bei den ebenfalls beliebten zehnjährigen Bundesanleihen mit derzeit knapp 0,9 Prozent Rendite braucht eine Verdopplung des Kapitals 77 Jahre, bei kapitalgebundenen Rentenversicherungen mit derzeit noch 1,75 Prozent Garantiezins wären es 53 Jahre.

Mit Fondsinvestments lässt sich das Vermögen in 20 Jahren verdoppeln

Doch selbst für Konservative ist es möglich, das Kapital in 20 Jahren zu verdoppeln. Das ist die Richtgeschwindigkeit, die diese Risikogruppe für den effizienten Vermögensaufbau anpeilen sollte. Die Lösung für dieses Ziel heißt Fonds. Durchschnittlich 5,8 Prozent jährlich für weltweite Aktien-, 4,2 Prozent für internationale Rentenfonds – diese Performance haben Anleger nach Zahlen des deutschen Fondsverbandes BVI mit entsprechenden Sparplänen in den vergangenen 30 Jahren erzielt.

Für die künftige Entwicklung sind viele Experten zwar skeptisch, was die Entwicklung sicherer Anleihen betrifft. Doch ein risikoangepasster Mix mit Aktien und Anleihen oder eine Anlagevariante, die auf Aktienmärkte setzt, bei der Marktrisiken aber systematisch abgesichert werden, bleibt attraktiv.

Und die Qualität des Fondsangebots kann sich bei vielen Policen sehen lassen, zeigt eine umfassende Analyse. So nahmen Experten der Ratingagentur Assekurata erstmals Fonds unter die Lupe, die Versicherungskunden bei 38 Anbietern wählen können. Getestet wurden in der Regel alle Fonds, die im Neugeschäft vertrieben werden. Unterm Strich deckt die Analyse fast 80 Prozent des Marktes ab.

Fondstacho: So wurde bewertet

Die Fondsanbieter

Experten der Ratingagentur Assekurata nahmen in einer aufwändigen Analyse erstmals alle Fonds unter die Lupe, die Versicherungskunden bei 38 Anbietern wählen können. Sie decken, bezogen auf den Prämienbestand, etwa 78 Prozent des Marktes ab. Bewertet wurden nur Policen mit individualisierter Fondsauswahl, keine gemanagten Varianten.

Die Versicherer

Die Versicherer meldeten fast 2200 Fonds an. Doch nur etwa 1000 Fonds erhielten ein Urteil. Abgesehen von zahlreichen Doppelnennungen, wurden nur Portfolios bewertet, die mindestens eine dreijährige Erfolgsbilanz vorweisen konnten. Ausgenommen blieben Garantiefonds, für die derzeit keine geeignete Methode zur Bewertung bekannt ist. Auch Fonds, die keine Isin haben, sondern von anderen Fonds gespiegelt wurden, konnten nicht beurteilt werden. Denn sie haben häufig eine andere Kostenstruktur als das Original.

Die Kennzahlen

In die Bewertung jedes einzelnen Fonds flossen zu jeweils 30 Prozent Kennzahlen zur Rendite und Risikoentlohnung ein. Zu jeweils 20 Prozent bestimmten Risiko und Reaktionsvermögen der Fonds die Gesamtnote. Abzulesen ist das Urteil zu jedem einzelnen Fonds  auf dem Fondstacho, der in eine Skala von 0 bis100 Prozent aufgeteilt ist.

Die Assekurata

Die unabhängige Ratingagentur Assekurata wurde 1996 gegründet und hat sich auf die Qualitätsbeurteilung von Versicherungsunternehmen aus Kundensicht spezialisiert. Ziel ist es, dem Verbraucher Orientierungshilfen bei der Wahl seines Versicherungsunternehmens zu bieten und Vermittler bei ihrer Beratung zu unterstützen.

Jeder einzelne Fonds der Anbieter wurde bewertet. In die Note flossen jeweils mehrere Kennzahlen zu Rendite und Risikoentlohnung ein. Auch Risiko und Reaktionsvermögen auf Marktveränderungen bestimmten die Gesamtnote. Ergebnisse über längerfristige Zeiträume hatten dabei stärkeres Gewicht.

Kommentare (2)

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Herr Theo Gantenbein

04.11.2014, 16:08 Uhr

1) Ziemlich doofe Artikel-Intro.

2) Was viele vergessen sind die oft enormen Fondskosten. Meine Direktversicherung hat z.B. Fonds mit Kosten (TER) von 2-3% im Programm. Darin sind oft 1% Vertriebsprovision enthalten.

Mit ETFs (0,2-0,3% TER kann das nicht mithalten.

Herr Johannes Cremer

04.11.2014, 17:28 Uhr

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