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26.02.2015

15:12 Uhr

Sparkassen

Wenig Rückhalt für Ritter Fahrenschon

VonElisabeth Atzler, Frank Matthias Drost

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon fordert staatliche Sparanreize. Die Riester- und die Rürup-Renten reichen ihm nicht. Doch die Politik bremst ihn aus.

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BerlinDie deutschen Sparkassen stoßen mit ihrer Forderung nach mehr staatlichen Sparanreizen auf Ablehnung in der Politik. „Wenn wir Geld übrig haben, sollten wir die lieber in eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge stecken", empfahl Antje Tillmann, finanzpolitische Sprecherin der Union, auf der „Handelsblatt Jahrestagung Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken“. Aus anderen Parteien kamen ähnlichen Einschätzungen. „Ich bin nicht dafür", pflichtete ihr Lothar Binding, Tillmanns Pendant bei der SPD, bei.

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Gerhard Schick, wunderte sich sogar über den jüngsten Vorschlag von Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon. Mehr Sinn würde es ergeben, die Investitionen zu fördern statt das Sparen. Und dem Vizechef der Linken, Axel Troost, fehlt der Glaube, dass durch Sparanreize dem Problem der Altersarmut beizukommen ist: „Wir sind für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung und können uns vorstellen, selbstgenutztes Wohneigentum zu fördern“, so Troost.

Sparkassenpräsident Fahrenschon: „Es ist wichtig, staatliche Sparanreize zu setzen“

Sparkassenpräsident Fahrenschon

Premium „Es ist wichtig, staatliche Sparanreize zu setzen“

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon sieht angesichts der Niedrigzinsen den Staat in der Pflicht, Sparern zu helfen. Negativzinsen erteilt er eine Absage, auch wenn die Sparkassen zunehmend unter Druck geraten.

Die deutschen Sparkassen hingegen wollen, dass Sparen angesichts der Minizinsen staatlich stärker gefördert wird – und hoffen auf Unterstützung der Politik. Fahrenschon zeigte sich optimistisch: „Wir sind in Gesprächen mit Finanzpolitikern, den Fachpolitikern und den Fraktionsspitzen“, sagte er. Mehr Sparanreize für die deutschen Bürger werde vielleicht nicht in der laufenden Legislaturperiode Thema, aber spätestens zur nächsten Bundestagswahl, erwartet Fahrenschon. Die würde turnusgemäß im Jahr 2017 stattfinden.

Fahrenschon hält Sparanreize angesichts der Minizinsen in der Euro-Zone für „extrem wichtig“. „Sparen wird bestraft.“ Es gebe keinen Zins mehr, um einen Sparanreiz auch für die Altersvorsorge zu geben. „Wir brauchen eine breit angelegte Initiative für Eigentum“, sagte er. Deutschland hinkt etwa bei Wohneigentum anderen europäischen Ländern weit hinterher.

Kommentare (3)

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Herr Tobias Herzig

26.02.2015, 15:45 Uhr

Es ist vollkommen legitim, dass jeder seine eigenen Interessen vertritt. Das gilt auch für die Sparkassen. Natürlich hat der Vorschlag zu Recht keine Chance.

Herr Jürgen Bertram

26.02.2015, 16:19 Uhr

er kann sich bei dem Drucker-Draghi beschweren - Bei "gewünschter" Inflation von 2% macht "klassisches", oder überhaupt Sparen, keinen Sinn. Da hauen die Leute die Kohle, wenn Sie überhaupt was "über haben", lieber gleich auf den Kopf. Warum soll man sich enteignen lassen?

Herr J.-Fr. Pella

27.02.2015, 12:13 Uhr

Warum nur für die "Reichsten" Vorzüge gewähren.
Endlich soll der "kleine" Sparer auch mal etwas bekommen!!!
Aber nach Griechenland ist für uns "kleinen" Deutschen kein
Geld mehr vorhanden.
A L L E parlamentarischen Ja-Sager in Berlin sollte man wegen Verletzung des deutschen Grundgesetzes (Schaden v. deutschen Volke abzuwenden) und des vorsätzlichen Meineides anzeigen.

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