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19.01.2007

10:01 Uhr

Sturmfolgen

Was Versicherungen bei Orkanschäden zahlen müssen

Während der Sturm über das Land rast und mehr oder minder schwere Verwüstungen anrichtet, stellen sich viele Menschen schon besorgte Fragen nach den finanziellen Folgen und wer sie bezahlt. Verschiedene Versicherungen sind je nach Schadensfall anzusprechen.

HB DÜSSELDORF. Orkanschäden durch „Kyrill“ sollten auf jeden Fall innerhalb einer Woche der zuständigen Versicherung gemeldet werden. Sturm beginnt nach der so genannten Beaufort-Skala ab Windstärke 9. Versicherungen zeigen sich bei der Anerkennung von Sturmschäden jedoch kundenfreundlicher: Sie zahlen bereits bei "stürmischem Wind" der Stärke 8. Das entspricht Windgeschwindigkeiten von mehr als 62 Kilometern pro Stunde. Welche Versicherung aufkommt, hängt dabei vom Schaden ab:

- Schäden am Auto:
Durch die Teil- oder Vollkaskoversicherung werden nicht nur die Schäden ersetzt, die der Sturm direkt am Wagen verursacht – etwa durch Umkippen des Fahrzeuges – , sondern auch Beschädigungen, die durch umherfliegende Gegenstände, z. B. Ziegel oder Äste, angerichtet werden. Die Teilkasko des Autohalters haftet und erstattet den Zeitwert abzüglich einer etwaigen Selbstbeteiligung. Eine Rückstufung im Rabatt muss der Versicherungsnehmer dabei nicht fürchten. Eine Ausnahme gilt, wenn der Baum morsch war und längst hätte gefällt werden müssen: Dann muss der Baumbesitzer oder dessen Haftpflicht aufkommen. Kippt ein gesunder Baum um, ist dies höhere Gewalt, und der Eigentümer muss nicht haften. Größeren Schutz bietet Autofahrern eine Vollkasko-Versicherung. Die zahlt auch für Beschädigungen am eigenen Fahrzeug nach vom Sturm bedingten Fahrfehlern.

Folgende Tipps sollten betroffene Fahrzeughalter berücksichtigen:

– Den Schaden so schnell wie möglich telefonisch melden und zwar noch vor dem Besuch einer Werkstatt! Dabei lassen sich die nächsten Schritte direkt klären, beispielsweise ob ein Sachverständiger die Sturmschäden untersuchen muss.

– Beim Ausfüllen der Schadenmeldung sollten Versicherte möglichst genau arbeiten. Es gilt möglichst klar und einfach zu beschreiben, was passiert ist. Dies geht meist ganz einfach auf der Internetseite des Kfz-Versicherers. Wer das Formular online ausfüllt, kann seine Fotos auch über die Website hochladen. Bei Sturmschäden empfiehlt es sich, ein Bild des Wagens und des verursachenden Objekts einzureichen.

- Zertrümmerte Fenster und Dachziegel:
Erstattet die Wohngebäudeversicherung. Auch beim Sturm verschobene oder gerissene Dachziegel können auf Kosten der Versicherung ersetzt werden. Gleiches gilt für Gebäude- und Folgeschäden durch eindringendes Wasser, wenn der Sturm ein Leck geschlagen hat. Einige Wohngebäudeversicherungen zahlen auch für umgekippte Bäume, die nach einem Sturm beseitigt werden müssen.

- Zerrissene Kleidung:
Nimmt bei einem Sturz in der Orkanböe die Garderobe Schaden, kommt die Hausratversicherung auf. Fotos von frischen Schäden helfen beim Nachweis.

- Beschädigte Antennen und Markisen:
Gehören diese einem einzelnen Mieter, sind sie meist über dessen Hausratversicherung gedeckt. Gemeinschaftseigentum kann in der Gebäudeversicherung mitversichert sein.

- Beschädigtes Inventar:
Hat der Orkan durch ein Leck auch das Mobiliar im Haus in Mitleidenschaft gezogen, kommt die Hausratversicherung ins Spiel.

- Fahrlässiges Verhalten:
Wer Schäden zu beklagen hat, weil er bei dem Sturm Fenster oder Türen offen stehen ließ, geht leer aus.

(Quellen: Verbraucherzentrale NRW, Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute, Axa, DA Direct.)

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