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21.11.2014

11:12 Uhr

Strafzins

WGZ Bank führt Negativzinsen ein

Nach der Skatbank führt nun auch die Düsseldorfer WGZ Bank negative Zinsen ein. Damit reicht die Bank die „Strafzinsen“ der EZB an ihre Kunden weiter. Bisher seien aber nur institutionelle Kunden betroffen.

Die WGZ Bank in Düsseldorf: Nach Commerz- und Skatbank gibt es nun auch hier Strafzinsen. Pressebild

Die WGZ Bank in Düsseldorf: Nach Commerz- und Skatbank gibt es nun auch hier Strafzinsen.

DüsseldorfWie die Skatbank und bald auch die Commerzbank gibt auch die WGZ Bank in Düsseldorf die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) an einen Teil ihrer Kunden weiter. Die WGZ Bank berechne ausschließlich institutionellen Kunden - und davon nur in einem geringen Teil - negative Zinsen, sagte ein Sprecher der Bank der „Rheinischen Post“ vom Freitag. Andere Kundengruppen würden derzeit nicht belastet.

Am Donnerstag hatte die Commerzbank als erste deutsche Großbank Negativzinsen auf Guthaben großer Unternehmenskunden angekündigt; die Deutsche Skatbank, eine Direktbank, erhebt seit dem 1. November eine Gebühr in Höhe von 0,25 Prozent auf Anlagen über drei Millionen Euro pro Kunde. Der Durchschnittssparer ist also nicht betroffen.

So legen Vermögende ihr Geld an

Ab wann ist man „vermögend“?

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gehört man bereits mit einem Nettovermögen von rund 261.000 Euro zum reichsten Zehntel der erwachsenen Bevölkerung. Das bedeutet, dass 6,7 Millionen Menschen in Deutschland vermögend sind. Durchschnittlich kommen sie auf ein Nettovermögen von 639.000 Euro je Erwachsener.

Wie viel Vermögen hat der deutsche Durchschnittsbürger?

Das durchschnittliche Nettovermögen beträgt 115.000 Euro.

Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland?

Über ein Nettovermögen von mindestens 1 Million Euro verfügt nur ein Prozent der Erwachsenen, das sind rund 670.000 Menschen.

Wie wird man reich?

Ein Blick auf die Altersstruktur der Vermögenden zeigt: Reichsein ist häufig das Ergebnis eines Lebenswerkes. Fast drei Viertel des reichsten Bevölkerungszehntels sind mindestens 50 Jahre alt, rund 40 Prozent sogar bereits in Rente. Und: Neben dem Alter ist vor allem der berufliche Status wichtig. Im vermögensstärksten Zehntel sind gut 21 Prozent Selbstständige – dreimal so viel wie in der gesamten Bevölkerung.

Wie legen Vermögende ihr Geld an?

Durchschnittlich hat ein Vermögender in Deutschland 41.000 Euro auf dem Sparkonto, 16.000 Euro Fondsanteile sowie 11.500 Euro in Anleihen und 12.000 Euro in Aktien. Außerdem sind 199.000 Euro im Eigenheim angelegt und 202.000 Euro in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien.

Wie legt der Durchschnittsdeutsche sein Geld an?

Der durchschnittliche Erwachsene hat 12.000 Euro auf dem Sparkonto, 3.000 Euro Fondsanteile, 1.500 Euro Anleihen und 2.000 Euro Aktien sowie 54.000 Euro im Eigenheim und 27.000 in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien angelegt.

Die Deutsche Bank sieht allerdings noch keinen allgemeinen Trend zu Strafzinsen. „Wir sind für Privatkunden nicht besorgt“, sagte Finanzchef Stefan Krause am Freitag in Frankfurt. „Ich glaube schon wegen des psychologischen Moments nicht, dass es Negativzinsen für Sparer geben wird.“ Es gehe mehr um Guthaben von Großkunden.

Die Frage sei, wie lange die Banken die Rechnung noch zahlen könnten, da sie selbst für kurzfristige Einlagen bei der EZB drauflegen müssen.

Die EZB hatte Anfang Juni erstmals in ihrer Geschichte einen Einlagezins von minus 0,1 Prozent beschlossen, inzwischen liegt er sogar bei minus 0,2 Prozent. Banken müssen seitdem dafür zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken anstatt es an Unternehmen zu verleihen.

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