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23.10.2012

17:14 Uhr

Sparkassen-Studie

Worauf deutsche Sparer vertrauen

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff. Und was machen die Sparer in Deutschland? Sie setzen auf Finanz-Produkte, mit denen sie nichts verdienen, wie das aktuelle Vermögensbarometer der Sparkassen zeigt.

Einfamilienhaus im bayerischen Emmering. dapd

Einfamilienhaus im bayerischen Emmering.

BerlinIn der Finanz- und Schuldenkrise setzen verunsicherte Verbraucher in Deutschland verstärkt auf eigene vier Wände. Fast jeder Zweite nutze eine Eigentumswohnung oder ein Haus für die Altersvorsorge, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Sparkassenverbandes DSGV. "Viele Menschen suchen nach Sicherheit und finden sie für sich in einer selbst genutzten Immobilie. Die Nachfrage ist derzeit auf einem Höhepunkt", sagte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon in Berlin. Rund 30 Prozent der Sparer wollten laut Vermögensbarometer 2012 eine Immobilie für sich kaufen.

Allerdings erwarte er, dass der Höhepunkt beim Erwerb selbst genutzter Immobilien bald überschritten sei. „Die Lage an den Immobilienmärkten ist nicht mehr so, dass jedes Engagement ein Gutes ist“, sagte der Sparkassenpräsident.

Obwohl die Zinsen so niedrig sind wie niemals zuvor bleibt das Sparbuch nach Angaben des Verbandes die "mit Abstand beliebteste Anlageform der Bundesbürger". Es folgen die Rentenversicherung, die Lebensversicherung und der Bausparvertrag. "Sicherheit und vor allem die Möglichkeit, kurzfristig über sein Geld verfügen zu können, sind die wichtigsten Gründe, die für das Sparbuch und für verwandte Sparformen sprechen", erklärte der DSGV.

Sparkassen-Vermögensbarometer

So soll es mit der Rente klappen ...

Eine Frage, die die Sparkassen Ihren Kunden stellte, war die Frage, mit welchen Anlagen sie versuchten, ihre finanzielle Situation im Alter zu sichern.

Platz 15

Rürup-Rente
2012: 3 Prozent
2011: 3 Prozent

Platz 14

Immobilienfonds

2012: 8 Prozent
2011: 7 Prozent

Platz 13

Fremd genutzte Immobilie
2012: 16 Prozent
2011: 15 Prozent

Platz 12

Festverzinsliche Wertpapiere
2012: 17 Prozent
2011: 13 Prozent

Platz 11

Termingeld
2012: 18 Prozent
2011: 14 Prozent

Platz 10

Aktien
2012: 23 Prozent
2011: 20 Prozent

Platz 9

Investmentfonds
2012: 26 Prozent
2011: 23 Prozent

Platz 8

Festgeld
2012: 32 Prozent
2011: 27 Prozent

Platz 7

Riester-Rente
2012: 35 Prozent
2011: 33 Prozent

Platz 6

Selbst genutzte Immobilie
2012: 48 Prozent
2011: 41 Prozent

Platz 5

Betriebliche Altersvorsorge
2012: 51 Prozent
2011: 46 Prozent

Platz 4

Bausparvertrag
2012: 55 Prozent
2011: 51 Prozent

Platz 3

Lebensversicherung
2012: 60 Prozent
2011: 57 Prozent

Platz 2

Rentenversicherung
2012: 64 Prozent
2011: 60 Prozent

Platz 1

Rücklagen auf dem Sparbuch
2012: 65 Prozent
2011: 56 Prozent

Trotz der europäischen Schuldenkrise sehen die meisten Deutschen ihre eigene finanzielle Situation optimistisch und schränken ihren Konsum nicht ein. Zur Altersvorsorge und Vermögenssicherung setzen mehr Menschen auf eigene Wohnungen oder Häuser, wie aus der am Dienstag vorgestellten Umfrage „Vermögensbarometer“ des Sparkassen- und Giroverbandes hervorgeht. Der Immobilienboom könnte sich allerdings künftig etwas abschwächen.

57 Prozent der Befragten beurteilen ihre persönliche Situation in finanzieller Hinsicht mit „gut“ bis „sehr gut“. Dieser Wert stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich. 34 Prozent sagten, „es geht“, 9 Prozent gaben an, es ginge ihnen finanziell „eher schlecht“.

Auch der Blick in die Zukunft ist zumeist positiv: Die große Mehrheit der Befragten (82 Prozent) erwartet, dass sich ihre Situation in der nächsten Zeit nicht verändern oder sogar verbessern wird. Männer und junge Menschen sind dabei noch optimistischer als Frauen oder ältere Menschen.

Vermögensreport 2012

Top 10

Schweden
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 237.297
Veränderung zum Vorjahr: -17 %

Quelle: Credit Suisse

Top 9

Großbritannien
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 250.005
Veränderung zum Vorjahr: - 6 %

Top 8

Singapur
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 258.117
Veränderung zum Vorjahr: - 4 %

Top 7

USA
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 262.351
Veränderung zum Vorjahr: + 1 %

Top 6

Frankreich
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 265.463
Veränderung zum Vorjahr: - 15 %

Top 5

Japan
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 269.708
Veränderung zum Vorjahr: +1 %

Top 4

Luxemburg
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 277.119
Veränderung zum Vorjahr: - 14 %

Top 3

Norwegen
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 325.989
Veränderung zum Vorjahr: - 7 %

Top 2

Australien
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 354.986
Veränderung zum Vorjahr: - 11 %

Top 1

Schweiz
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 468.186
Veränderung zum Vorjahr: - 13 %

Für die repräsentative Studie, die jährlich kurz vor dem Weltspartag (30. Oktober) erscheint, wurden im Juli und August 2000 Menschen in Deutschland telefonisch zu ihrem Umgang mit Geld befragt.
Zu ähnlichen Ergebnissen führt auch eine andere Befragung, die der Nürnberger GfK-Verein am Dienstag vorstellte. Danach kommen rund vier Fünftel der Deutschen finanziell gut bis sehr gut zurecht. Während sich 3 Prozent der Bevölkerung in keiner Weise einschränken müssen, fühlen sich 33 Prozent gut versorgt und können sich einiges leisten. Gerade so über die Runden kommen hingegen 15 Prozent der Bevölkerung. Bei 4 Prozent langt es nach eigener Einschätzung vorne und hinten nicht.

Ihren Konsum eingeschränkt haben nur 23 Prozent der Deutschen - halb so viel wie vor sieben Jahren. 69 Prozent sagen hingegen, sie hätten ihre persönlichen Ausgaben nicht verändert. Etwa genau so viel (71 Prozent) wollen auch in Zukunft gleich viel Geld ausgeben wie bisher.


Kommentare (6)

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Account gelöscht!

23.10.2012, 16:02 Uhr

Was sollen solche Umfragen, das weiß doch jeder normal denkende Mensch. Ansonsten gibt es nur noch ein von CDUCSUSPDGRÜNFDP "erlaubtes" Motto: >Sparen für die Südstaaten !!!<

Account gelöscht!

23.10.2012, 16:08 Uhr

Was für ein primitiver Artikel!

Logisch "sparen" die Deutsche wie bisher auf Konten. Das gesamt Geseiere, die Kluhscheißerei des HB und ähnlicher Produkte bietet Null Alternativen an. Nur Müll wird hochgepriesen. Das ist ja der "Gag": Dieser Art der (rechtswidrigenm) Inflationierung durch die EZB KANN man sich nicht entziehen! Und weiter: Logisch, man schränkt den Konsum nicht ein, weil der schon Morgen, mit den skurilsten Begründungen der Politik übrigens, deutlich teuerer wird.

Der Verfasser hat offenbar den Schlag nicht gehört!

VerlogenePolitiker

23.10.2012, 16:50 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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