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24.05.2012

14:07 Uhr

Stiftung Warentest

Finanzierungslücke wegen geringer Rendite auf Stiftungskapital

Bald könnte das Werben mit einem Testergebnis der Stiftung Warentest mehr Geld kosten. Da die Stiftung ihre Kosten nicht über die Zinsen ihres Kapitalstocks decken kann, wird über neue Einnahmequellen nachgedacht.

Das Werben mit dem Logo der Stiftung Warentest könnte bald kostenpflichtig sein. dapd

Das Werben mit dem Logo der Stiftung Warentest könnte bald kostenpflichtig sein.

BerlinDie Reklame mit „sehr guten“ Testergebnissen kostet vielleicht bald extra: Wegen der derzeit äußerst geringen Zinsen auf ihren Kapitalstock erwägt die Stiftung Warentest ein Lizenzsystem für ihr Logo. Der Vorstand der Stiftung, Hubertus Primus, sagte am Donnerstag in Berlin, dazu gebe es „Vorüberlegungen“. Details nannte er nicht. „Dass dabei weiterhin unsere Unabhängigkeit gewahrt bleiben muss, versteht sich von selbst.“ Auch Einsparungen seien notwendig.

Die Stiftung leidet unter einer Finanzierungslücke. Sie finanziert sich unter anderem aus einem vom Bundesverbraucherministerium zur Verfügung gestellten Kapitalstock von 50 Millionen Euro. Bei diesem Modell ging das Ministerium Primus zufolge von einer Verzinsung von fünf Prozent aus, die aber „derzeit nicht erreichbar“ ist, wie Primus sagte. Auch die von der Koalition im März zugesagten 1,5 Millionen Euro jährlich ab 2013 sollten zur Stärkung des Verbraucherschutzes für Finanzprodukte verwendet werden.

Die Stiftung habe nur durch eine Umstellung in der Bilanzierung ein Plus von 770.000 Euro bei etwa 40 Millionen Umsatz erzielen können. Das im Dezember erscheinende „test“-Januarheft wurde erstmals dem Ergebnis von 2011 zugeschlagen, so dass im vergangenen Jahr einmalig 13 Hefte bilanziert wurden. Anderenfalls wäre es ein etwa gleich hohes Minus gewesen, sagte Primus.

Für 2012 rechne er mit einem Minus von 1,2 Millionen Euro. Abhelfen sollen dem die Nutzung von Synergieeffekten und andere Maßnahmen, etwa die Logo-Vermarktung, aber „keinesfalls“ solle beim Personal gekürzt werden.

Während die Auflagen des „test“-Hefts zurückgehen, blieben sie bei „Finanztest“ im Abo gleich, sanken aber am Kiosk ebenfalls. „Ein wichtiger Hebel“ zur Finanzierung sind laut Primus die Produktdatenbanken der Warentest-Internetpräsenz. Dort lassen sich kostenpflichtig Testergebnisse und Preise beliebter Konsumartikel ebenso vergleichen wie Zinsangebote oder Fonds. Einnahmen durch Werbeanzeigen sind per Satzung untersagt. Deshalb erhielt die Stiftung 2011 einen staatlichen Ausgleich von vier Millionen Euro, in diesem Jahr 3,5 Millionen Euro.

Kommentare (1)

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27.10.2012, 20:49 Uhr

Tja, was sagen denn die Experten der Finanztest dazu?
Ist überhaupt irgendwo offengelegt, wie das Stiftungskapital angelegt ist?

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