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24.11.2014

06:03 Uhr

Strafzinsen auf Spareinlagen

„Das brennt ein Loch in die Tasche“

VonJörg Hackhausen

Die deutschen Sparer haben lange geschlafen. Jetzt stellen sie erschreckt fest: Die ersten Banken verlangen Strafzinsen auf Ersparnisse. Lohnt sich Sparen überhaupt noch? Und wo soll man Geld anlegen? Experten antworten.

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DüsseldorfEs war der Aufreger der vergangenen Woche: Als erste Großbank hat die Commerzbank Strafzinsen eingeführt, die zum jetzigen Stand institutionelle Anleger und Firmenkunden mit hohen Guthaben treffen sollen.

Den Frankfurtern zuvor gekommen waren bereits die DZ-Bank Luxemburg und die thüringische Skatbank. Die Düsseldorfer WGZ-Bank zog am Freitag nach. Weitere Banken dürften folgen. Wer künftig viel Geld auf dem Konto liegen lässt, muss dafür bezahlen.

Seit dem Sommer müssen die Banken selbst eine Art Strafzins zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Die Notenbank will damit erreichen, dass weniger Kapital auf Konten schlummert, sondern mehr davon in Umlauf kommt. Die negativen Einlagezinsen sollen ein Anreiz zum Geld ausgeben sein, was wiederum die schwache Konjunktur in der Euro-Zone beleben soll. Daher dürfte es der EZB ganz recht sein, dass die Privatbanken nun beginnen, die Strafzinsen an vermögende Kunden weiterzugeben.

Die Deutschen, die das Sparbuch traditionell lieben und mehr Geld in sicheren Anlagen parken als etwa in Aktien zu investieren, sind davon besonders betroffen. Laut einer Statistik der Deutschen Bundesbank vom Juni lagern die Bundesbürger immerhin insgesamt 2,092 Billionen Euro bar oder in sicheren Anlageformen, zum Beispiel auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto. Das sind rund 40 Prozent des Geldvermögens in Deutschland. Zum Vergleich: Auf Aktien entfallen rund 300 Milliarden Euro oder sechs Prozent.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Die Zinsen für Spareinlagen wie Tages- oder Festgeld fallen zwar schon seit geraumer Zeit verschwindend gering aus, doch erst die negativen Zinsen haben die deutschen Sparer wachgerüttelt. Viele fragen sich nun, was sie mit ihren Ersparnissen anfangen sollen. Wir haben Experten, die sich mit Geld auskennen, um eine Antwort gebeten.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten, wie Hendrik Leber (Acatis Investement), Asoka Wöhrmann (Deutsche Asset & Wealth Management), Andrew Bosomworth (Pimco), Max Otte (Investor und Buchautor) und Karl Stäcker (Frankfurt Trust) die Situation einschätzen und was sie Privatanlegern jetzt empfehlen.

In einem Punkt sind sie sich einig: Wer mehr Rendite will, muss mehr Risiko wagen. Trotzdem sollten Anleger nicht überstürzt handeln und schon gar nicht alles auf eine Karte setzen - denn wer aus Angst vor kleinen Zinsen alles riskiert, macht sehr wahrscheinlich große Verluste.

Kommentare (32)

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Herr Edgar Cayce

24.11.2014, 07:21 Uhr

Hätte man auch abkürzen können: kauft die jeweiligen Produkte der o.g. Gesellschaften.Passt für alle & trotz Höchstständen bei Aktien und Anleihen. Muss man bei sowas nicht "ANZEIGE" oben drüber schreiben?

Herr Gerhard Kraus

24.11.2014, 08:04 Uhr

Na klar, Aktien kaufen,Papiere.
Und dann auf den großen Knall warten.

Ich !! hole die Einlagen von der Bank.

Wenn das jeder tut,ist schnell Schluss mit Negativzins

Kaufe teils Goldmünzen nähe Spot

Herr Matthias Moser

24.11.2014, 08:38 Uhr

Was sollen wir eigentlich noch alles tun für die europäische Einigung und die daraus resultierenden Kollateralschäden?

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