Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2012

12:36 Uhr

Streit über Gebührenordnung

Kassen wollen Zahnarzt-Kosten strenger kontrollieren

Die gesetzlichen Krankenkassen wollen künftig Zahnarztrechnungen strenger kontrollieren und die Grundlage der Gebührenordnung bei den Zusatzleistungen ändern. Das schmeckt den Zahnärzten überhaupt nicht.

Die Zahnärzte reagieren gereizt auf die Pläne der Krankenversicherungen. gms

Die Zahnärzte reagieren gereizt auf die Pläne der Krankenversicherungen.

BerlinDie gesetzlichen Krankenkassen streiten mit den Zahnärzten über die Preise für zahnmedizinische Zusatzleistungen. Die Kassen fordern, den Eigenbeitrag der Patienten nicht mehr auf Grundlage der Gebührenordnung privater Versicherer zu berechnen und versprechen deutlich geringere Zuzahlungen.

Die Mediziner reagierten am Dienstag empört und bezichtigten die Kassen, mit der Aktion von ihrem eigenen Unvermögen, die Kostenbeteiligung der Versicherten gering zu halten, ablenken zu wollen.

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) müssen sich die Patienten an den Kosten teurer zahnärztlicher Leistungen wie Kronen, Brücken oder Plomben beteiligen. Die Kasse zahlt nur einen sogenannten Festzuschuss. Bei der Berechnung des Restbetrags orientieren sich die Zahnärzte jedoch in der Regel an einem Preiskatalog der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Der Verwaltungsrat des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kündigte deshalb an, künftig einen eigenen Zuzahlungskatalog erstellen zu wollen. Der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, versprach, dass die Versicherten bei einem GKV-Preiskatalog deutlich weniger zum Festzuschuss der Kassen zuzahlen müssten.

Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er: „Wir wollen endlich Transparenz bei den Zahnarztrechnungen.“ Zudem kündigte er an, dass die GKV künftig auch jenen Teil der Zahnarztrechnung kontrollieren wolle, den die Versicherten aus eigener Tasche zahlen müssten. „Dann kann sie prüfen, ob der Patient nicht zu viel bezahlen muss“, sagte er.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

11.04.2012, 13:53 Uhr

Handelt es sich bei den privat zu liquidierenden Leistungen nicht um einen zivilrechtlichen, frei vereinbarten Vertrag zwischen Arzt und Patient?

Scholles

15.04.2012, 12:45 Uhr

Die Dummheit und das Erfindungspotential der GKV Spitzenverbände ist nach wie vor ungebremst.Jede zahnärztliche Leistung, die nicht Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung ist, wird den betroffenen Patienten nach dem Willen des Gesetzgebers, und den dafür vorgesehenen Rechtsvorschriften, auf der Basis der gültigen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)berechnet. Daher ist eine volle Transparenz, sowohl in der Leistungsbeschreibung,als auch in der veranschlagten Gebührenhöhe gegeben. Herrn von Stackelbergs Ansinnen ist absurd und von Unverständnis der bestehenden Vertragssituation gekennzeichnet.Hinzu kommt leider auch noch die undifferentzierte und z.T.polemische Diktion dieses Handelsblatt Beitrages. Eine saubere Recherche der Materie wäre sehr viel hilfreicher gewesen und hätte zudem nicht solchen Unsinn produziert.
Dr. Gunter Scholles

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×