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17.08.2014

14:26 Uhr

Studium und Finanzen (Teil 3)

Wann sich Schulden im Studium lohnen

VonKatharina Kistler

Ob fürs Auslandsstudium oder als monatliche Finanzspritze. Studienkredite sind begehrt wie nie. Was Studierende über Kredite wissen sollten und wie Sie die beste Finanzierung für Ihr Studium finden.

Den gewünschten Studienplatz zu bekommen, ist die erste Hürde. Doch dann stellt sich die Frage der Finanzierung.

Den gewünschten Studienplatz zu bekommen, ist die erste Hürde. Doch dann stellt sich die Frage der Finanzierung.

Düsseldorf„Erstaunlich“ findet es Ulrich Müller, dass viele Banken – trotz Niedrigzinsphase – die Zinsen für Studienkredite so hoch halten. Der Finanzexperte ist beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zuständig für die Themen Studienfinanzierung und Kredite.

Im Interview mit Handelsblatt Online erklärt er, worauf Studenten beim Abschluss einer Studienfinanzierung unbedingt achten sollten – und warum man sich auch mal ein Weizen im Biergarten gönnen darf.

Ulrich Müller ist Finanzexperte beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE).

Ulrich Müller ist Finanzexperte beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE).

Herr Müller, darf ich mich als mittelloser Student mit gutem Gewissen verschulden?
Eindeutig ja, wenn nur ein Kredit mir noch helfen kann, mich über Wasser zu halten und so einen erfolgreichen Abschluss hinzukriegen – dann ist ein Studienkredit eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Wenn ich aber einen Kredit nur aufnehme, um einen gehobenen Lebensstandard zu erreichen, dann ist das ein Leben auf Kosten von morgen und sicher keine besonders gute Idee.

Nur die wenigsten Studenten würden doch den Kredit für Luxus ausgeben. Aber nur von Wasser und Brot zu leben, das kann es doch auch nicht sein.
Natürlich muss auch mal ein Kinobesuch drin sein oder ein Weizen im Biergarten. Aber exotische Urlaube und der neueste Flachbildfernseher sind vielleicht erst nach dem Berufseinstieg umsetzbar.

Nun hat der Student aber in der Regel keinen Topf voll Gold. Wo soll er denn noch sparen?
Völlig richtig, die Devise „einfach den Gürtel enger schnallen“ ist nur begrenzt hilfreich. Also geht es darum, einen individuellen Finanzierungsmix zusammenzustellen. Entscheidend ist dabei die Einsicht, dass Studienkredite in Deutschland in aller Regel als Ergänzungsfinanzierung fungieren. Es wäre ein fataler Fehler, vorschnell einen Kredit zu beantragen, ohne zuvor andere Finanzierungsquellen ausgeschöpft zu haben.

Das heißt konkret?
Ich rate, vorher zu checken, ob man nicht einen BAföG-Anspruch hat. Hier kriegt man die Hälfte der Fördersumme geschenkt – eine prima Sache. Auch sollte man sich unbedingt um ein Stipendium bewerben. Das ist längst nicht nur etwas für Elitestudenten. Eventuell bringt man zeitlich auch einen Nebenjob unter. Ein Studienkredit sollte grundsätzlich nur die Funktion haben, letzte Finanzierungslücken zu schließen, damit ein Studium reibungsfrei beendet werden kann.

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