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26.04.2011

16:00 Uhr

Service-Test

Online-Banken beraten am besten für das Alter

VonChristian Schnell

Exklusiv 2200 Kunden haben über die Beratungsleistung ihrer Banken abgestimmt und Experten verblüfft: Denn vorne dabei sind längst nicht die alteingesessenen Institute.

ING-DiBa AG in Frankfurt am Main: Die Kunden der Direktbank sind überdurchschnittlich zufrieden. Quelle: dpa

ING-DiBa AG in Frankfurt am Main: Die Kunden der Direktbank sind überdurchschnittlich zufrieden.

Frankfurt Die Überraschung zur Premiere ist geglückt: Heute verleiht das Handelsblatt erstmals Siegel dafür, wie Banken und Finanzdienstleister ihre Kunden beraten. Doch an erster Stelle steht nicht eines der etablierten Institute mit einem breiten Filialnetz. In der Kategorie "Altersvorsorge-Beratung in Kreditinstituten", die den Auftakt macht, hat die Onlinebank Cortal Consors das beste Ergebnis erzielt. Gemeinsam mit ING-Diba, die ebenfalls stark über das Internet tätig ist, hat sie fünf Sterne und damit die höchste Stufe erreicht. 13 Banken - darunter alle großen Namen wie Deutsche Bank und Commerzbank, Unicredit, Volksbanken und Sparkassen - waren im Test.

Einmal pro Monat wird das Handelsblatt künftig gemeinsam mit den Kölner Meinungsforschern von Service Value Siegel für Beratungen im Finanzsektor vergeben. Den Auftakt macht das besonders populäre Thema "Altersvorsorge-Beratung bei Banken". Ein Thema, das aus einem einfachen Grund jeden angeht. "Die gesetzliche Rente reicht nicht, um im Alter den Lebensstandard zu sichern", sagte der damalige Arbeits- und Sozialminister Walter Riester über die nach ihm benannte private und staatlich geförderte Altersvorsorge.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Einführung vor zehn Jahren gilt die Riester-Rente inzwischen als das Hauptprodukt in diesem Bereich. Im nächsten Monat folgt die Auswertung, welche privaten und gesetzlichen Krankenkassen ihre Kunden am besten beraten.

Neu an den Handelsblatt-Siegeln ist die Herangehensweise im Vergleich zu herkömmlichen Umfragen dieser Art. Service Value setzt nicht auf nervtötende Anrufe bei den Teilnehmern, sondern lässt per Internet abstimmen. So bleibt die Gewähr, dass auch nur diejenigen Kunden daran teilnehmen, die sich wie im vorliegenden Fall in den vergangenen drei Jahren zum Thema Altersvorsorge bei ihrer Bank beraten ließen und somit Erfahrungen beizutragen haben. Dafür, dass sie sich die gut 20 Minuten zum Ausfüllen eines acht- und eines vierseitigen Fragebogens nehmen, bekommen sie einen kleinen finanziellen Anreiz.

Wie das Handelsblatt seine Siegel vergibt

Ausgangslage

Seit der Finanzkrise stellen die Banken gegenüber ihren Kunden nicht mehr Konditionen und Rendite heraus, sondern Schlagworte wie Vertrauen und Beratung.

Herangehensweise

Die Befragung von Kunden über das Internet soll praxisrelevante Ergebnisse bringen. Die Auswertung soll zeigen, was von den versprochenen Beratungsleistungen tatsächlich zu halten ist und wie diese beim Kunden ankamen.

Ergebnis

Weit über 2200 Kunden haben an der Befragung von Service Value zum Thema Altersvorsorge-Beratung in Kreditinstituten im März teilgenommen.

Sterne

Fünf Sterne erhält die Bank, die von 100 möglichen Punkten über 70 erreicht hat und damit prozentual entsprechend viele begeisterte Kunden hat. Vier Sterne gibt es ab 60 Punkten, drei ab 50 Punkten.

Kommentare (2)

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skeptiker

26.04.2011, 16:58 Uhr

Liebes Handelsblatt,

ich möchte nur ungerne die Siegel brechen, die hier verliehen wurden. Doch ich möchte darauf hinweisen, dass jede Umfrage nur so gut ist wie ihre Durchführung.

Wenn ich richtig gelesen habe, wurde hier nur ein Kanal verwendet um die Kundenmeinungen aufzufangen. Ich hoffe, dass mir jeder zustimmt, dass dieses Vorgehen Menschen gemäß ihrer Affinität zu diesem Kanal entweder aus- oder eingrenzt. Da hier lediglich das Internet benutzt wurde, scheint klar welchen Instituten dies zu Gute kommt.

Denn statistisch belegt ist auch die Vertriebswegenutzungen im gesamten Bankenvergleich, worin die Direktbanken (lediglich) im Online-Banking Spitzenreiter sind. Ebenfalls statistisch belegt ist, dass die meisten Onliner bei Direktbanken eine Bankverbindung pflegen (aber nicht ausschließlich auf diese setzen).

Mein Rückschluss ist also, dass stark im Internet vertretene Banken ja nur bei dieser Umfrage gewinnen konnten und dies keines Falls die große "Überraschung bei der Premiere ist". Wer die meisten Onliner hat, die sich auch bei solche Aktionen beteiligen, der hat auch im Nachhinein die Nase vorn. Was ist mit den Millionen Kunden die zufrieden sind mit ihrem Altersvorsorgeprodukt bei ihrer Hausbank vor Ort? Ich bin mir nicht sicher, ob sich davon genügend vor den PC gesetzt haben um ihr Statement zu liefern.

Meine Frage ist, ob eine Umfrage allein über das Internet überhaupt eine zuverlässige Aussage über die Beratungsqualität bei der gegebenen Banken- und Beratervielfalt zulässt. Das soll jetzt kein Pro-Filialbanken-Banner werden, aber wenn hier öffentlich etwas angepriesen wird (wie in dem Fall die genannten Direktbanken), dann sollte darauf geachtet werden, dass die Umfrage in der Qualität ihrer Durchführung auch seriös ist.

Boniher

27.04.2011, 08:41 Uhr

Banken können nie im Sinne ihre Kunden beraten - weil sie deren Geld/Boni brauchen.
Je größer der angedrehte Mist, desto besser die Boni.
Wer sich nicht selber um sein Geld kümmert braucht sich nicht zu wundern, wenn er abgezockt wird.
Gleiches gilt für die Gesundheit/Medizin und andere Bereiche.

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