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14.01.2009

09:12 Uhr

Sicherheit in der Krise

Bausparen wiederentdeckt

VonThomas Schmitt

In der Krise sind die Kunden konservativ. Sie scheuen riskante Investments und suchen Anlagen mit geringem Risiko. Davon profitieren derzeit vor allem die Bausparkassen. Im vergangenen Jahr haben sie Verträge im Wert von über 100 Milliarden Euro abschlossen und auch für das kommende Jahr ist die Branche zuversichtlich.

Goldene Zeiten herrschen derzeit für Bausparkassen wie die LBS. Foto: dpa dpa

Goldene Zeiten herrschen derzeit für Bausparkassen wie die LBS. Foto: dpa

STUTTGART. Bausparen boomt mitten in der Finanzkrise. Die 25 deutschen Bausparkassen haben im vergangenen Jahr Verträge im Wert von rund 100 Mrd. Euro verkauft und damit ihr zweitbestes Ergebnis überhaupt geschafft. Davon gehen Branchenexperten nach ersten Schätzungen aus. Nur im Krisenjahr 2003 haben die Institute noch mehr Geschäft reingeholt, damals waren es 106,5 Mrd. Euro.

Die Bausparverkäufer haben vor allem im Dezember noch mal zwei Gänge hochgeschaltet. Dabei kam ihnen wieder einmal die Politik zu Hilfe. Denn mit Ende des Jahres ist die Wohnungsbauförderung in alter Form ausgelaufen. Viele der 25 Millionen Bausparkunden haben sich für die nächsten Jahre die alte Wohnungsbauprämie ohne Einschränkungen gesichert.

Der zweite Grund für den Jahresendspurt ist die neue Wohn-Riester-Förderung, die wie die Riester-Rente eine Form der Altersvorsorge ist. Im Jahresendgeschäft wurde diese Neuerung auch schon verkauft. Im Gegensatz zur alten Wohnungsbauprämie kann nun jeder die staatliche Förderung nutzen, allerdings ist sie wesentlich stärker zweckgebunden als bisher. Gefördert wird in der Regel nur, wer baut oder modernisiert. Nur für junge Leute unter 25 Jahren gilt eine Ausnahme.

Besonders stark und vermutlich stärker als die Branche hat sich erneut der Marktführer aus dem Lager der Volks- und Raiffeisenbanken entwickelt, Schwäbisch Hall. "2008 ist unser Neugeschäft zweistellig gewachsen, so dass 2008 für Schwäbisch Hall ein Spitzenjahr war", sagte Vorstandschef Matthias Metz dem Handelsblatt. "Wir haben Bausparsummen von insgesamt deutlich mehr als 30 Mrd. Euro abgeschlossen." Das Institut kommt auf einen Marktanteil von knapp 30 Prozent.

Kleinere private Konkurrenten wie Wüstenrot waren ebenfalls gut unterwegs. Vor 2006 verlor die Kasse stetig Marktanteile. 2008 haben die Stuttgarter erstmals seit zehn Jahren deutlich zugelegt. Der Marktanteil stieg von 7,8 im Jahre 2006 auf rund 9 Prozent. Ursache war auch die Neuausrichtung der W&W-Gruppe, zu der Wüstenrot gehört. "Wir haben in Berater investiert, die Vergütung verändert, die Produkte optimiert, den Service verbessert und die Werbung erneuert", sagte Konzernchef Alexander Erdland dem Handelsblatt.

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