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13.12.2013

09:29 Uhr

Stürme

Unwetter verteuern Versicherungen

Teures Jahr für die Versicherer: Flut, Hagel und Stürme in Europa haben tiefe Spuren in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen. Jetzt dürften vielen Versicherungskunden höhere Rechnungen ins Haus stehen.

Versicherungsschäden

„Xaver“ & Co. kosten bis zu 1,4 Milliarden Euro

Versicherungsschäden: „Xaver“ & Co. kosten bis zu 1,4 Milliarden Euro

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MünchenWassermassen im Frühling, Hagel im Sommer und Orkane im Herbst: Eine Serie heftiger Unwetter hat in diesem Jahr nicht nur viele Menschen in Deutschland, sondern auch die Versicherer in Atem gehalten. Diesmal richteten nicht Wirbelstürme oder Überschwemmungen in fernen Ländern die höchsten Versicherungsschäden an, sondern Naturkatastrophen direkt vor der Haustür. „Bis auf Erdbeben hatten wir alles“, sagt Arno Junke, Chef der Deutschen Rückversicherung. Jetzt ist Aufräumen angesagt, denn in manchen Sparten schreiben die Versicherer schon ohne solche Katastrophen seit Jahren rote Zahlen. Bei Autofahrern und Hausbesitzern dürften sie nun an der Preisschraube drehen.

Besonders übel schlugen „Manni“, „Ernst“ und „Andreas“ zu. Dachziegel und Wintergärten gingen zu Bruch und Hunderttausende Autos wurden zerbeult, als bei den Hagelstürmen im Sommer teils tennisballgroße Eisklumpen vom Himmel fielen. Nach Schätzung des Rückversicherers Hannover Rück summierten sich die versicherten Schäden auf 3,2 Milliarden Euro. Zusammen mit der Flutkatastrophe im Mai und Juni und den Stürmen „Christian“ und „Xaver“ Ende Oktober und Anfang Dezember muss die Assekuranz Schätzungen zufolge wohl alleine in Deutschland Katastrophenschäden von mehr als 6,5 Milliarden Euro schultern.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Zu Buche schlagen die Unwetter vor allem in der Gebäudeversicherung. Schon seit zwölf Jahren reichten die Beitragseinnahmen der Sparte nicht aus, um die Aufwendungen zu decken, klagt Norbert Rollinger, Vorstand bei der R+V Versicherung. Hannover-Rück-Vorstand Michael Pickel erwartet, dass die Versicherer in der Gebäudeversicherung ein Drittel mehr für Schäden, Verwaltung und Vertrieb ausgeben, als sie an Beiträgen einnehmen. Damit würden der Branche in diesem Segment rund zwei Milliarden Euro fehlen.

Dass die Gebäudeversicherung seit Jahren Verluste hinnimmt, liegt daran, dass die meist alten Verträge keine Preiserhöhungen erlauben. Der Versicherer müsste den Kunden kündigen und ihnen neue, teurere Verträge anbieten. Damit riskiert das Unternehmen jedoch, dass die verärgerte Kundschaft auch mit anderen, lukrativeren Verträgen zur Konkurrenz wechselt. Nach Ansicht von Michael Pickel werden viele Anbieter dies nun in Kauf nehmen: „Ich glaube, dass der Schadenanfall in diesem Jahr einige zum Aufwachen gebracht hat.“

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