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08.09.2012

14:00 Uhr

Sky Du Mont im Interview

„Ich will mein Geld mit Aktien erhalten“

VonChristian Schnell

Schauspieler in Deutschland zu sein, ist ein harter Job. Oft sind die Gagen klein. Ein Grund, warum kaum einer über Geld redet. Sky Du Mont gehört zu den seltenen Ausnahmen. Was er mit seinem Geld anstellt.

Sky Du Mont im Handelsblatt-Interview.

Sky Du Mont im Handelsblatt-Interview.

Herr du Mont, kann man sich mit Schauspielern über ihre Finanzen unterhalten?

Gegenfrage: Bei wie vielen haben Sie es denn schon versucht?

Bei etlichen.

Und wie viele haben zugesagt?

Sie sind der Erste.

Sehen Sie. Schauspieler sprechen weder über Geld noch darüber, welche Partei sie wählen. Ich kenne doch meine Pappenheimer. Meist heißt es: Das könnten meine Fans schlecht auffassen.

Warum reden Sie dann darüber?

Mein Bruder war unter anderem bei Merrill Lynch. Auch mein Urgroßvater war Bankier. Der hatte zweimal sein komplettes Geld an der Börse verloren und ist Gott sei Dank erst gestorben, als er wieder etwas hatte. Das hat mich immer sehr vorsichtig gemacht. Vor allem die Erfahrung, dass die Leute an der Börse eigentlich steinreich sein müssten, es aber trotzdem nicht sind, weil auch sie es nicht viel besser wissen. Mein Bruder hatte sehr viel Erfolg, endete aber mit sehr viel Verlust. Ich selbst habe einmal Aktien gekauft, die dann nach oben geschnellt sind. Die habe die am nächsten Tag wieder verkauft.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Und heute?

Heute habe ich das Geld, das ich zur Seite geschafft habe, geteilt. Ich verstehe nicht wahnsinnig viel davon, aber ich habe einen Bauch. Ich hatte immer die Einstellung: Ich will mit Aktien et cetera kein Geld verdienen, ich will mein Geld erhalten. Das ist dann auch eine ganz andere Basis.

Was heißt das konkret?

Ich habe einen gewissen Teil in Beton angelegt. Dann einen Teil in Dollar, in Pfund und in Schweizer Unternehmen. Alles steuerlich ganz legal wohlgemerkt. Und das gleicht sich merkwürdigerweise im Positiven immer wieder aus.

Spricht daraus auch die Angst um den Euro oder vor dem Euro, dass Sie in andere Währungsräume diversifizieren?

Ja, wobei ich hier nicht so wahnsinnig gut durchblicke. Aber ich glaube auch nicht, dass 80 Prozent der Bundestagsabgeordneten, die am Abend vor der Abstimmung zum Rettungspakt 520 Seiten zum Lesen bekamen, hier gut Bescheid wissen. Ich will nicht sagen, dass ich am Euro zweifle, weil ich auch weiß, dass der Euro mit der Grund ist, warum es uns gerade so gutgeht. Aber ich würde auch splitten, wenn es dem Euro gutginge. Oder wie man im Englischen sagt: Spread your cards. Ich habe ja wirklich bei null angefangen und musste dafür viele schreckliche Filme machen, beispielsweise Industriefilme für Wälzfräsmaschinen in Nürnberg. Das heißt, ich möchte das Geld, das ich gespart habe, gerne mit ins Alter nehmen. Die Rente ist bei einem Schauspieler nie besonders groß.

Kommentare (23)

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Wolfgang

08.09.2012, 14:46 Uhr

Sehr geehrter Herr Sky du Mont..
Herzlichen Dank für den ehrlichen & offenen Einblick in ihr (Finanzielles)Privatleben..
Respekt vor ihrer Lebensleistung..
alles gute für ihre Familie.......
auch an das HB ein 1+, sonst liest man ja nur in Klatschblätter das Befinden Deutschen Schauspieler..
servus aus München....

popper

08.09.2012, 14:47 Uhr

Dereartige Artikel oder Interviews sind überflüssig wie ein Kropf. Dazu kommt, dass du Mont gleich zu Beginn darauf hinweist: "Ich will mit Aktien et cetera kein Geld verdienen, ich will mein Geld erhalten." Der erste Teil des Satzes wird weggelassen und daraus wird der Aufmacher: "Ich will Ich will mein Geld mit Aktien erhalten". Was die Aussage ins Gegenteil verkehrt. Denn, dass du Mont sein Geld erhalten will, heißt nicht, dass er das mit Aktien tun will. Er spricht ja davon: "Ich habe einen gewissen Teil in Beton angelegt. Dann einen Teil in Dollar, in Pfund und in Schweizer Unternehmen." Der Artikel suggeriert aber du Mont setzt auf Aktien, um den Leuten das Spekulieren an der Börde schmackhaft zu machen. Das ist einfach hanebüchen, mit welchen Mittel dieses "Börsenmärchen" immer wieder den Leuten als Heilmittel angedient wird. Zischen den Zeilen des Interviews, das sich ja nicht um Aktien dreht, sondern wo es um die Schauspielerei und die längst bekannten Selbsbespiegelungen des Herrn geht, wird mit nicht zu überbietender Penetranz auf Aktienwerte und Börsengurus hingewiesen, die den Leuten die Zockerei schmackhaft machen sollen. Das ist einfach nur noch unseriös.

Hans

08.09.2012, 14:50 Uhr

Pro Aktien und Pro Euro Propaganda.
Ein bezahlter Schauspieler........
Los ihr Leut`- verbrennt euer hart verdientes Geld indem ihr auf wertloses Fiat-Money Euro versprechen investiert und macht mit bei der Zockerei in einem manipulierten Aktienmarkt welcher zudem noch bald abstürzt....

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