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03.01.2017

16:57 Uhr

Steigende Zahnarztkosten

Mehr Sicherheit im Mund

VonChristian Schnell

Zahnzusatzversicherungen sind immer gefragter. Weil sie bei teuren Behandlungen den Eigenanteil mindern. Aber auch hier gilt es. im Wust von Anbietern und Tarifen den Überblick zu behalten.

Dem Bericht nach hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Zusatzversicherungen fast verdoppelt. dpa

Zahnartzt

Dem Bericht nach hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Zusatzversicherungen fast verdoppelt.

BerlinDie eher unappetitlichen Folgen werden hier nur angedeutet. „Falls Sie sich mal die Füllung rausziehen“, heißt es in einem Spot der Axa. Zu sehen ist ein Toffee mit ganz viel zähem Karamell, gemeint ist aber eine Zahnfüllung.

Keine Frage: Droht Zahnersatz oder eine andere größere Zahnbehandlung, dann wird das für den Patienten in der Regel teuer. Denn die Krankenkassen übernehmen hier längst nicht alle Kosten. Ganz im Gegenteil: Oft bleiben die Patienten auf dem größten Teil der Rechnung selbst sitzen.

Deswegen schließen immer mehr gesetzlich Krankenversicherte eine Zahnzusatzversicherung ab. Allein im vergangenen Jahr sind rund 400 000 neue Versicherungen für Zahnbehandlungen abgeschlossen worden, meldeten am Dienstag die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Zahlen der privaten Krankenversicherung (PKV). Klar ist: Wer einmal vieles selbst zahlen musste oder trotz guter Pflege zunehmende Probleme im Mund verspürt, der ist dafür plötzlich sehr ansprechbar.

Und steht doch vor einer kaum zu durchblickenden Vielfalt. Erst im November hatten sich die Experten der Stiftung Warentest 209 Zahnzusatzversicherungen genauer angesehen und dabei immerhin 66 mit „sehr gut“ bewertet. Aber eben auch 26 nur mit „ausreichend“. Mit den leistungsstärksten Tarifen decken die gesetzlich Versicherten auch bei einem teuren Zahnersatz zusammen mit dem Anteil ihrer Krankenkasse immerhin 80 bis 95 Prozent der Rechnung ab.

Die Auswahl ist somit ein guter Anhaltspunkt. Trotzdem kommt auch ganz viel auf den Einzelfall an. Alter und Vorerkrankungen spielen in der Beitragsberechnung eine große Rolle, ebenso die Ausgestaltung mit Zusatzleistungen wie beispielsweise einer professionellen Zahnreinigung, Akupunktur zur Schmerzbehandlung oder der Übernahme so genannter Knirscherschienen. Manche vermeintlich teure Versicherer bieten hier vieles im Paket, andere mit auf den ersten Blick günstigen Tarifen lassen sich Zusatzleistungen auch zusätzlich bezahlen.

Versicherungen: Schutz vor der Zahnarztrechnung

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Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich an vielen Zahnbehandlungen beteiligen. Zahnzusatzpolicen helfen, das Kostenrisiko zu begrenzen. Welche Leistungen wichtig sind und was sie kosten.

Einen guten Anhaltspunkt bieten die Vergleichsportale im Internet, von denen es mittlerweile auch im Bereich Zahnersatz weit mehr als nur eines gibt. Hier lässt sich zumindest eine Vorauswahl treffen. In der Regel bewegen sich die Monatsbeiträge für einen Mann mittleren Alters zwischen 25 und 50 Euro. Wer Familie hat, für den empfiehlt es sich, gleich Frau und Kinder mit einzubeziehen. Denn gerade bei den Kleinsten sind sündteure Behandlungen beim Kieferorthopäden heutzutage keine Seltenheit. Mit dem Gedanken daran sollten sich Eltern am besten schon im Vorschulalter befassen, empfehlen die Experten der Stiftung.

Das gilt natürlich erst recht bei den Erwachsenen. 3,6 Millionen Kronen und 700 000 Brücken bekommen gesetzlich Versicherte jedes Jahr in Deutschland eingesetzt. Und da unsere Nahrung tendenziell immer reichlicher und vor allem süßer wird, sind die Zähne auch mehr und mehr gefordert. Dem gegenüber steht die deutlich verbesserte Zahnpflege der Deutschen.

Die „Deutsche Mundgesundheitsstudie“, die erstmals im Jahr 1989 veröffentlicht und die im vergangenen August in der fünften Version vorgestellt wurde, bestätigt das. Immerhin sind 81 Prozent der heute 12-Jährigen kariesfrei, eine Verdoppelung seit dem Jahr 1997. Und bei den 35- bis 44-Jährigen ist die Zahl seither zumindest um 30 Prozent zurückgegangen. Selbst bei den Senioren hat sich vieles zum Besseren gewandelt. Hier haben ältere Senioren (75 bis 100 Jahre) inzwischen einen Gesundheitszustand ihrer Zähne wie früher die jüngeren Senioren (65 bis 74 Jahre).

Soweit die erfreuliche Seite. Es hilft trotzdem nichts, wenn sich der Versicherte erst dann nach einer Zahnzusatzversicherung umsieht, wenn bereits eine teure Behandlung droht. In den ersten acht Monaten nach Vertragsabschluss erhält er nämlich noch keine Leistungen.

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