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19.07.2012

03:46 Uhr

Studie

Banken nehmen zu hohe Zinsen für Dispokredite

Einer Studie zufolge nehmen Banken ihren Kunden zu viel Geld ab für die Überziehung ihres Kontos. Auch mit einem niedrigeren Zinssatz könnten die Banken profitabel arbeiten, das Ausfallrisiko sei eher gering.

Einer Studie zufolge verlangen Banken zu viel Geld für Dispokredite - besser man zapft den Sparstrumpf an. dpa

Einer Studie zufolge verlangen Banken zu viel Geld für Dispokredite - besser man zapft den Sparstrumpf an.

BerlinEin von der Bundesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten schätzt die von deutschen Banken erhobenen Zinsen bei der Überziehung von Konten einem Bericht zufolge als deutlich überhöht ein. Die Studie komme zu dem Ergebnis, dass „die Erträge aus dem Dispokreditgeschäft die Kosten, die dem Kreditinstitut für dieses einzelne Produkt entstehen, deutlich übersteigen“, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag unter Berufung auf die Untersuchung.

Die Experten des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung und des Instituts für Finanzdienstleistungen schreiben in ihrem gemeinsamen Gutachten, dass das Extra-Geld „zur Quersubventionierung anderer Leistungen oder zur Gewinnsteigerung verwendet“ werde. Laut einer Erhebung der Stiftung Warentest verlangen die deutschen Banken durchschnittlich 12,4 Prozent Zins für Dispokredite. Spitzenreiter bei der letzten Erhebung der Stiftung im Herbst 2011 war eine Bank mit 18,25 Prozent.

Die Experten kommen in ihrem Gutachten jetzt zu dem Ergebnis, dass die Banken auch mit einem Zinssatz von höchstens zehn Prozent profitabel arbeiten könnten. Die beiden Institute widerlegen laut „SZ“ auch die Argumente der Banken. Diese rechtfertigen ihre Zinsen gerne mit hohen Kosten für die Abwicklung der zumeist kleinen Kredite - und mit dem vermeintlich großen Ausfallrisiko.

Die Studie zeigt, dass beides nicht stimmt. So belegen die Forscher, dass die Ausfallquote der Dispokredite mit durchschnittlich 0,3 Prozent außerordentlich niedrig ist, bei normalen Konsumentenkrediten liegt sie bei 2,5 Prozent. Außerdem habe sich der Bearbeitungs- und Verwaltungsaufwand für die Kredite in den vergangenen Jahren nicht erhöht, schreiben die Experten.

Laut der Studie summierten sich die Dispokredite der Deutschen aktuell auf mehr als 40 Milliarden Euro oder 500 Euro pro Bürger. Eine gesetzlich festgelegte Zinsobergrenze für Dispokredite sähen die Experten aber kritisch. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Banken an dieser Grenze orientieren und bisher günstigere Institute den Rahmen ausschöpfen könnten, heißt es demnach in der Studie. Zudem könnten die Banken sich das Geld über die Anhebung anderer Gebühren zurückholen, was auch auch Aigner so sehe.

Video

Politik macht gegen Dispozinsen mobil

Video: Dispozinsen bei deutschen Banken viel zu hoch

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Im Jahr 2012 überzogen laut einer Untersuchung des Forschungsinstituts Forsa, aus der das „Hamburger Abendblatt“ am Donnerstag berichtete, bereits 24 Prozent der Verbraucher in Deutschland ihre Girokonten.

Demnach überziehen Westdeutsche mit 24 Prozent häufiger als Ostdeutsche mit 21 Prozent und Männer mit 26 Prozent öfter als Frauen mit 21 Prozent ihre Konten. 80 Prozent der Verbraucher empfänden die Höhe der Dispozinsen als unangemessen hoch. Auch die Forsa-Studie will Aigner am Donnerstag vorstellen.

Kommentare (25)

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Mig29Leverkusen

19.07.2012, 06:36 Uhr

Hallo,
das lustige ist das Banken Geld verleihen das sie Garnicht haben.!!!
also ohne das der Staat sich verschuldet, gäbe es überhaupt kein Geld
in unserem System.
Man nennt es auch Verzinstes Schuldgeld System,
es kommt kein Geld in unsere Wirtschaft durch Arbeit.
Sonst müsste ja beim erstehen eines Wirtschaftsgut (Tisch, Stuhl oder Auto)
auch Geld entstehen, das tut es aber nicht, es wird als Kredit erzeugt ( Gierahlewertschöpfung )
Geld aus dem Nichts geschaffen.
Gieraalgeld oder auch Buchgeld genant (Kein Gesetzliches Zahlungsmittel),
Da das meiste Geld Buch oder Girlaalgeld ist können Kredite in riesigen summen vergeben werden (9 % Mindestreserve).
Da das richtige Zahlungsmittel (Fiat Geld oder Fiat Money) nicht oft in unseren Händen ist (Wird ja alles Überwiesen)
Buchgeld von Konto zu Konto bleibt Buchgeld.
Dafür nehemen die Baken bis zu 18%
Lustiges Spiel hätte ich 5 Milionen würde ich auch eine Bank Gründen.

Gruß aus Leverkusen

Account gelöscht!

19.07.2012, 06:57 Uhr

...viel Erfolg; ...aber fein aufpassen, daß der Nachweis geführt werden kann, einen auasreichend qualifizierten Vorstand dieser Bank stellen zu können... ;-)

Michi

19.07.2012, 07:25 Uhr

Spitzenreiter bei der letzten Erhebung der Stiftung im Herbst 2011 war eine Bank mit 18,25 Prozent.

Der Name der Bank wäre mal interessant

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